Prinzenrolle rückwärts
8. Februar 2006
Lob und Tadel: Mit „Prince of Persia: Revelations“ kommt
ein altbekanntes Action-Abenteuer - mit brandneuen
Bugs - auf die PSP. Spiel’s noch mal, Sam: Während Großkonsolenbesitzer
sich derzeit mit dem dritten Teil der mehrfach preisgekrönten
Spieleserie rund um die Abenteuer des persischen Prinzen
vergnügen, kommen Handheld-Fans in den Genuss
einer tragbaren Version für die PSP. „Prince
of Persia: Revelations“ offenbart uns tatsächlich
nach kurzer Zeit etwas . . . – dass es
sich nämlich bei dem Spiel um eine minimal aufgebohrte
Version des zweiten Abenteuers „Warrior Within“ handelt.
Alte arabische Hasen denken da – neben den
leider vorweggenommenen Überraschungsmomenten -
sofort mit Schrecken an Dahaka, die zu Fleisch gewordene Ausgeburt
des Bösen - und wahrscheinlich einer der am schwierigsten
zu besiegenden Endgegner der Videospielgeschichte .
. .
Monster, Mumien, Mutationen: Die Gegner röcheln,
keuchen und schreien, dass es einem kalt
über den Rücken läuft – Abhilfe
schafft das altbekannte Free-Form-Fighting-System,
mit dem durch unzählige verschiedene Tastenkombinationen
(die sich zu merken wahrscheinlich Zugang zu „Wetten
Dass . . .?“ verschaffen würde) die Feinde
nach akrobatischen Rollen, Sprüngen und Drehungen
hieb- und stichfest ins Jenseits oder sonst wo hin
befördert werden.
Grafisch präsentiert sich der Prinz auf Sonys
Handheld im allerfeinsten arabischen Zwirn – hie
und da ist die Szenerie aber leider so düster,
dass ein Spiel bei Tageslicht definitiv zum Blindflug
wird.
Und so klettert, springt und kämpft sich der
Prinz mühsam durch die einzelnen Abschnitte auf
der Suche nach der nächsten Wasserquelle,
die ein Abspeichern des Spielstands ermöglicht.
Aber mancher zuvor zu bestehende Level-Endkampf muss
beinahe 1000 und ein Mal absolviert werden, um endlich
weiterzukommen. Eines wird dadurch aber klar: Der Schwierigkeitsgrad
von „PoP:
Revelations“ ist definitiv hoch (geblieben).
Arabic Metal: Der Soundtrack wurde ebenfalls vom
zweiten Teil übernommen – und so begleitet
den Prinzen kein arabisches Flötengedudel, sondern
das antike Ambiente wird mit knackigen Metal-Riffs
beschallt. Die Stromgitarren präsentieren sich
leider wenig abwechslungsreich – dafür setzt
die Musik des Öfteren ohne erkennbaren Grund
aus. Und spätestens da beschleicht den Spieler
das sonderbare Gefühl, dass trotz all dieser optischen
und kämpferischen Faszination das Spiel so manchen
Bug beherbergt. War nicht auch die Ladezeit am Anfang
ungewöhnlich
lange? Ist der Prinz nicht vorhin während des
Sprungs stecken geblieben, weil nachgeladen werden
musste? Hingen wir nicht im letzten Level an einer
Kante und konnten nicht mehr hochklettern? . . .
Die Liste lässt sich noch ausbauen – und
Ubisoft hat sich dafür neben so mancher schreiberischen „Watschen“ auch
einige schlechte Bewertungen eingehandelt. Der Publisher
wünscht sich wahrscheinlich im Nachhinein, er könnte
auf eine Besonderheit des Spiels zurückgreifen: Der
persische Prinz kann nämlich
per Knopfdruck die Zeit zurückdrehen . . .
Fazit: „Prince of Persia: Revelations“ präsentiert
sich streckenweise als Schnellschuss aus der Hüfte – so
mancher Bug macht das ohnehin schon schwierige persische
Abenteuer teilweise noch mühsamer. Andererseits
sind sowohl die Grafik, das flüssige Gameplay, die
fantastischen Level und die packende Story Grund genug,
dem Prinzen auch auf der PSP eine gute Note zu geben.
Unser (Sicherheits-)Tipp: Anspielen und selbst entscheiden!
#michael einböck
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