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| Heißes Pflaster London-Downtown
Bild: SN/SCEE |
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Gangs of London
29. Dezember 2002
Mit rekord-verdächtigem Budget von zehn Millionen
Euro für "The Getaway" will Sony neue
Mäßstäbe setzen.
Dreieinhalb Jahre hat sich Sony für die Entwicklung
von "The Getaway" Zeit gelassen, doch rechtzeitig
zur kalten Jahreszeit schickt sich jetzt das Spiel an,
GTA-Jünger abtrünnig zu machen und stundenlang
vor dem Bildschirm zu fesseln. "The Getaway"
präsentiert sich als ein Spiel der Superlative.
Die Entwickler vom Team Soho haben rund 40 Quadratkilometer
der Londoner Innenstadt originalgetreu digitalisiert,
es darf in 50 Fahrzeugen durch die Gegend gerast werden,
und die insgesamt einstündigen Zwischensequenzen
lassen den Spieler in eine Welt voller Mord, Bandenkriminalität
und Rassismus eintauchen.
Als Mark Hammonds Frau von den üblen Schergen
des Gangsterbosses Charlie Jolson getötet und noch
dazu sein Sohn entführt wird, bleibt Hammond nichts
anderes übrig, als die Forderungen Jolsons zu erfüllen,
um seinen Sohn zu retten. Da sich Verbrechen aber nicht
auszahlt, wird Jolson bald von den Triaden und der Polizei
gejagt und über kurz oder lang ist wirklich die
Hölle los in London. Darüber hinaus schlüpft
der Spieler im weiteren Spielverlauf in die Rolle von
Frank Carter, einem Cop, der wie besessen hinter Jolson
her ist. Die einzelnen Handlungsstränge laufen
nahtlos ineinander über und ergeben somit eine
filmreife Story, die in 24 Einzelmissionen erzählt
wird.
Ähnlich wie bei "Mafia" oder auch den
"GTA"-Teilen wechselt das Spielkonzept zwischen
Autorennen und Ballerspiel. Bei ersterem kommt es meistens
darauf an, unter Zeitdruck von Punkt A nach Punkt B
zu kommen und dabei der Polizei zu entgehen, die Hammond
in ihren Autos von der Straße bugsieren will oder
Straßensperren aufstellt.
Während der Ballermissionen übernimmt der
Computer grundsätzlich das Anvisieren der Gegner,
das jedoch auch manuell erfolgen kann. Freunde des hirnlosen
Drauflosballerns sind bei "The Getaway" jedoch
an der falschen Adresse. Nur mit einer gehörigen
Portion an Geduld können die Gegner ausgeschaltet
werden, indem sich Hammond bzw. Carter hinter Ecken
oder im Schatten verschanzen. Etwas eigenartig: Während
aller Missionen liegen keine Medipacks oder Ähnliches
herum. Stattdessen sammelt euer Charakter neue Kräfte,
indem er sich gegen eine Mauer lehnt.
Um das Filmfeeling noch besser rüberzubringen,
haben die Entwickler vollständig auf Bildschirmanzeigen
wie Energiestand, verbleibende Munition etc. verzichtet.
Obwohl dies anfangs etwas irritiert, gewöhnt man
sich allerdings schnell daran.
Leider weist "The Getaway" aber auch kleinere
Schwächen auf. So ist die Steuerung leicht gewöhnungsbedürftig,
während des gesamten Spiels stehen nur drei Waffen
zur Auswahl und die Kameraführung ist oftmals missraten.
Nichtsdestotrotz macht die erstklassige Kombination
aus Renn- und Ballerspiel mächtig Laune. Aber Vorsicht:
Eltern sei vom Kauf von "The Getaway" für
ihre Jüngsten abgeraten, da die Gewalt äußerst
realitätsnah dargestellt wird.
#chris
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