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Brasil-Blog #8
25. Oktober 2005
Von unvorstellbaren Dimensionen, wildem Geschrei
und Frühlingsgefühlen. FRITZ-Mitarbeiter
Günther berichtet aus Brasilien.
Endlich ist er da! Nach langen Wochen voll Regen,
von den Bergen herunterziehendem Nebel und "kühlen" Temperaturen
(um die 15-20°C.) zieht nun der subtropische Frühling
ins Land. Es ist heiss, und es wird stetig heisser!
Ich genieße es wirklich, diese angehende Backofentemperatur
mit Meeresblick, bei der nur mehr eine kühle Dusche
oder der gehechtete Köpfler in den Ozean für
Abkühlung sorgen. Aber noch ist es ja noch nicht
ganz so schlimm/schön, noch gibt es Tage unter
30 Grad und auch Tage mit bewölktem Himmel und
kaum spürbarem Regen.
"Wenn es in São Paulo regnet, dann steht
die Stadt", sagen selbst die Paulistanos über
ihre geliebte Heimat. Und sie haben Recht. Wer
Wien bei Regen kennt, der soll sich dies doch bitte
mal in der zweit- bzw. drittgrössten Stadt
der Welt (je nach Quelle verschieden) vorstellen.
In einer Stadt, in welcher selbst bei klarstem Nachthimmel
ein riesiger Verkehrsstau um 3 Uhr Früh nichts
außergewöhnliches
ist, in einer Stadt in welcher die Einwohnerzahlen
zwischen elf und 25 Mio. eingeschätzt wird, verschärft
starker Regen diese ganze Situation nur noch.
Doch
genug vom Regen. Die Sonne scheint in der inoffziellen
Hauptstadt Brasiliens auch bei Schlechtwetter, betrachtet
man das kulturelle Angebot, die ethnische Vielfältigkeit
oder auch einfach nur das in ganz Brasilien berühmte
Nachtleben, so legen die Paulistanos ganz schön
was vor. Und das interessanteste ist, trotz "nur" sechs
Stunden Busfahrt unterscheidet sich São Paulo
komplett von Rio de Janeiro. Natürlich behaupten
beide Städte die bessere/schönere/tollere
zu sein, und ich mag mir hier jetzt eigentlich nicht
anmaßen, ein Urteil zu fällen.
Durch Zufall erfuhr ich, dass die weltweite Inkognito-Band
Nr. 1, namentlich "Slipknot", im Rahmen Ihrer Südamerika-Tour
auch in meiner schönen gegenwärtigen Heimat
Station machen würde. Der langen Rede kurzer
Sinn: das Konzert in der Clarohall (Südamerikas
grösster
Konzerthalle) war wirklich nicht von schlechten Eltern,
die Brasilianer können nicht nur zu Samba, Forro
und Capoiera ordentlich Gas geben, auch zu diversen
gekreischten Lauten, rhytmischem Pogo und Gemoshe
lassen sich die Cariocas gerne hinreissen.
Als ich
und ein junger Brasilianer in einem Taxi vom Konzertgelände
wieder zurück nach Ipanema fuhren und er mich
fragte was die Band denn eigentlich dauernd so mit
dem Publikum geredet hätte, wurde ich doch etwas
stutzig: Zuerst wird bei jedem "You are the best
audience ever" gebrüllt wie am Spieß
und dann hat man es eigentlich gar nicht verstanden?
Naja, wie dem auch sei, es war ein interessanter
Abend, so oder so, und im November wird uns das "Claro-Festival"
mit Schmankerln wie "Iggy & the Stooges",
"The Flaming Lips" und den wunderbaren "Nine
Inch Nails" verwöhnen -
für gepflegte musikalische Unterhaltung ist also
auch hier gesorgt.
Auf bald, liebe Grüsse aus Rio de Janeiro
#günther schmidhuber
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