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| Auch ohne Neo ein starkes Team:
Niobe und Ghost Bild: SN/atari |
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Raster-Action
12. Juli 2003
Nicht genug damit, daß wir alle (angeblich)
in der Matrix leben - sie ist jetzt auch auf PC und
Konsolen spielbar.
Endlich ist es da, das Spiel zum Buch zur CD zur Kaffeetasse
- einen Film gab's da vermutlich auch noch. Enter the
Matrix ist ein weiterer Baustein der Marketing-Sensation
des Jahres: Ein Computerspiel, welches in Verbindung
mit dem Film hergestellt wurde, dessen Story nahtlos
ergänzt und somit eigentlich unentbehrlich für
jeden Fan ist.
Die kalten Fakten jedenfalls sind beeindruckend: Enter
the Matrix wartet mit einem Budget von sagenhaften 30
Millionen Dollar auf und enthält ungefähr
45 Minuten Filmmaterial, welches nicht im vieldiskutierten
The Matrix: Reloaded auftaucht, aber teils mit den gleichen
Schauspielern und in den aus dem Film bekannten Sets
gedreht wurde. Die Filmhandlung kann und muß an
dieser Stelle wohl nicht erläutert werden. Die
Handlung des Spiels dreht sich um Niobe und Ghost, die
im filmischen Vorbild nur Nebenrollen innehaben, hier
aber die Hauptfiguren sind. Idealerweise kennt man beide
Handlungen: Das Spiel wirkt ohne den Film-Background
etwas kryptisch und führt dafür manche Stränge
der Vorlage näher aus, wie beispielsweise den Angriff
auf das Kernkraftwerk.
Der Spieler steuert nun entweder Niobe oder Ghost
durch die Levels, sowohl in Ego-Perspektive als auch
in der Tomb-Raider-Ansicht. Abhängig davon, welche
Figur man wählt, spielen sich manche Abschnitte
unterschiedlich: Ghost gibt Niobe Feuerschutz, während
diese das Kernkraftwerk stürmt. Natürlich
beherrschen beide die beeindruckenden, der Schwerkraft
trotzenden, Kampftechniken, die uns im Film so faszinierten:
In einem "Fokus-Modus" können die Figuren
in einem Zeitlupen-Rahmen Kugeln ausweichen oder an
den Wänden entlanglaufen. Das sieht gut aus und
macht Laune, kann aber nicht beliebig verwendet werden:
Der Effekt kann nur sekundenweise angewandt werden,
bevor die Helden ihr "Zeitkonto" wieder auffüllen
müssen.
In den meisten Levels kämpft man sich mit Handkante
und Waffengewalt dem Ausgang entgegen oder klappert
verschiedene Punkte ab, die von den jeweiligen Missionen
vorgegeben werden: Gebäude einnehmen, Kollegen
retten, Telefon finden. Hin und wieder darf man in einer
Zwischensequenz andere Szenarien durchleben, so beispielsweise
die Verfolgungsjagd auf dem Highway, bei der man als
Niobe hinter dem Steuer sitzt und als Ghost auf die
gegnerischen Fahrzeuge schießt.
Nun sieht einiges sehr beeindruckend aus, insbesondere
das Vampirschloß, das mit seiner schmucken Graphik
eine Augenweide darstellt. Hin und wieder allerdings
wirkt die Optik unausgegoren, Ecken und Kanten machen
sich bemerkbar und die Texturen sind eher lieblos, so
z.B. in der deprimierend trüben Kanalisation. Die
schlampige Programmierung (wohl durch den Zeitdruck
der rechtzeitigen Veröffentlichung verursacht)
sorgt außerdem dafür, daß selbst auf
den flottesten PCs und mit niedrigster Detailstufe Ruckler
auftreten. Die Kämpfe sind fantastisch anzusehen,
während die Fahrerei eher langweilt.
Nichts desto trotz sind die festgestellten Mängel
wesentlich geringer als die Pluspunkte und so bietet
Enter the Matrix ein durchaus kurzweiliges und fesselndes
Vergnügen, es ist aber (sicher auch auf Grund der
hohen Erwartungshaltung) nicht der Überknaller
geworden, den man sich erhofft hat.
#christian
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