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| Sam is back: "Splinter
Cell: Chaos Theory" von Ubisoft . Bild:
SN/ubisoft |
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Meister der Tarnung
21. April 2005
Auch im dritten Teil der erfolgreichen "Splinter
Cell"-Serie
bringt NSA-Agent Sam Fisher Ordnung in das Chaos der
terrorgeplagten Welt.
In unseren Zeitungen ist zu lesen, dass Nordkorea
zugibt, Atomwaffen zu besitzen - in "Splinter
Cell: Chaos Theory" startet schon die erste Rakete:
ein amerikanischer Flugzeugträger geht in Flammen
auf. Der Westen beginnt schon den Gegenschlag vorzubereiten
- jedoch die NSA (National Security Agency) vermutet
eine Verschwörung dahinter, mit dem Ziel, Nordkorea
die Schuld für den Ausbruch des dritten Weltkriegs
in die Schuhe zu schieben.
Also bekommt Superspion Sam Fisher von NSA-Einsatzleiter
Lambert eine neue Aufgabe: "Bitte verhindern,
dass der Dritte Weltkrieg ausbricht, danke." "Sonst
noch Wünsche?", will Sam wissen. Er fragt
das, wie es ein sympathischer Held nach Hollywoodschem
Gesetz fragen muss: mit rauer Stimme und zynischem
Unterton. Dieser Humor, trocken wie die Sahara, zieht
sich durchs gesamte Spiel und drückt der teils
märchenhaften Story einen parodistischen Stempel
auf. Zwischensequenzen erzählen die Geschichte
im "Breaking News"-Stil des Nachrichtensenders
CNN, was wiederum Glaubwürdigkeit schafft. Damit
halten sich Realismus und Fantasie die Waage.
Man begleitet Sam in elf Missionen rund um den Erdball:
macht auf einem Schiff bei Panama Visite, mischt eine
koreanische Militärbasis auf, reist nach Japan
und infiltriert einen New Yorker Wolkenkratzer. Wo
er auch operiert, stets ist "Splinter Cell: Chaos
Theory" viel Schleich-
und Taktikarbeit, aber nur ganz wenig Shooter.
Das Spielprinzip ist die Heimlichkeit, ganz wie in
den Vorgängern.
Im Vergleich zu den beiden Vorgängern gibt es
zahlreiche optische Neuerungen. Die Licht- und Schatteneffekte
gehören mitunter zu den schönsten im Genre:
auf Wänden existieren unzählige Helligkeitsabstufungen,
Mulden und Ritzen sind darauf zu erkennen und feuchte
Materialien glänzen realistisch. Zu schade, dass
wir die meiste Zeit im Dunkeln tappen und die hübsche
Umgebung durch den schwarz-weißen Nachtsichtfilter
betrachten müssen.
Weil Sam als Einzelperson hinter feindlichen Linien
einer Übermacht gegenübersteht, darf niemand
seine Anwesenheit bemerken. Oberstes Gebot lautet daher:
Alles ausknipsen, was hell macht.
Hierzu hat er ein paar neue Ausrüstungsgegenstände
zur Verfügung: Mitunter
gibt es jetzt eine Alternative zum handelsübliche
Glühlampen-Ausschießen: OCP-Bestrahlung
- der alternative Feuer-Modus der schallgedämpften
Pistole löst, auf elektronische Geräte gerichtet,
eine Art Kurzschluss aus: Überwachungskameras
geben ein letztes Quietschen von sich und dann den
Geist auf und Lampen flackern surrend und erlöschen
schließlich. Der Clou ist, dass die ausgeschalteten
Geräte nach einigen Sekunden wieder funktionieren.
Das weckt weniger Verdacht, schafft aber Zeitdruck.
Also: Nicht lange trödeln und gefälligst
die Beine in die Hand nehmen!
Auch die Musik und die Soundkulisse sind perfekt geworden.
Jedes Geräusch kann über Erfolg oder Niederlage
entscheiden. Wer einen Mucks macht, alarmiert sofort
die Wachen. Ein Balken am unteren Bildschirmrand zeigt
den von Sam verursachten Lärm an. Übersteigt
dieser das Limit, weiß der Gegner Bescheid und
löst im schlimmsten Fall den Alarm aus.
Mit dem neuen Koop-Modus und dem Versus-Modus kommen
auch Multiplayer-Fans nicht zu kurz. Im Koop-Modus
versüßen gemeinsame Moves den Multiplayer-Alltag
noch zusätzlich.
Fazit : Sam ist die Nummer 1, wenn es um intelligente
Schleicherei geht. Und das, obwohl "Splinter Cell
3: Chaos Theory" nichts wirklich neu macht. Grafik,
Leveldesign und verbesserte Gegner sind eigentlich
nur Schönheitskorrekturen, die ein ohnehin schon
grandioses Spiel noch grandioser machen. Schleich-Action
nahe der Perfektion.
#thomas marschall
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