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Brasil-Blog #5
7. September 2005
Von überdimen-sionalem Grünzeug, Flugstunden
und einem Treffen mit Felix Baumgartner. FRITZ-Mitarbeiter
Günther berichtet aus Rio de Janeiro.
Der botanische Garten von Rio de Janeiro ist eigentlich
relativ un-spektakulär, wenn man einfach so durchmar-schiert,
von riesigen Bäumen und Büschen umgeben.
Es ist einfach alles ein bisschen groß und grün
geraten hier, die Pflanzen und Bäume geben den
Eindruck von einem umgedrehten Zwergerlgarten für
Planzen, einem botanischen „Maximundus“ sozusagen.
Die Palmen werfen mit einer Höhe von ca. 30 Metern
doch recht lange Schatten über die Alleen des
Parks, wilde Orchideen und riesige Bambuswälder
machen den Eindruck eines tropischen botanischen Gartens
perfekt.
Würde ich nicht wissen, dass ich mitten
in Rio bin, ich würde mir sofort eine Machete
schnappen, losstapfen und mir einen Weg durchs Dickicht
suchen. Auch unsere kleine Alpenrepublik ist hier stolz
vertreten, Karl Glasl machte sich durch außerordentliche
Verdienste um den Garten einen Namen und wurde durch
die Glasl-Grotte verewigt.
Um gleich in Österreich zu bleiben, des öfteren
bekommt man hier zu hören, dass Brasilianer auf
Europareisen auch Station in Österreich machten
und alle waren begeistert von unserem Land. Hohe Berge,
viele Burgen/Schlösser und Gastfreundschaft wird
uns nachgesagt. Das wir unter den Surfern aufgrund
des Snowboardens hohes Ansehen genießen, brauche
ich eigentlich nicht erwähnen, oder?
Aber
das zweit-außergewöhnlichste Österreicher-Erlebnis
in den letzten Tagen (das außergewöhnlichste
folgt später) war dann doch ein junger Mann, der
meinen Wohnungskollegen und mir auf der Straße
entgegenkam. „Irgendetwas kommt mir bekannt vor“,
dachte ich bei mir, doch was es war wusste ich nicht
sofort. Als er näher kam war des Rätsels
Lösung allerdings nicht mehr schwierig, er trug
ein Rapid-Trikot, und würde das noch nicht reichen,
war es natürlich ein Trikot von Andi Herzog, Parade-Kicker
und lebende Fußballlegende der Grün-Weissen.
Er hatte es in Rom gekauft und war über unsere
Begeisterung für sein Shirt positiv überrascht.
Der Höhepunkt der letzten Tage war allerdings
etwas anderes. Trotz relativ hohem Preis entschied
sich unsere Österreicher-WG einstimmig dazu, einen
Tandemflug via Hangglider über Rio de Janeiro
zu machen. Der erste Termin musste wegen schlechten
Flugbedingungen abgesagt werden, was sich schlußendlich
nur als Multiplikator für die Vorfreude herausstellte.
Der Tag des zweiten Termins begrüßte uns bereits
am Morgen mit strahlendem Sonnenschein und kurz nach
Mittag war es soweit. Wir wurden abgeholt, unser Fahrer
erklärte uns gnädiger Weise noch schnell,
dass die Absprunghöhe wirklich sehr sehr hoch
sei und dann kamen wir am Strand von Pepino an, der
Hot-Spot für Hangglider, Paraglider oder einfach
nur Menschen, die gerne anderen Menschen beim Wiedererlangen
von festen Boden unter den Füßen zusehen.
Nun, was soll ich sagen, es wahr atemberaubend, wunderschön
und absolut unrealistisch zugleich.
Lediglich der Moment,
als mein Pilot und somit quasi Verantwortlicher für
die nächsten Minuten meines Lebens bei „Drei“ den
Countdown startete, ließ mich in der Magengegend
etwas flau werden. Doch sobald wir auf die Kante der
Absprungrampe und den knapp 500 Meter tiefen Abgrund
dahinter zusprinteten war das Adrenalin Herr der Sinne.
Und wäre dieser Nachmittag noch nicht außergewöhnlich
genug gewesen, erklärte uns unser Flug-Lehrer
Ruy, dass Felix Baumgartner, ja, genau der Felix Baumgartner,
der vor ein paar Jahren von der Jesus-Statue in Rio
gesprungen ist und somit Star unter den fliegenden
Sportlern, gerade dabei ist, seine ersten Single-Flüge
mit einem Hangglider zu absolvieren (= außergewöhnlichstes Österreicher-Erlebnis
Nummer eins).
Auch für ihn war die Überraschung
sichtlich groß , österreichische Austauschstudenten
hier in Rio de Janeiro zu treffen. Was soll ich noch
sagen, kommt nach Rio, versucht es, diese Erfahrung
ist es mehr als wert...
Bis zum nächsten Blog, sonnige Grüße
aus RJ in das ansonsten so verregnete Österreich
#gue
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