Heißes
Teil
10. Dezember 2005
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| Das schönste Weihnachtsgeschenk
für kleine und große Buben: Die Xbox
360. Bild:
SN/microsoft |
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Die erste Spielkonsole der nächsten Generation
betritt den Ring im Kampf um Marktanteile. FRITZ
hat die Xbox 360 einem ersten Praxistest unterzogen.
Rechtzeitig zu Weihnachten kommt mit der Xbox 360
ein potenzieller Wunsch-an-das-Christkind-Kandidat
auf den Markt. Aus dem hässlichen und unhandlichen
Vorgängermodell schuf Microsoft eine elegant
geschwungene - und auch hochkant aufstellbare - Multimediamaschine
mit austauschbaren Front-Blenden.
Über die beiden
USB-Anschlüsse an der Vorderseite können
direkt vom MP3-Player oder einer externen Festplatte
Musik (MP3, WMA, WAV) und Bilder wiedergegeben werden.
Die Lieder sind zwar in Spielen als Soundtrack verwendbar,
ein Überspielen der MP3s auf die Festplatte
ist aber nicht möglich. Das "Rippen" eigener
CDs auf die Platte ist aber nach wie vor möglich.
Die Rechenleistung
des IBM-Power-PC-Prozessors mit drei Kernen zu je
3,2 GHz und einem zusätzlichen 500-MHz-ATI-Grafikchip
hat seine Schattenseiten: Während die CD-
und DVD-Wiedergabe das System eher "kalt" lassen,
laufen die Prozessoren bei Spielen - für die
Darstellung von umgerechnet 500 Millionen gezeichneter
Dreiecke pro Sekunde kein Wunder - aber ziemlich
heiß. Dabei kommen die drei Lüfter
derart in Schwung, dass man fürchtet, die Konsole
könnte
das Regal fliegend verlassen - vom
störenden Nebengeräusch und der heißen
Abluft ganz zu schweigen.
Aber zu behaupten, die Xbox 360 würde nur heiße
Luft produzieren, wäre unfair - denn das, was
sich gleichzeitig auf dem Bildschirm abspielt, zeigt
eine noch nie da gewesene Videospielewelt: Schatten,
Spiegelungen, Transparenzen und realistische Darstellungen
von Feuer, Rauch und Wasser versetzen in pures Staunen. Über
neue High-Definition-Fernseher wird das Bild durch
eine höhere Auflösung sogar
noch schärfer.
Laut Analysedienst iSupply sind übrigens die
einzelnen Bauteile der Xbox 360 um umgerechnet 107
Euro mehr wert als der Anschaffungspreis. Bei einem
Verkaufspreis von bis zu 70 Euro (!) für eines
der derzeit knapp 20 erhältlichen Spiele muss
man sich aber trotzdem keine Sorgen um Bill Gates'
Vermögen
machen.
Geiz kann ungeil sein: Das günstigere "Core"-System
um 299 Euro scheint zwar verlockend - der (geniale!)
kabellose Controller und die für das Spielen
der "alten" Xbox-Spiele notwendige Festplatte
sind alleine aber schon Grund genug für die
100 Euro teurere Vollversion mit zusätzlichem
Headset, LAN-Kabel und HDTV-Kabel.
Apropos "alte" XBox-Spiele, sprich: Rückwärtskompatibilität.
Hinter diesem sperrigen Wort verbirgt sich die essentielle
Frage nach der Spielbarkeit der früheren Titel – die
mit „ja“ und „nein“ beantwortet
werden muss. Durch die neue Prozessor-Architektur
muss nämlich ein so genannter Emulator die alten
Spiele zu neuem Leben erwecken. Der Nachteil: Diese
Definitionen müssen auf der Festplatte gespeichert
werden und nachträglich – weil die Liste
ständig
erweitert wird – heruntergeladen oder über
CD eingespielt werden.
Andererseits: Im FRITZ-Test
zeigte sich, dass nach ausgiebigem 360er-Spielgenuss
sogar (frühere) Grafikknaller wie „Halo
2“ ziemlich platt und klobig wirken – und
daher den Weg in die „heilige Box“ wahrscheinlich
nicht mehr oft finden werden. Und überhaupt:
Da die Spielstände nicht übertragbar sind
müssten
sämtliche „alten“ Spiele von Anfang
an gezockt werden . . .
Aber nichts desto trotz: Die Xbox 360
ist – in
zweifacher Hinsicht - heuer das heißeste Teil
unter dem Weihnachtsbaum.
#michael einböck
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