Feuerspucker
25. Dezember 2005
Klein, lila, feurig: der niedliche Babydrache Spyro
lässt bei seinem ersten Abenteuer auf dem Nintendo
DS ordentlich die Funken fliegen.
Drachen gelten seit Jahrhunderten als furcht-einflößende,
sagenhafte Kreaturen mit schuppiger Haut, enormer Flügelspannweite
und extrem heißem Atem. Vor allem das Mittelalter
mit seinen vielen Mythen trug dazu bei, dass die Legende
der Flugechsen bis in die heutige Zeit überdauerte – sowohl
in Computerspielen, als auch auf der Leinwand sorgen
die Fabelwesen immer noch für den ein oder anderen
Spannungsbogen: Harry Potter bekommt es beispielsweise
in seinem aktuellen Kinoabenteuer („Harry Potter
und der
Feuerkelch“) mit einen ausgewachsenen rumänischen
Feuerspeier zu tun.
Der kleine Babydrache Spyro hat hingegen nur sehr
wenig mit seinen älteren Artgenossen gemein. Seine
Fähigkeiten setzt er ausschließlich im Kampf
gegen das Böse ein, er selbst wirkt viel eher
süß als monströs.
Jump-'n'-Run-Fans kennen den lilafarbenen
und liebenswerten Spyro bereits von diversen Konsolen,
auf denen er haarsträubende und lustige Herausforderungen
bewältigen musste. Nun sorgt Sierras Vorzeigereptil
erstmals auch auf dem Nintendo DS für Spaß,
Stichflammen und verkohlte Schafe.
Fremdwort: Freizeit. Müde und ausgelaugt vom
ewigen Kampf gegen fiese Bösewichte gönnt
sich Spyro – verdientermaßen – ein
paar entspannende Urlaubstage auf einer Insel. Doch
die Erholungsphase ist nur von kurzer Dauer. Ein schrecklicher
Sturm zieht auf und verschlingt die Drachen-Ältersten;
auch Spyros Freunde sind wie vom Erdboden verschluckt.
Das neueste Abenteuer, „Spyro: Shadow Legacy“,
führt den beliebten Nachwuchs-Drachen in die dunkelsten
und abgelegensten Winkel der Schattenwelt und schon
bald muss er erkennen: die normale Welt und die der
Schatten liegen sehr dicht beieinander.
„Spyro: Shadow Legacy“ besticht, wie bereits
seine Vorgänger auch, durch liebvoll programmierte
Fantasiewelten, voll von skurrilen Charakteren und
schönen Landschaften – vor allem aber die
Jüngeren werden von dem niedlichen Babydrachen
hellauf begeistert sein.
Während Optik und Design an frühere Titel
erinnern, hat sich bezüglich des Gameplays einiges
verändert: das Spiel präsentiert sich jetzt
als gewagte Mischung aus Jump´n´Run und
(etwas veraltetem) RPG.
Grundsätzlich funktioniert das Konzept, auch wenn
sich die Vogelperspektive nicht immer als vorteilhaft
erweist. Selbst über kleinere Fehler (z.B.
springt man öfters durch Plattformen ins Leere)
kann, angesichts der Detail-verliebten Levels, hinweggeblickt
werden.
Was jedoch stört, ist der Touchscreen-Modus – beziehungsweise
der fast nicht vorhandene TS-Modus. Wie so oft bei
Nintendo DS-Spielen, kommt der kleine graue Stift auch
bei „Spyro: Shadow Legacy“ viel zu selten
zum Einsatz. Die
Folge: das Game könnte – abgesehen von vereinzelten
TS-Alibi-Funktionen – ohne weiteres auch auf
dem GBA stattfinden. Warum die Entwickler das enorme
Potential des Nintendo DS nicht mehr ausschöpfen
bleibt rätselhaft.
Fazit: Alles in allem erweist sich „Spyro: Shadow
Legacy“ im Test als feuerfest. Obwohl es nicht
unbedingt zu den besten Spielen auf dem Nintendo DS
zählt, ist es dennoch ein netter Zeitvertreib
für junge Zocker.
#stephan kliemstein
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