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| Steinstatuen bauen für Anfänger:
Mit dem Kopf der Medusa ein Kinderspiel. Bild:
SN/sony |
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Götter-dämmerung
15. Juli 2005
Sein Ruf eilte ihm be-reits voraus: Aber kann der
Action-Knaller "God Of War" für die
PS2 dem hohen Erwartungsdruck standhalten?
"God Of War": Internationale Kritiker
feiern es jetzt schon als das "beste Spiel des
Jahres". Als Meilenstein im Action-Genre, der
sich seinen Platz im Spiele-Olymp gesichert hat. Die
USK si"ht es etwas anders: In ihren Augen birgt der
Schocker rund um den düsteren Anti-Helden Kratos
ein hohes Maß an Gefährlichkeit. Deshalb
schaffte es "God Of War" in Deutschland
noch nicht einmal zum Verkauf. Hier zu Lande ist das
Spiel allerdings erlaubt (ab 18!) und eines vorweg:
Neid von Seiten unserer deutschen Nachbarn ist durchaus
nachvollziehbar.
Die Vergangenheit lässt ihn nicht zur Ruhe kommen:
Von den Göttern der griechischen Antike verstoßen
und von schrecklichen Albträumen geplagt stürzt
sich Kratos, einer der mächtigsten Krieger Spartas,
von einer Klippe in den Tod. Der Grund für seinen
Selbstmord wird geschickt an Hand einer Rückblende
erzählt . . . - und hier kommt ihr ins Spiel. Zwei
Wochen zuvor: Kratos sinnt auf Rache. Zehn Jahre lang
tötete
er im Namen des Kriegsgottes Ares Mütter und
Kinder. Im Blutrausch schlachtete er ganze Dörfer
ab. Als Ares Athen attackiert, begibt sich Anti-Held
Kratos auf einen blutigen Pfad, um den Kriegsgott zu
stoppen – eine hervorragende Möglichkeit
für den geächteten Schlächter, alte
Rechnungen zu begleichen und die Götter wieder
zu besänftigen. Die griechische Tragödie
nimmt ihren Lauf . . .
Die Welt der Toten und die Welt der Lebenden liegen
in der griechischen Mythologie beängstigend nahe
beieinander. Unzählige Monster wie Minotauren,
Zentauren, Sirenen und Gorgonen gilt es zurück
in den Hades zu schicken, bevor es zum finalen Aufeinandertreffen
mit Ares kommt.
"God Of War" schafft es tatsächlich,
den hohen Erwartungen gerecht zu werden und hebt sich
aus der Masse des Durchschnitts geradezu göttlich empor.
Ist man einmal in die atmosphärische Märchenwelt
abgetaucht, fällt eine Trennung von ihr unglaublich
schwer. Verantwortlich dafür sind die Spitzengrafik
und das spektakuläre Leveldesign: Pompös,
detailliert und wunderschön.
Die etwas hart ausgefallenen Zwischensequenzen sind
absolut filmreif und gehen nahtlos in das Spiel über.
So wird der Rachefeldzug zur ununterbrochenen Odyssee,
in der jedes noch so unbedeutende Detail eine wahre
Augenweide ist.
Schier unbegrenzte Möglichkeiten bietet das
umfangreiche Angriffspotenzial:
Durch eine Vielzahl an Tastenkombinationen kann man
kleinere Monster aufheben, sie einfach durch die Luft
schleudern oder mit riesigen Armbrüsten ins Jenseits
befördern. Um größere Gegner schneller
zu bezwingen, kann Kratos auf deren Rücken springen,
sie zu Boden ringen und zum Finishing-Move ansetzen – für
gewöhnlich wehren sich die Bestien erbittert
bis zu ihrem Ende.
Kratos Standardwaffen sind die "Klingen des Chaos",
zwei an seinen Körper gekettete Schwerter. Zusätzliche
Waffen erlangt man durch Ideenreichtum:
Reißt man beispielsweise einer Medusa im Kampf
den Kopf ab, kann man damit Feinde versteinern und
sie mit nur einem Schlag in tausend Stücke zertrümmern.
Aber "God Of War" ist nicht bloß einfältiges
Gemetzel. Neben kleineren Rätseln bietet das Gameplay
auch akrobatische Manöver á la Prince Of
Persia:
Klettern, Schwimmen und Balancieren erweisen sich als
ebenso wichtige Fähigkeiten wie das Beglücken
von Frauen und das Umstoßen von überdimensionalen
Statuen, um an höher gelegene Plattformen zu gelangen.
Zu den Highlights des Spiels zählen die dreiköpfige
Hydra und natürlich Ares, der überdimensional
groß inmitten der Trümmer Athens auf Euch
wartet.
Vom packenden Sound über die düstere Story
bis hin zur butterweichen Steuerung nahe der
Perfektion – die
Chancen für "God Of War", zum besten
Spiel des Jahres gekürt zu werden, stehen gut.
Für nachfolgende Spiele wird es nicht
leicht, denn die neu angehobene Messlatte wirft die
Frage
auf: Wenn die PS2 derartiges Potenzial in sich birgt,
warum wird es dann nicht öfter ausgeschöpft?
#stephan kliemstein
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