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PC-Amazonen
16. April 2005
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| Katzen auf der virtuellen Terroristenjagd. Bild:
SN/catz |
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Mit Maus und Tastatur bewaffnet, ziehen immer mehr
Mädchen-Teams in den virtuellen Kampf gegen Terroristen
im "Counter-Strike"-Universum.
Anja ist weiblich, ledig, jung - und sie sucht gerade
einen geeigneten Platz, um eine Bombe zu legen. Sie
schleicht durch Lagerhallen, über Dächer
und Bahngleise, versteckt sich hinter Transportkisten.
Als Anja ein Gegner in die Quere kommt, überlegt
sie nicht lange und schießt ihn rücksichtslos über
den Haufen. Wenig später ist die Bombe an ihrem
Zielort platziert . . .
Schaden anrichten wird diese Bombe allerdings nicht:
Die Waffen sind nur virtuell und Anja sitzt mit Tastatur,
Maus und Headset "bewaffnet" vor einem Computerbildschirm.
Mit ihren vier Mitspielerinnen hat sich die 17-Jährige
gerade einen weiteren Punkt auf dem Weg zum aktuellen
deutschen Meistertitel im umstrittenen Anti-Terror-Actionspiel "Counter-Strike" gesichert.
"Counter-Strike Female" ist die einzige Frauen-Konkurrenz
bei den Deutschen Gaming-Meisterschaften, die vorige
Woche in Berlin ausgetragen wurden. Insgesamt vier
weibliche "Clans", so nennen die Spieler ihre Teams,
hatten sich dafür qualifiziert.
Computerspiele - und speziell die brutaleren Actiongames
- sind laut Statistik eigentlich eine Männer-Domäne.
Aber gerade deshalb findet Anja es richtig, dass es
in Berlin heuer schon zum zweiten Mal ein eigenes Frauen-Turnier
gibt.
Zimperlich geht es nicht zu bei "Counter-Strike",
einem der beliebtesten und berüchtigtsten Computerspiele
auf dem Markt. Wegen der Brutalität und der realistischen
Ich-Perspektive - daher auch die gängige Bezeichnung "Ego-Shooter" -,
aus der reihenweise die Gegner niedergestreckt werden,
werden "CS"-Spieler häufig mit dem Vorurteil konfrontiert,
selbst zu Aggression zu neigen. Anja widerspricht: "Counter-Strike
ist für mich kein gewalttätiges Spiel, das
ist doch alles abstrakt." Vielmehr gehe es um "Teamgeist,
Intelligenz, Taktik und Reaktion", sagt sie.
Die "catz" - Anjas Team - sind zwischen 17 und 22
Jahren alt und gelten als bester Frauen-Clan in Europa.
Mit ihrer Erfahrung und ihrem Niveau bräuchten
sie sich auch hinter der Männer-Konkurrenz nicht
zu verstecken. "Siebter oder Achter könnten wir
schon werden", meint Anja selbstsicher. In einem Punkt
seien sie den Männern aber sogar weit voraus,
auch wenn dieser mit Emanzipation wenig zu tun hat: "Als
Frauen sind wir für Sponsoren viel interessanter."
#apa, m2e
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