Ghettoblaster
28. April 2006
Mit „Street Riders“ bringt Ubisoft die
Fortsetzung des PS2-Drive-By-Shooting-Racers „187:
Ride Or Die“ auf die PSP.
Gangsta’s Paradise: Wo in L.A. gepimpte Karren
auf fette Rapbeats und dicke Goldketten treffen, da
ist das nächste Drive-By-Shooting bereits programmiert
- zumindest auf den Spielkonsolen. Nachdem Ubisoft
das Genre mit „187: Ride Or Die“ (hier
geht’s zum Review) einigermaßen erfolgreich
auf die PS2 und Xbox gebracht hat, folgt mit „Street
Riders“ die Quasi-Umsetzung für die PSP.
Zur Story: Nachdem Big Boss O.G. Dupree von einer
rivalisierenden Gang verletzt wurde, macht sich der
Spieler als Nachwuchs-Gangsta Buck daran, das Revier
seines Bosses zurückzuerobern. Mit aufgemotzten
Karren und bestens bewaffnet stürzt er sich in
illegale Straßenrennen und gnadenlose Drive-By-Shootings.
In genretypischen und filmreifen Cut-Scenes - inklusive
authentischem Gangsta-Slang - werden die Hintergrundstory
und die Ziele vor jedem „Einsatz“ erläutert.
Danach geht es ans Eingemachte: Der Spieler übernimmt
im Einzelspielermodus sowohl die Kontrolle über
die Fahrzeuge als auch über die diversen Schusswaffen,
mit denen der Beifahrer aus dem Sonnenverdeck heraus
die Gegner unter Beschuss nimmt. Und da haben wir auch
schon den Salat: Es bedarf nämlich einiges an Übung,
um das Fahrzeug zu lenken und sich gleichzeitig noch
darauf zu konzentrieren, in welche Richtung der Beifahrer
seine Salven abfeuern soll. Über die Schultertasten
wird die Blickrichtung gewählt – und beim
Nach-hinten-Schießen ist die nächste Kurve
logischerweise der größte Feind.
Apropos Feinde: Die rivalisierenden Straßengangs
sind natürlich auch nicht zu vernachlässigen
- und sie haben einen äußerst nervösen
Zeigefinger. Aber auch Buck weiß sich zu wehren
- vorerst nur mit einer Pumpgun ausgestattet, werden über
herumliegende Upgrades bis zu 14 Waffen wie Maschinenpistolen
oder sogar Straßenminen freigeschaltet.
Burnout lässt grüßen: Grafisch präsentiert
sich „Street Riders“ in äußerst
ansprechender Optik – die Gegenden abseits des
Hollywood-Boulevards können durchaus überzeugen.
Grafisches Highlight sind allerdings die nahezu filmreifen
Zeitlupeneinstellungen, wenn sich gegnerische Fahrzeuge überschlagen
und in Rauch aufgehen.
Das Geschwindigkeitsgefühl und die obligatorischen
Hip-Hop-Beats sind ebenfalls im oberen Feld angesiedelt
- an der Steuerung hätte Ubisoft aber durchaus
noch etwas feilen können: zu unkontrolliert
schlittern die Karossen um die Kurven - und bleiben
deshalb nicht nur einmal an irgendwelchen Säulen
oder Mauerkanten hängen …
Rückendeckung: Die etlichen Einzelspielermissionen
sind anfangs durchaus gelungen – auf Dauer wird
das Ganze aber dann doch etwas zu fad. Abhilfe schafft
der Mehrspielermodus, bei dem speziell die Koop-Variante
sich als nettes Feature entpuppt: Während der
eine Spieler das Auto lenkt und nach hinten blickt,
kümmert sich der andere um die Waffen und den
Turbo. Hört sich komisch an, ist es auch – aber
es macht Spaß!
Fazit: „Street Riders“ ist irgendwie
eine Mischung aus dem Verfolgungsjagd-Spiel „Pursuit
Force“ (hier
geht’s zum Review) und dem
Car-Combat-Spiel „Twisted Metal: Head-On“ (Review
gibt's hier). Aber es erreicht weder den Abwechlungsreichtum
und das gute Handling von „Pursuit Force“ – bei
dem einzig der hohe Schwierigkeitsgrad nervt -, noch
die gefällige Spielbarkeit und Action von „Twisted
Metal: Head-On“. Die Hip-Hop, Pimp- und Goldketten-Fraktion
unter den PSP-Spielern wird dennoch seine Freude daran
haben.
#michael einböck
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