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Funny Bunny
28. Mai 2005
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| Angepasste Partytiger: US-Rock-Band
Weezer Bild:
SN/universal |
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Die US-Amerikanische Band Weezer geht auf ihrem
neuen Album „Make Believe“ mit der Konsum-
und Spaß- gesellschaft konform.
In einer Zeit, in der scheinbar jeder alles hat,
fällt es schwer, sich aufzulehnen. Die Jugend
rebelliert nicht mehr. Nicht nur mit Mami und Papi
ist Harmonie angesagt. Auch den Grausamkeiten des „Systems“ hat
man nichts mehr entgegenzusetzen. Der Gleichgültigkeit
ihrer Rezipienten angepasst, feiert die US-College-Rock-Band
Weezer auf ihrem dieser Tage bei Universal erschienenen
fünften Album, „Make Believe“, den
Turbokapitalismus.
Im Video zur Single „Beverly
Hills“ („Beverly Hills- that’s where
I want to be! Beverly Hills- rolling like a celebrity!“),
gefällt
sich die Band auf dem Anwesen des Playboy-Gründers
Hugh Hefner und dessen immer willigen Bunnys. Hier,
in jener von MTV und VIVA erzeugten und von Weezer
mitgetragenen, unwirklichen Wirklichkeit, in der man
gern für immer jung und Paris Hilton wäre,
ist die Welt noch in Ordnung, so lange die Ärsche
wackeln und die Luxuskarren rollen.
Unter der Regie des Produzenten Rick Rubin, dem die
Welt nicht zuletzt den Sound des späten Johnny
Cash verdankt, haben Weezer jetzt bei besonderer Berücksichtigung
des Beliebigen und Belanglosen nicht nur nichts zu
erzählen. Nichts wie: „This is such a pity.
We should give all our love to each other!!“ Sie
haben unter Beimengung illegaler Substanzen auch reichlich
Spaß am zum modernen Musikantenstadl umfunktionierten
Uni-Campus: „We are all on drugs, yeah. Never
getting enough. We are all on drugs, yeah.
Give me some of that stuff!“ Party, bis die Birne
weich ist!
Anfang der 90er Jahre im Fahrtwasser des Post-Grunge
gegründet, wurden Weezer mit der Single „Buddy
Holly“ schlagartig berühmt. Dank Dauerrotation
der den Hörer niemals überfordernden Mitsingsongs
im damals noch englischsprachigen Musikfernsehen wurden
aus Sänger Rivers Cuomo und dessen fidelen Freizeitmusikanten
bald millionenschwere Marktgrößen. Von den
fragmentarischen Partyhadern des ersten Albums über
den Flop des fix als Bestseller gehandelten Nachfolgers „Pinkerton“ bis
hin zum rockistischen Bombast-Geschrammel von „Maladroit“ aus
2002 war die inhaltliche Wertschöpfung dabei aber
stets gering. Ein zweifelhaftes Erfolgsgeheimnis in
Zeiten der Spaßgesellschaf.
#andreas rauschal
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