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Aufgerissen
10. August 2005
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| Männliches Balzverhalten im
Sommer - die Blamage naht! Bild:
SN/wild |
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Der Sommer ist heiß, die Hormone sprudeln über
und man(n) ist allein. Der todernste
Ratgeber zur Er-langung lebendiger Zweisamkeit.
Part one: Männerprobleme.
Es sei gleich vorweg geschickt, dass sich
die folgenden Ausführungen hauptsächlich
an die männliche
Fritzgemeinde richtet, da auch der Autor dieser Zeilen
dieser Spezies angehört. Doch, meine lieben Damen,
bitte lesen Sie weiter. Sie werden es nicht bereuen!
Was also tun, wenn einem die Lust bei den Augen rauskullert,
sich nicht nur die Nackenhaare beim Anblick von Bikinischönheiten
aufstellen und man keine Ahnung hat, wie man diesen
näher kommt? Wir beginnen mit dem oberflächlichsten,
allerdings wesentlichsten Thema, dem Äußeren. Es
ist ja ein ausgemachter Blödsinn, zu behaupten,
Frauen würden nur auf stählerne Muskeln und
eine Körpergröße von über 1,80
m abfahren. Zwar haben solche Vorraussetzungen schon
ihren Reiz, sind aber auch oft ein Zeichen für
fehlendes Selbstvertrauen und Hirnsubstanz, und daher
Indikator für körperliche Arbeit oder stupides
Fitnesstraining. Obwohl Körperlichkeit bei der
Liebe ja schon auch eine durchaus tragende Rolle spielt … verdammt!
Na ja, wichtiger als Muskeln ist bestimmt das selbstbewusste
Ausfüllen der einen umschließenden zweiten
Haut, der Kleidung. Hierbei sei unabhängig der
Kategoriezugehörigkeit (H+M-Bubi, Lederjackenrocker,
Trachtenfetischist oder Gourmetpunk) darauf zu achten
- zur Wahrung der Seriosität - immer vollständig
bekleidet zu bleiben. Erst nach Aufforderung zur Entblößung
sollte diese auch durchgeführt werden. Ein Strandbesuch
gilt hier als Ausnahme der Regel. Doch bitte tragen
sie Boxerhosen und eher keine Badeslips, von Stringtangas
für Männer nicht zu sprechen! Sie sind doch
kein Sumoringer. Diese sind in ihrer Heimat übrigens
der Schwarm jeder Frau, trotz ihrer opulenten Fettleibigkeit.
Ist Erfolg also der Schlüssel zum Erfolg? Macht
Erfolg sexy? Die Antwort: Ja. Mit Einschränkungen.
Nehmen wir an, Sie spielen in einer Unterligafußballmannschaft
und erzielen zufällig und ausnahmsweise mal ein
Tor. Ein voller Erfolg für Sie. Also prahlen Sie
am Abend in der Disko so lange damit rum, bis Sie sich
ein Eigentor schießen und zum Gespött, ja
zum verbalen Brügelknaben der Frauenschar mutieren. „Ach
was, der Fritzi hat ein Tor gemacht … hat er
denn auch schon mal allein in den Topf gemacht?“ Ersparen
Sie sich diese Schmach und treten Sie in Rudeln auf.
Zu zweit reicht auch. In lässig dahingesagten,
beiläufigen Nebensätzen schildern Sie der
Dame Ihrer Gunst die Geschehnisse: „Mein Freund
spricht nicht gern darüber, er ist so bescheiden … ein
leiser Rebell … na jedenfalls hat er das Ding
heut reingehauen und ich könnte schwören,
er hatte danach eine Träne im Auge.“ Die
Wirkung ist garantiert. Und Freunde, die so über
ihre Freunde sprechen, sind einfach sooo süß.
Wie auch immer. Es geht doch nichts über eine
zuvorkommende, reife Behandlung. Denn es ist wahrlich
eine Unsitte, die vielen, vielen Rosenverkäufer
ständig mit ihren prallen Blumen vor der Brust
durch jede Bar, jede Disko und jede Dorfspelunke latschen
zu sehen, ohne zuzugreifen. Wer hat bitte gesagt, dass
man diese ignorieren soll? Woher kommt es, dass man
einer attraktiven 25-jährigen eine Rose überreicht
und dann von ihr als Antwort kriegt: „Oh danke,
ich habe noch nie eine Rose bekommen, schluchz.“ Hallo!
Nein, das darf nicht so sein! Also rüber über
den Schatten totlangweiliger Coolness und rein in das
altehrwürdige Spiel mit der Romantik. Auch Drinks
und Plüschtiere können als Renner bezeichnet
werden. Und wenn’s dann immer noch nicht klappt,
dann liegt’s ganz einfach an ihr - (oder bei
Rollentausch natürlich an ihm). Und man sollte
sich - bevor man noch mehr Geld beim Fenster rauswirft
- ernsthaft fragen, ob es denn das wert ist. Na ja,
irgendwann bestimmt!
#robert
Part
two: Die weibliche Seite.
Von sommerlicher Hitze und stundenlangem Sonnenbaden
können die roten Wangen mal sicher nicht kommen.
Die Quecksilbersäule hat nicht einmal die 20-Grad-Hürde
geschafft, die Sonne ist an der dicken Wolkendecke
gescheitert: ein Salzburger Bilderbuch-Sommer quasi.
Und mein süßlich-dämliches Dauergrinsen?
Woher kommt das, bitte schön?
Die Schmetterlingsfarm in der Magengegend und die
weichen Knie sind eindeutige Signale: Love is in the
air – oder besser, die Hormone in Höchstform.
Es ist halt doch Sommer, so schwer das auch zu glauben
ist. Und in dieser Jahreszeit rennen die Adams
dieser Welt in Luxusausführung herum: Braungebrannter
Sixpack, wohlgeformter Bizeps .. Frau, was willst du
mehr?
Ja, ich weiß, wir sagen immer, auf Äußerlichkeiten
würden wir keinen Wert legen. Tun wir ja auch
nicht. Eigentlich. Na ja, zumindest nicht immer. *räusper*
Aber im Sommer, nach mehr oder weniger erfolgreichem
Kampf gegen die eigenen Körpermaße (bzw. –masse)
muss geprüft werden, wie das Duell „Innerer-Schweinehund
und Winterspeck“ gegen „Wille zur Traumfigur“ beim
anderen Geschlecht geendet hat. Und da, sind wir ehrlich,
erregen Cornetto-Typen mehr Aufmerksamkeit als Bierfassl-Bomber.
Aber Äußeres ist ja nicht alles, völlig
richtig. Zu einer guten Hülle braucht’s
auch ein interessantes Innenleben. Darum bitte, bitte
liebe Männer, verschont uns mit Auto- und Fußballgeschichten – oder
wollt ihr Singles bleiben? Selbst wenn wir freundlich
lächelnd zu euren Wundertaten mit dem runden Leder
nicken – es ist öd, langweilig und im Geiste
gehen wir gerade die To-Do-Liste für morgen durch:
..Katze füttern, Fingernägel lackieren, Omas
Blumen gießee… „Echt? Du hast einen
Eckball verwandelt? Gegen drei Angreifer? Wow! Cool!“ ..wo
war ich? Ach ja, Blumen gießen bei Oma...
Fast noch schlimmer sind die Rudel-Helden. Fast-Flirt
Nummer zwei war so eine unglückselige Kombination
aus Dick und Doof. Endlich aus den Fängen des österreichischen
Möchte-Gern-Beckhams entkommen, haben sich diese
zwei Kasperl von hinten an mich angeschlichen. Fluchtweg
abgeschnitten. Auf den ersten Blick war das Dilemma
nicht absehbar, sonst hätte sich schon eine Ausrede
gefunden: „Ich muss mal für kleine Mädis“, „Mein
Hund hat sich das Bein gebrochen, ich muss nach ihm
sehen.“, „Oh mein Gott, jetzt hab’ ich
doch glatt den Kuchen im Rohr vergessen!“
Aber
wie gesagt, der erste Anblick war ja ganz verlockend,
meine Laune sowieso auf Sommerhoch - da nimmt frau
auch das Auftreten im Rudel in Kauf: Böse Fehlentscheidung.
Was ich hier so alleine mache? - Spätestens
bei dieser extra-originellen Ansage hätte ich
das Unheil schon kommen sehen müssen. Aber nein,
der Teil des Gehirns, der irgendwo zwischen den Beinen
angesiedelt ist, hat sich über die Wangengrübchen
und breiten Schultern des größeren Gegenübers
gefreut, Pummelchen daneben hab’ ich gar nicht
wirklich registriert. „Na, was man alleine so
tut: auf jemand anderen warten.“ Meine Kreativität
hält sich auch in Grenzen. - Aha.
Was ich denn gerne trinken möchte? Es störe
doch eh nicht, wenn sie mir beim Warten Gesellschaft
leisten. Oder habe ich nicht sowieso auf sie gewartet? – Haha,
ein typisch männlicher Schenkelklopfer – und
mit solchen Sprüchen wollen sie bei Frauen punkten??
Ein etwas schiefes Grinsen bekomme ich gerade noch
hin. Meine Gegenübers sehen das als Aufforderung
zu bleiben.
Die nächsten Stunden (ok, es waren nur Minuten,
die sich aber, das muss betont werden, wie Strudelteig
gezooooogen haben) durfte ich dann gleich die doppelte
Ladung an Selbstbeweihräucherung ertragen: „Ja,
und Mike’s Auto ist jetzt der Hammer. Der neue
Spoiler und die Breitreifen mit den coolen Felgen,
das schaut echt krass aus. Hat sich echt gelohnt, der
Tag in der Werkstatt.“ Ich nicke pflichtschuldigst
(schließlich hab’ ich ein Bier ausgegeben
bekommen), grinse noch etwas, bevor meine Laune dann
endgültig den Sinkflug beginnt: Pummelchen Mike
bringt die Fußballkünste seines Busenfreundes
zur Sprache.
Gerade als Mike zur nächstes Lob-Salve
ansetzt, naht die Erlösung: „Jo hällo!
Schon besetzt? Na, dann geh’ ich halt wieder!“ Hu,
wie schnell sich Launen doch ändern können.
Gerade noch im Keller, ist sie jetzt auf Großglockner-Gipfelkreuz-Höhe.
Schnell das Duo mit der breitschultrigen Über-185-cm-Sportskanone
bekannt gemacht, für das Bierli bedankt und mit
meinem Flirt von gestern ab durch die Mitte. Am besten
hinaus ins Kühle
- die Wangen glühen nämlich schon wieder.
Der Sportskanonen-Flirt hat auch das zweite
Date mit Bravour gemeistert. Er hat übrigens
nicht (nur) mit Hirn, Worten und Muskelmasse beeindruckt:
Zwei Stifte gleichzeitig mit den Lippen festhalten,
ohne sie in den Mund zu nehmen, das muss Mann erst
mal schaffen!
#dini
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