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| Ran an den Asphalt - Riding Spirits |
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Helm auf und ab die Post
16. Dezember 2002
Ubi Soft bietet mit Riding Spirits ein "Gran
Turismo" auf dem Gebiet der Motorrad-Rennspiele.
Ob der Spieler nun einfach aufsitzen und sein Bike
im Quick Race quälen möchte, oder intensiv
in das Spiel eintaucht, um sich seine Sporen mühsam
zu verdienen ist einerlei, denn Riding Spirits kann
beides.
GT Profis unter den Spielern werden das System von
Riding Spirits schnell durchschaut haben. Einerseits
gibt es die Möglichkeit rasch in das Spiel einzusteigen
und ein ausgesuchtes Bike auf den 7 verschiedenen Rennstrecken
zu testen, andererseits kann jede Kleinigkeit, vom Tuning
des Ofens, bis hin zur unterschiedlichen Montur des
Fahrers eingestellt werden. Mit den durch Gewinne verdienten
Punkten, können im Laufe des Spieles im Shop neue
Kleidung oder Ersatzteile gekauft werden. Doch kaufen
ist leichter gesagt als getan. Gerade der Simulations-Modus
verlangt selbst den hartgesottensten Race-Gamern ordentlich
was ab.
Die Spielführung in menügesteuerten Teil
des Spieles ist dann aber doch auch etwas langwierig
und verlangt schon eine gehörige Portion Interesse
und Aufmerksamkeit. Was das Spielerherz wiederum erfreut
sind die vorhandenen Lizenzen und der Wiedererkennungswert
von mehr als 150 verschiedenen Bikes, von unterschiedlichen
Herstellern, die im Laufe des Spieles erworben und in
die Garage gepackt werden können.
Die Rennen selber sind aber von toller Qualität,
besonders nach dem Spielen von Autorennspielen müssen
wir uns aber wieder an die grundlegend unterschiedliche
Fahrphysik von Motorrädern gewöhnen. Eine
Kurve wird natürlich auch nicht wie mit einem Auto
angefahren, sondern verlangt so Kleinigkeiten wie Gewichtsverlagerung
und Balance, so wie hier auch eine Notbremsung in der
Sandgrube nicht nur die Geschwindigkeit verringert,
sondern uns auch einen Termin beim Kiefer- und Unfallchirurgen
verschafft.
Der Schwierigkeitsgrad des Games ist allerdings ein
ganz schöner Brocken. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit
bedeutet sofort einen hoffnungslosen Rückstand
sowie einen starken seelischen Schmerz, denn nichts
ist schlimmer als mit gebrochenen Knochen im Graben
zu liegen und zuzusehen wie die ganze Meute an dir vorbeiröhrt.
Die zu Verfügung stehenden Modi reichen vom bereits
erwähnten Quick Race über Zeitrennen bis hin
zu verschiedenen Versus-Modi.
Die Grafik ist aufwändig und sehenswert, die Musik
wird je nach Musikgeschmack als langweilig oder beruhigend
empfunden. Während der Rennen rockt es dann aber
wieder ganz ordentlich. Der Sound der Motoren kann aber
nicht mit dem Brüllen von guten alten Harleys verglichen
werden, ein passenderer Vergleich wäre hier wohl
eher eine schwer auffrisierte Nähmaschine.
In einer Gesamtbewertung würde das Spiel mit einem
soliden "Wunderbar" davonkommen. Der Schwierigkeitsgrad
schreckt zwar den einen oder anderen ab, erfreut jedoch
aber die, die sich nicht mit einem simplen Arcade-Game
zufrieden stellen lassen. Ein lange andauernder Spielspaß
ist in jedem Fall gewährleistet.
#stefan
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