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Call of Duty 2 - Xbox 360 - Testbericht - Review

Explosionen, Rauch, Action: "Call of Duty 2" setzt neue Maßstäbe. Bild: SN/activison

 
 


DIE ZWEITE MEINUNG

Realismus sticht Abwechslung
2. Februar 2005

"Call of Duty 2" besticht - trotz Abwechslungs-armut - auch auf der Xbox 360 mit atemberaubenden Grafik- und Soundeffekten.

Auch auf der neuen Xbox erreicht CoD2 bislang ungeahnte Qualitäten in puncto Sound und Grafik - und somit kann ich mich meinem Kollegen in seinen Ausführungen nur anschließen. Sogar die größten Mankos der Konsolen-Shooter, die Steuerung bzw. das Anvisieren, gehen durchaus gefällig von der Hand.

Trotzdem stellt sich während des Kampfs - der sich streng gesehen gegen unsere (bösen) Groß- und Urgroßväter und deren Kameraden richtet - ein schaler Beigeschmack ein. Während der prämierte erste Teil der Serie nämlich durch Spezialmissionen, abwechslungsreiche Verfolgungsjagden und Sabotageakte glänzt, kämpft sich der Spieler in "Call of Duty 2" bis auf wenige Ausnahmen als Infantrist - sprich: Kanonenfutter per pedes - durch das Kriegsgeschehen. Kurz gesagt: In "Call of Duty 2" sticht (Bodentruppen-)Realismus die Abwechslung.

Aber das soll jetzt nicht heißen, CoD2 wäre schlecht: Mitnichten - es macht sogar "ordentlich Laune", wie unsere deutschen Nachbarn sagen würden. Es entpuppt sich halt im Gegensatz zum ersten Teil als überaschungsärmere - aber nichts desto trotz spannende - Shooterreferenz.

#michael einböck

 
 
Fire in the hole!
17. Jänner 2006

Untrainierte Tapferkeit ist nutzlos im Angesicht trainierter Kugeln: Mit "Call Of Duty 2” in die Schlacht um den Titel "der beste WWII-Shooter aller Zeiten" ziehen.

"Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter" (Winston Churchill): Der zweite Weltkrieg kostete Millionen von Menschen das Leben und zählt zu den verheerendsten und schrecklichsten Kriegen überhaupt. Aber gerade dieses heikle Thema rund um das dunkelste Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts dient allzu oft als makabre Kulisse in unzähligen "Weltkriegs-Shootern”. Anspruchslos und ohne Feingefühl: Lange Zeit galten die Spiele als verrucht, vor allem wegen den immer wieder auftauchenden NS-Spielen von unseriösen Herstellern.

Als "Call Of Duty" 2003 den Titel "Game Of The Year" einheimste, schien sich das Blatt zu wenden. Das cineastische Äußere des Spiels und die realistische Gewaltdarstellung – anders als im Propaganda-Shooter "America's Army" (zum SN-Special: "America's Army im Visier") – überzeugten selbst die schärfsten Kritiker: Obwohl das Genre immer noch mit dem Stempel "Kriegs-Shooter" behaftet ist, sollte es längst in "Anti-Kriegs-Shooter" umbenannt werden. Schließlich käme niemand auf die Idee, Filme wie "Saving Private Ryan" oder "The Thin Red Line" als bedenklich einzustufen.

Ob "Medal Of Honour", "Brothers In Arms" oder "Call Of Duty” – viele Entwickler haben inzwischen Abstand von dubiosen Konzepten genommen und konzentrieren sich statt dessen darauf, eine packende Filmatmosphäre zu schaffen. Beim Programmieren von Kriegsspielen werden mittlerweile zudem wichtige Grundsätze eingehalten: Gespielt wird grundsätzlich aus der Sicht der Alliierten, zwischen den Missionen sorgen kurze Aufklär-Sequenzen für Geschichtsunterricht und auch insgesamt nähert man sich der Thematik überlegter und vorsichtiger. So gehört der unbesiegbare, tapfere Held längst der Vergangenheit an.

In den letzten Jahren haben Spielefirmen das Kriegsgeschehen des WWII regelrecht "ausgeschlachtet". Womit kann man also noch locken? "Call Of Duty 2" (Activision / Infinity Ward) macht es vor: Anstatt sich Gedanken über ein neues, innovatives Gameplay (im Fall von "Brothers In Arms" mehr unübersichtlich als bahnbrechend) zu machen, punktet "COD 2" mit aufpoliertem Altbewährten. Das fängt bei einer Spitzengrafik und fein ausgearbeiteten Texturen an und hört bei unglaublich realistischen Soundeffekten auf. "Zisch, Zisch" fliegen die Geschosse um die Ohren, lautes Kampfgeschrei von anstürmenden Horden geht tief unter die Haut ("Holt euch die Kommunisten!" vs. "Für Mütterchen Russland!"). Auch die dichten, voluminösen Rauchschwaden sind im wahrsten Sinne des Wortes zu schön um wahr zu sein. Jeder einzelne Bartstoppel im Gesicht des Kameraden verrät: Es war eine harte Nacht. Doch die Kämpfe bei Tag waren noch härter – also keine Zeit zum Rasieren.

Es sind die Feinheiten, die den Shooter zum Highlight machen: Um beispielsweise eine ruhigere Hand beim Zielen mit dem Scharfschützengewehr zu bekommen, kann vorübergehend der Atem angehalten werden. Als realistisch präsentiert sich auch das Waffensystem: Es können immer nur zwei Waffen gleichzeitig getragen werden – das Prinzip ist allerdings nicht neu. Die herumliegenden, ausgebrannten Fahrzeuge weisen plastische Dellen und Einschusslöcher auf, das Schneegestöber in Russland sorgt für echte Gänsehaut vor dem Rechner.

Ein Kirchturm wird gesprengt, ein Laster explodiert, ein Flieger stürzt vom Himmel – alles passiert zur gleichen Zeit. Was in anderen Spielen meist in einer gerenderten Zwischensequenz endet, geschieht in "COD 2" unmittelbar während des Gefechts. So wird beispielweise ein mehrstöckiges Gebäude gesprengt und die entstandene Rauchwolke bringt die Soldaten zum Husten.

Angesichts dieser Vielzahl an außergewöhnlichen Spielwendungen verliert der Spieler gelegentlich den Überblick – schließlich will man alles sehen. Die Angst etwas zu verpassen überwiegt die Furcht vor dem Feind.

Während des Ladens eines Einsatzes, sollen Zitate berühmter Persönlichkeiten ins Gewissen rufen: Krieg ist schlecht, vergesst das nicht! Beispielsweise H. G. Wells Warnung: "Wenn wir dem Krieg kein Ende bereiten, wird er uns eines bereiten."

Fest steht: Audiovisuell hat sich "COD 2" seine Auszeichnungen redlich verdient. Ob sich auch der Spieler die ein oder andere Medaille um den Hals hängen darf, hängt von seinem Geschick im Schützengraben ab. In drei spannenden Kampagnen (von Stalingrad über Nordafrika bis hin zur Normandie) gilt es, insgesamt 27 Missionen zu bewältigen – danach können hart gesottene Hobby-Soldaten im Multi-Player-Modus weiterkämpfen.

Die Highlights: Battlefield-2-ähnliche Panzereinsätze (auch diverse andere Fahrzeuge werden benützt) in der Wüste, die Erklimmung der steilen Küstenklippen in der Normandie, Fliegerabwehreinsätze in Tunesien und knifflige Artillerie-Missionen zur Bekämpfung von gegnerischen Kettenfahrzeugen.

PC-Spieler aufgepasst: Um "COD 2" wirklich flüssig spielen zu können wird dem Rechner einiges abverlangt. Pentium 4 und eine leistungsstarke Grafikkarte sind somit Voraussetzung für ein ungetrübtes Spielvergnügen.

Fazit: "COD 2" ist das Half Life unter den Kriegssimulationen – abwechslungsreich, authentisch und überwältigend. So hautnah konnte man bisher weder den D-Day noch die russischen Häuserkämpfe erleben. Wer 18 Jahre alt und im Umgang mit dem virtuellen Gewehr geschult ist, sollte den beschwerlichen Weg zum Ruhm auch in der Fortsetzung antreten. Die Pflicht ruft!

#stephan kliemstein

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Call of Duty 2 - Xbox 360 - Testbericht - Review
 
  Call of Duty 2  

 

Spieler: 1 - 4 (Multiplayer)
Genre: Shooter
Entwickler: Infinity Ward
Herausgeber: Activision
 
  IMBILD
screenshots
 
  SYSTEME
 
  INTERNET
www.callofduty.com
Mehr Infos zur Call-of-Duty-Serie.
 
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