Last Car Standing
16. November 2005
Deathmatch mit 1000 PS: Bei „Twisted Metal:
Head-On“ wird auf der PSP bis zum letzten fahrbaren
Untersatz gekämpft.
Zum zehnjährigen Jubiläum von „Twisted
Metal“ spendiert Sony auch der Playstation Portable
eine Version der beliebten Car-Combat-Serie. Ähnlich
eines Deathmatchs in Ego-Shootern gilt es, als Letzter übrig
zu bleiben und möglichst viele andere Mitspieler
bis dahin zu eliminieren. Im Gegensatz zu den Shootern
steigen die Kontrahenten aber nicht per pedes in die
Kampfarena – schwer bewaffnete fahrbare Untersätze
vom Kastenwagen bis zur Harley dienen hier zur Forbewegung.
Agenten, Untote, Verrückte: In „Twisted
Metal: Head-On“ tauchen alte Bekannte auf - vom
verrückten Clown Needles Kane bis zum Knochenmann
Mr. Grimm -, von denen jeder für sich – laut
Spielanleitung – völlig kranke und für
das Spiel eigentlich irrelevante Beweggründe hat,
an diesem Turnier teilzunehmen. Anderseits wäre
das Game-Booklet wohl nur ein Beipackzettel, wenn sich
die Entwickler auf die notwendige Spielanleitung beschränkt
hätten: „Gas geben, ballern, überleben.
Drücke Start!“
Monaco sehen und sterben
Neben neun außergewöhnlichen Schauplätzen
wie dem Roten Platz in Moskau, dem Gebiet um den Pariser
Eiffelturm oder einem römischen Kolosseum bietet
der Monaco-Level einen besonderen Leckerbissen. Während
sich die Deathmatcher nämlich mit Lenkraketen,
Napalmbomben und Minen gegenseitig eliminieren, findet
parallel dazu ein Formel-1-Rennen statt. Man
sieht zwar nicht die fürstliche Loge oder gar
Welfenprinz Ernst August - die Gegend um die Rennstrecke
kann aber ausgiebig erforscht bzw. als Fluchtweg genutzt
werden. Und wer es schafft, zwei Formel-1-Runden gegen
die Fahrtrichtung zu fahren und zu überleben,
der erhält einen satten Bonus.
Wer von den Einzelspielermissionen genug hat und
trotz der vier Schwierigkeitsgrade keine Herausforderung
mehr findet, der steigt einfach in den Mehrspielermodus
ein und zockt mit echten Gegnern im Ad-Hoc-Modus kooperativ
oder im Alleingang um den Sieg.
Hello Austria, Hello Europe: Im Infrastruktur-Modus – der
irgendwie ziemlich sperrig und abschreckend klingt – offenbart „Twisted
Metal: Head-On“ sein echtes Multiplayer-Potenzial. Über
einen WLAN-Router oder einen Access Point kann sich
der Spieler ins europaweite Netzwerk einklinken und
live gegen andere Combat-Racer aufs Pedal und den Feuerknopf
drücken.
Außerdem ist ein Chat-Modus eingebaut, über
den sich die Spieler Nachrichten schicken können – aufgrund
der fehlenden „echten“ Tastatur und der
damit verbundenen langen Eingabezeit erweist sich das
aber als fieser Action-Killer.
Fazit: „Twisted Metal: Head-On“ überzeugt
durch rasantes Gameplay, fantastische Arenen und dem
erstmals von Sony für die PSP verwendeten Online-Mehrspieler-Modus.
Neulinge könnten anfangs etwas überfordert
sein - sobald die Steuerung eingerichtet (die Standardeinstellung
ist untypisch für Rennspiele) und die verschiedenen
Zusatzwaffen bekannt sind, bleibt das Teil aber lange
im Schacht der PSP. Unbedingt anspielen!
#michael einböck
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