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Kunst des Kampfs
19. November 2005
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| Der Weg der Harmonie: Aikido. Bild:
SN/feichtner |
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Verteidigung ohne Anstrengung? Aikido verspricht
dies zumindest theoretisch – FRITZ-Mitarbeiterin
Kathrin trat den Praxistest an.
Aikido ist
eine defensive japanische Kampfkunst, bei der die Kraft
des Angreifers umgelenkt und zu Abwehrzwecken – meist
Hebel- und Wurftechniken – genutzt wird.
Ich war sofort begeistert davon, die Energie eines
Angreifers nutzen zu können, um mich selbst zu
verteidigen. Außerdem erschien mir die Idee verlockend,
eine eher defensive und eigentlich friedfertige Kampfsportart
zu erlernen.
Doch schon zu Beginn der ersten Trainingseinheit
begann ich an meiner Entscheidung zu zweifeln: Es hatten
sich etwa 30 Personen in einer Turnhalle vor einem
großen
Banner versammelt und wärmten sich mit relativ
seltsam anmutenden Bewegungen auf. Da diese Bewegungen
in absoluter Stille und mit streng nach vorn gerichtetem
Blick durchgeführt wurden, konnte ich mich des
Eindrucks nicht erwehren, im sprichwörtlich falschen
Film gelandet zu sein.
Auch die traditionelle Kleidung – ein dunkelblauer
oder schwarzer Faltenhosenrock und ein weißes
Oberteil –, die sowohl von Männern als auch
von Frauen getragen wird, erweckte in mir eher den
Eindruck einer kontemplativen Religionsgemeinschaft
als den einer Trainingseinheit in einer Kampfsportart.
Wenig später jedoch wurden wir in die ersten Abwehrmethoden
eingeführt und das Ganze begann trotz anfänglicher
Unbeholfenheit Spaß zu machen. Ich kam zu der
Einsicht, dass es eigentlich ziemlich lustig sein kann,
mehr oder weniger fachfraulich den Trainingspartner
in den Schwitzkasten zu nehmen und zu Boden zu werfen.
Nach einer Stunde Training mit kleinen und größeren
Erfolgserlebnissen wurde mir klar, dass anfangs sogar
jede Menge an Eigenenergie aufgebracht werden muss,
um diese Kampfkunst zu erlernen. Ein großes Maß an
Genauigkeit, Konzentration und Durchhaltevermögen
sind ebenfalls erforderlich, wenn man Aikido eines
Tages wirklich beherrschen möchte.
Einen kleinen Vorgeschmack auf diesen Tag gaben zum
Abschluss zwei fortgeschrittene Aikidokas. Sie vollführten
eine Darbietung, die an eine Choreografie aus Harmonie,
Energie, Leichtigkeit und Perfektion erinnerte.
Obwohl Aikido zweifellos nicht leicht zu erlernen
ist, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen – diese
Sportart ist die Mühen auf alle Fälle wert.
#kathrin feichtner
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