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| Da fliegt dir doch das Blech
weg . . . Bild:
SN/ea games |
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Burnout-Syndrom
21. Oktober 2005
Alle Verbote der Straßenverkehrs-ordnung
hat EA Games zur Kunst des Verschrottens erhoben: "Burnout
Revenge".
Da dachten wir als halbwegs Englisch-Gebildete zu
wissen, was unter "Burnout" zu verstehen
ist: Ein Zustand des komplett Ausgebrannt-Seins durch
beruflichen und sonstigen Stress. Der Schluss, dass
ein Videospiel namens "Burnout Revenge" mit
der Rache eines Ausgebrannten zu tun hat, dürfte
aber falsch sein. Vielmehr drängen sich brennende
Auspuffe und der Gestank von verbranntem Reifengummi
als Assoziationen auf.
Gut ist in "Burnout Revenge" alles, was
die Fahrschule verboten hat - Rücksichtslosigkeit,
Raserei, Geisterfahren, Missachten jeglicher Verkehrsregeln.
Kurzum, auf dem Weg ins Ziel sollte, egal in welchem
Modus, möglichst viel fremdes Blech geschrottet
werden. Und weil es um "Rache" geht, zählen
derbe Attacken umso mehr, wenn es sich um Revanchefouls
handelt.
Im dichten Verkehrsgewühl bei Geschwindigkeiten
jenseits der 200 km/h ist der Rachegegners dank Markierung
in Rot gerade noch auszumachen. Wer "Rot" sieht,
gerät aber auch in Gefahr, vor Rachegelüsten
blind zu werden und in eines der zahllosen Hindernisse
zu krachen. Für Abwechslung ist zum einen durch
verschiedene Strecken gesorgt, außerdem gibt
es diverse Modi, wie etwa ein Eliminator-Rennen, bei
dem alle 30 Sekunden der jeweils Letzte rausfliegt.
Besonders gelungene Stunts werden mit speziellen Trophäen
belohnt.
Spezialaufgaben warten bei "Traffic Attack" und "Crashbreaker",
wo nicht im Kreis gefahren wird, sondern in einer wohlvorbereiteten
Einzelattacke eine belebte Straße in ein blechernes
Schlachtfeld verwandelt werden soll. Gradmesser des
Erfolgs ist hierbei die angerichtete Schadenssumme.
Erfolge beim munteren Zerstören summieren sich
zu Punkten, die neue Rennen und noch bessere Autos
freischalten. Außerdem arbeitet sich der geübte "Burnouter" nach
und nach in der elfteiligen Hierarchie nach oben, von "Harmlos" über "Aggressiv" bis
hin zur "Elite".
Trotz hervorragender Sound- und Grafikeffekte - auf
die Dauer ist das Spielprinzip zu sehr auf das Zerstören
ausgerichtet. Der FRITZ-Tester verspürte nach
hunderten "Takedowns" und unzähligen
Racheaktionen zwar kein schlechtes Gewissen, wohl aber
schlich sich eine gewisse Langeweile ein. Womit letztlich
doch noch so etwas wie ein "Burnout-Syndrom" im
klassischen Sinn aufgetreten ist.
#gerhard öhlinger
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