Tapfere Würmer
21. April 2006
Mit "Worms Open Warfare" bringt Team
17 die kultigen Kampfwürmer im Originalstil auf
das Nintendo DS.
Beim Spieleentwickler Team 17 aus England "wurlt"
es derzeit – neben der aktuellen Umsetzung des bekannten
Action-Denkspiels "Lemmings" (hier
geht’s
zum Review) kümmern sich die Burschen und Mädels
aus West Yorkshire auch um die "Worms",
ein Rudel wild gewordener Regenwürmer mit High-Tech-Waffen
und einer ordentlichen Portion Witz.
Anfang der 90er-Jahre überschwemmte das Spielkonzept
der kriegsführenden Regenwurmtruppen nahezu alle
Plattformen mit einem gleichermaßen einfachen
wie auch spaßigen Spielprinzip – frei nach
dem Ur-Arcade-Spiel "Battle", bei dem die Spieler abwechselnd
versuchen, unter Einbezug von Windrichtung, Entfernung,
Gelände und Schwerkraft einen gegnerischen Panzer
zu treffen, bekriegen sich bei "Worms" Truppen
von waffenstarrenden Regenwürmern.
Dabei können die Videospiel-Kriecher aber
im Gegensatz zu ihrem wehrlosen heimischen Verwandten
- dem Lumbricus terrestris oder auch Gemeinen Regenwurms
- auf ein Arsenal an High-Tech-Waffen zugreifen, welches
das U.S. Marine Corps wie einen Partnerverein des Fähnlein
Fieselschweifs aussehen lässt. Neben Standardgerät
wie Bazooka oder Schrotflinte kommen im Wurmkrieg auch
Bananenbomben und sogar explodierende Schafe zum Einsatz.
Verschiedene Hilfsmittel wie Jetpack, Teleporter oder
tragbare Stahlträger erweisen sich ebenfalls
als durchaus nützlich.
Nach einem "Ausrutscher" in die dritte
Dimension ("Worms 3D") besinnt sich Team
17 bei "Worms Open Warfare" für Nintendo
DS und Sony PSP wieder auf die klassische - und dafür
grafisch eher zweckmäßige - 2D-Ansicht.
Einzig die Hintergrundbilder sind im Gegensatz zu den
Vorgängern bunter und peppiger ausgefallen.
Nintendo-Besitzer haben’s gut: Während
PSP-Wurmfreunde ihre Auswahl über die Tasten übernehmen
müssen, werden auf dem unteren DS-Bildschirm
nicht nur die Waffen per Stift angewählt - auf
einer Mini-Karte behält der Spieler auch den Überblick über
das gesamte Gelände. Trostpflaster: Die PSP-Version
präsentiert sich optisch in etwas schickerer Aufmachung …
Rekrutentraining: Ein umfangreiches und gut gemachtes
Tutorial macht aus Worms-Neulingen in kürzester
Zeit gefinkelte Strategen, die in den zahlreichen Einzelspielergefechten
ihre Taktiken unter Beweis stellen können.
Wie die Würmer bei Regen kommt der wahre Spielspaß aber
erst in den Mehrspielerduellen ans Tageslicht - per
WLAN können dabei bis zu vier Freunde gegeneinander
antreten. Aber auch ohne zusätzliche Handheld-Besitzer
muss nicht auf Multiplayer-Wurmduelle verzichtet werden:
Im so genannten Hot-Seat-Mode wechseln sich - dank
des rundenbasierten Spielprinzips – die Spieler
einfach ab.
Fazit: Mit "Worms Open Warfare" für
die aktuellen tragbaren Konsolen steht nun auch dem
kurzweiligen Wurmkrieg unterwegs nichts mehr im Wege.
Das Manko eines relativ kleinen Spielausschnitts wird
auf dem Nintendo DS durch die gelungene – wenn
auch logische - Einbindung des Stylus wettgemacht.
Ansonsten gibt’s eigentlich nix zu bemängeln
- "Worms" überzeugt seit jeher durch
sein einfaches und doch packendes Spielprinzip, daran
wird sich so schnell auch nichts ändern …
#michael einböck
|