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Amoklauf
6. April 2005
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| Tragische Geschichte eines verzweifelten
Burschen Bild: SN/cbjVerlag |
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Alex schwänzt Schule, belügt seine Eltern
und flüchtet sich in eine Fantasiewelt. Als alles
auffliegt, dreht er durch. Manfred Theisens Roman "Amok".
Die Schule interessiert Alex nicht mehr. Seitdem er
sitzen geblieben ist, war er gar nicht mehr dort. Er
verlässt zwar täglich die elterliche Wohnung,
geht aber zum Wachdienst, um zu arbeiten und von zu
Hause fort zukommen. Außerdem hat er Probleme
mit seinen Eltern. Aber auch zwischen diesen beiden
läuft nicht alles so, wie es Alex gerne hätte.
Er flüchtet in eine Fantasiewelt, in der eine
Liebesbeziehung zu seiner Mitschülerin Doro hat.
In dieser Welt kann er so zu ihr sein, wie sein Vater
eben nicht zu seiner Mutter ist.
Alex Vater ist Waffenfetischist, war früher beim
Schießklub und hat im Keller einen Schrank voller
Pistolen und Gewehre. Und Alex hat die Pflege seiner
Waffen übernommen.
Als Alex sich immer mehr in seiner surrealen Liebe
zu Doro verrennt, bekommt er Ärger mit dem Wachdienst.
Kurz darauf entdeckt die Mutter, dass er nicht mehr
zur Schule geht und zu guter Letzt kommt noch Alex'
Vater hinter seine Lügen. Mit einem Mal läuft
alles schief. Alex fühlt sich verraten, verzweifelt
immer mehr und wird schließlich von einer Hilflosigkeit
überwältigt, aus der er nur einen Ausweg sieht
. . .
In "Amok" beschreibt Manfred Theisen einfühlsam
die Gefühle und Probleme eines deutschen Teenagers.
Er versucht nachzuvollziehen, welche Faktoren letztendlich
zu einer derartigen Überreaktion, einem solchen
"Kurzschluss" führen können. "Amok"
ist wie ein innerer Monolog geschrieben, der Leser sieht
nur Alex' Gedanken und seine Sicht der Geschehnisse.
Alex ist wie viele Jugendliche: er hat Probleme mit
seinem Aussehen, seinen Noten, seinen Eltern und er
ist unglücklich verliebt. Was ihn aus der Masse
der anderen hervorhebt, ist, dass er es nicht schafft,
zu akzeptieren, zu verkraften oder Lösungen zu
suchen. Er reagiert mit unterdrücktem Hass, der
sich dann in Form von Gewalt und Aggression seinen Weg
ins Freie bahnt. Seine Eltern haben selbst Probleme
und nicht die Nerven oder das Interesse, näher
auf ihren Sohn einzugehen. Und auch Alex verschließt
sich komplett vor ihnen . . .
Ein Schlusssatz bringt dieses, leider allzu aktuelle,
Thema auf den Punkt: "Selbstmord und auch ein solcher
erweiterter Selbstmord beginnt immer mit der Abwesenheit
der anderen."
#sarah hyden
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