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Brasil-Blog #4
1. September 2005
Wandelnde Einkaufszentren auf der Copacabana:
die Strandverkäufer. FRITZ-Mitarbeiter Günther berichtet
vom Strand von Rio de Janeiro.
Unser heutiges Thema sind die allseits
bekannten "Strandverkäufer":
Ich weiß, ein abgedroscheneres und wahrscheinlich
mehr durchgesprochenes Thema als dieses findet man
relativ schwer. Und trotzdem bin ich der Meinung,
diesen Brasilianern einen Blog widmen zu müssen.
Rio ist das Mekka des Strandshoppings. Ich war schon
in den verschiedensten Ländern am Strand, hab'
dort schon was gekauft oder nur geschaut, doch was
hier in Rio vor sich geht, das kannte ich bis jetzt
noch nicht. Damit ich einen Überblick über das
Angebot der Verkäufer geben kann, folgt eine ungeordnete
Aufzählung mit sämtlichen Artikeln und Dienstleistungen
an die ich mich erinnere: Sonnenbrillen, selbstgemachte
Ohrringe, Hals- und Armketten, Uhren, Zeitungen, Zigaretten,
Hängematten & Hängesessel (!), Bikinis,
warme Obsttörtchen, warme und kalte Sandwiches,
Falafel, gebrannte Mandeln, Grillkäse, Fußballdressen,
Gymnastikbälle, Folkloremusik, Sonnencremes, Massagen,
Ausflüge, Kinderdrachen, Cocktails in den verschiedensten
Variationen, jegliche Art von Kopfbedenkungen, landestypisches
Schnitzgut, Caipirinazubehör, selbstgemachte Duftbälle
mit Amazonasdüften, Strandtücher, eine riesige
Palette von Getränken und Speisen werden hier
angeboten.
Es gibt für alles einen eigenen Verkäufer,
und der teilt sich den Strand wiederum mit etlichen
anderen. Somit kann es problemlos passieren, dass innerhalb
von fünf Minuten dich zehn Verkäufer fragen,
ob Du ein Bier oder ähnliches möchtest. Grob
hochgerechnet auf einen durchschnittlichen Strandtag
von 2-3 Stunden macht dies etwa 250 vorbeischlendernde
Verkäufer.
Natürlich ist dies nicht immer so, wer also nachzählt
und etwas weniger herausbekommt, der soll mich doch
bitte nicht als Lügner hinstellen, sondern diese
Rechnung nur als Denkanstoß sehen. Über
100 sind es auf jeden Fall, und das bei fast jedem
Wetter.
Bei derartigem Konkurrenzdruck neigt nun der
innovative Strandverkäufer dazu, sich durch eigenwillige
Mittel und Wege die Aufmerksamkeit der potientiellen
Kunden zu sichern. Von lautstarkem Geschrei über
melodischen Sing-Sang bis hin zu Trompeten- und Rasselunterstützung
reicht die aufsehenerregende Palette. Ganz wichtig
ist auch die Tatsache, dass brasilianische Strandverkäufer
in keinster Weise lästig oder anstrengend sind
- im Gegensatz zu so manchem, den ich schon in Europa
erlebt habe. Ich bin ja gespannt wie das erst im Sommer
werden wird, wenn ungefähr drei mal so viele Menschen
die Strände von Rio stürmen werden.
Aber
bis dahin hab ich ja noch ein bisschen Zeit, werde
ein paar Blogs schreiben und brav die Unibank drücken
. . .
Das wärs dann auch schon wieder für dieses
Mal, ich hoffe ein paar sonnige Zeilen ins ansonsten
so verregnete Österreich gebracht zu haben,
bis bald, euer,
#günther schmidhuber
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