Niemand bleibt zurück!
18. November 2005
Die Schrecken des Krieges: In „Brothers In Arms – Earned
In Blood“ für die PS2, Xbox und den PC erlebt
der Spieler den Ansturm auf die Normandie hautnah – basierend
auf einer wahren Geschichte.
„Brothers In Arms – Earned In Blood” (Ubisoft/Gearbox)
ist nach „BIA - Road To Hill 30“ bereits
der zweite Teil der erfolgreichen Ego-Shooter-Reihe,
rund um die schrecklichen Kriegsgeschehnisse des WWII – mit
dem Ausgangspunkt
"D-Day".
Angeblich basiert die Geschichte auf einer wahren
Begebenheit – zumindest
behaupten dies die Entwickler – und wird aus
der Sicht des jungen, rothaarigen Soldaten Joe "Red" Hartsock
(bekannt aus Teil 1) erzählt.
Sichtlich gezeichnet von den grauenhaften Ereignissen
des Krieges, erstattet „Red“ seinem Vorgesetzten
Bericht – in mehreren Rückblenden erlebt
der Spieler die letzten sieben Tage des Soldaten, beginnend
mit dem "D-Day".
Die umfangreiche Steuerung ist für Neueinsteiger
sicherlich nicht ganz leicht, sie wird jedoch anhand
einiger Übungsszenarien am Beginn des Spiels eingängig
erläutert.
Neben „Red“ befehligt der Spieler auch
noch eine ganze Reihe anderer Kameraden, denen er Kommandos
wie „Sperrfeuer“, „Positionswechsel“ und „Folgen“ erteilen
kann. Angesichts dieser großen Verantwortung
;-) heißt es auf dem Schlachtfeld Übersicht
und vor allem Ruhe zu bewahren. Vor dem großen „Brüdersterben“ bewahren
Euch verschiedene Kamerapositionen (z.B.
Vogelperspektive), die das überlebenswichtige
Flankieren ermöglichen.
Der Feind verschanzt sich zwar hinter Vorsprüngen
und Heuhaufen, agiert ansonsten aber eher einfältig.
Die Gegner-KI ist generell nicht wirklich atemberaubend.
Waffen, Uniformen, Gebäude und Spielverlauf wirken äußerst
realistisch – manchmal sogar einen Tick zu detailgetreu:
das eingeschränkte Blickfeld beim Zielen bereitete
mir oft große Schwierigkeiten und die Gefechte
waren deshalb gelegentlich etwas mühselig.
Ansonsten leben die 42 Missionen vor allem vom durchdachten
Kooperations-Modus, der viel Spaß bereitet. Manchmal
hat man sogar Mitleid mit Gefallenen ;-) Die verschiedenen
Zeitebenen des Spiels sind innovativ und mutig – dieses
Prinzip hat mir sehr gut gefallen.
Durch die Rückblenden erinnert der Shooter nämlich
stark an „Saving Private Ryan“ und „Band
Of Brothers“. Er wirkt dadurch selbst wie ein
Film. Ob die, für den Spielesektor eher unkonventionelle
Erzählform, massentauglich ist, sei dahingestellt.
Während andere Spiele relativ rasch in die Vollen
gehen, hat BIA leichte Anlaufschwierigkeiten. Packende
Stimmung kommt jedoch spätestens nach den ersten
erfolgreich abgeschlossenen Einsätzen auf.
„BIA-Earned In Blood“ erhielt zwar von der
USK (berechtigterweise) ein Freigabeverbot an Jugendliche
(unter 18), insgesamt präsentiert sich das Game
aber – gemessen an anderen Ego-Shootern – relativ „harmlos“.
Fazit: Wer 18 Jahre alt und schon ein echter Veteran
ist, sollte hier zugreifen (Eure Kameraden vertrauen
schließlich darauf!) – ansonsten rate
ich, zuerst Klassiker wie „Medal Of Honour“ & Co.
auszutesten.
#stephan kliemstein
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