La famiglia (piccola)
21. Dezember 2005
Die erfolgreiche Mafia-Spieleserie „Grand Theft
Auto“ gibt ihr 3D-Debüt auf der tragbaren
Konsole: „Liberty City Stories“ für
Sonys PSP.
Toni Cipriani ist zurück: Nach einem Auftragsmord
musste der Mafioso untertauchen - nach etlichen
Jahren kehrt er wieder in seine Heimatstadt „Liberty
City“ zurück.
Dummerweise muss das einst geachtete Mitglied der „Familie“ wieder
ganz „unten“ anfangen – eine kleine
Wohnung und zwei Garderoben – Anzug und Freizeitgewand – müssen
für’s Erste reichen . . .
Das neueste Abenteuer der berühmt-berüchtigten
Gangsterserie spielt zeitlich gesehen vor dem dritten
Teil „GTA III“. Aber nicht nur die eingeschworene
GTA-Fangemeinde wird sich in „Liberty City Stories“ zurechtfinden – durch
die kontinuierliche Entwicklung der Geschichte werden
auch Quereinsteiger der Handlung folgen können.
Und so erledigt Toni fortan kleine und größere
Aufträge – diese reichen vom Verprügeln
zahlungsfauler Drogendealer bis hin zum Auftragsmord
an Mitgliedern einer Gang. Doch
dieser zweifelhaften Tätigkeiten nicht genug – da
Toni wenig von den öffentlichen Verkehrsmitteln
hält (sofern er sie nicht selbst steuert) und
Liberty City zu Fuß den genagelten Absätzen
gar nicht gut tun würde, bedient sich unser Protagonist
der fahrbaren Untersätze, die die Großstadt
bietet: Tür auf, Fahrer raus, Tür zu, losfahren.
Neben der Fortbewegung auf vier Rädern stehen
sogar Stunteinlagen auf Motocross-Maschinen bzw. gemütliche „Ausritte“ auf
Choppern zur Verfügung. Aber im Endeffekt geht
es nur darum, möglichst schnell von einem Ort
zum anderen zu gelangen. Speziell den Weg zu Tonis
Wohnung wird der Spieler innerhalb kürzester Zeit
blind kennen – denn nur dort kann der Spielstand
gespeichert werden.
Für erledigte Aufträge erhält der
Spieler eine Geldprämie. Um die Finanzen zusätzlich
aufzubessern, kann Toni aber auch „ehrbare“ Aufträge
aller Art annehmen. Sei es eine Taxifahrt – im
gestohlenen Fahrzeug wohlgemerkt – oder das Ausliefern
von Pizza – Herr Cipriani weiß: „Kleinvieh
macht auch Mist“. Vom verdienten Geld kann er
dann sein Waffenarsenal von Schusswaffen aller Art
bis hin zu Flammenwerfer oder sogar Motorsäge
erweitern.
Mörder wider Willen: Dass ein Mafioso aus dem
Weg geräumt wird oder sich ein Drogendealer eine
blutige Nase holt, kann der Spieler ja noch verschmerzen – dass
aber jeder Fußgänger (und davon gibt es
hunderte) in Lebensgefahr schwebt, sobald sich Toni
in ein Fahrzeug schwingt, das hält der kälteste
Killer nicht aus. Von der Wohnung bis zur „Zentrale“ kommen
unzählige Unschuldige unter die Räder – ob
es an der Steuerung oder an der fehlenden Verkehrserziehung
der Großstadtbewohner liegt – keine Ahnung.
Bemerkenswert ist jedenfalls, dass die Rettung ziemlich
rasch zur Stelle ist und sich um die Verletzten kümmert.
Und wenn die schon mal da ist: Eine Spritztour mit
dem Krankenwagen macht doch sicher auch Spaß,
oder?
Aber
zurück zur Realität – oder besser
gesagt: Bleiben wir bei der Realität. Dass Faszinierendste
- und gleichzeitig auch das Problematischste - an „Grand
Theft Auto“ ist definitiv der Grad des Realismus.
Riesige Stadtviertel, Echtzeit-Aktionen, verdammt
viel Straßenverkehr und das Gangster-Milieu
innerhalb der „famiglia“: Alles läuft
ab wie in einem perfekten Film - nur, dass der Spieler
die Handlung bestimmt . . .
Fazit: „GTA:LCS“ ist definitiv ein Leckerbissen
für
Action-Adventure-Freunde und ein Highlight auf der
PSP - durch die „echte“ 3D-Umgebung und
die relativ realistische Abwicklung gesetzeswidriger
Aufträge ist die Freigabe ab 16 Jahren aber auf alle
Fälle
gerechtfertigt.
#michael einböck
|