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Die Powerbook-Situation
19. Juni 2004
Weblog über eine Ebay-Betrugsgeschichte,
die sich zu einer filmreifen Undercover-Operation in
London entwickelt hat.
Es ist ja mittlerweile leider eine gängige Praxis,
ungeübte Ebay-Verkäufer übers Ohr zu
hauen. Meist werden diese von Betrügern angeschrieben
und dazu gebracht, das Geschäft über ein externes
Treuhandservice abzuwickeln. Das Problem: Diese Dienste
außerhalb von Ebay sind meist eine Fälschung,
die von so genannten "Scammern" (engl. "to
scam": betrügen) selbst betrieben werden -
wer darauf reinfällt, hat sein Geld natürlich
auf Nimmerwiedersehen verloren.
Ein Amerikaner namens Jeff hat nun einen Betrüger
seinerseits gelinkt. Jeff wollte ein nagelneues Apple
PowerBook G4 für 1700 US-Dollar via Ebay verkaufen
und wurde prompt von einem netten Londoner angeschrieben,
der den Kauf via "Treuhandservice" abwickeln
wollte. Jeff erkannte, dass es sich bei dem Service
um eine Täuschung handelte, wollte jedoch sehen,
wie weit der Täter gehen würde. Er besprach
die Sache mit einigen Internet-Freunden und kam zu dem
Schluss, dass er dem Betrüger ein wertloses Paket
schicken würde. Auf dem Paket deklariert er dann
aber den wirklichen Wert des PowerBooks, damit der vermeintliche
"Käufer" hohe Zoll- und Einfuhrsteuern
bezahlen muss.
Aber was sollte Jeff nach London schicken? Einen Ziegelstein?
Nein. Er bastelte ein "P-P-P-Powerbook" aus
einer alten Ringmappe, klebte alte Tastaturtasten rein
und schickte noch eine alte Maus mit.
Den Versand, der immerhin über 90 Dollar kostete,
übernahmen seine Internet-Bekannten. Befreundete
Londoner sahen sich sogar noch an der Adresse um, die
der Betrüger angegeben hatte und konnten nach längerer
Observation tatsächlich die Übergabe des Pakets
durch FedEx mitverfolgen. Jemand hatte also eine ordentliche
Summe für eine alte Ringmappe berappt. Aber wie
heißt es so schön: Das kommt davon.
Außer einer negativen Ebay-Beurteilung hat Jeff
nie wieder etwas von dem "Scammer" gehört.
#tobias pötzelsberger
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