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Ehrlichkeit siegt
24. April 2004
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| Ehrliche Gitarrenmusik zwischen
hoffnungsvollem Lächeln und Melancholie: Tomte.
Bild: SN/GhvC |
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Das hanseatische Quartett Tomte wird heute, Samstag,
im Rockhouse zeigen, wie man sich melancholisch und
trotzdem als Sieger fühlen kann.
Laut zu schreien, um dafür zu danken, dass man
da sein ist. Die Idee hinter dem Tomte-Song "Schreit
den Namen meiner Mutter" ist ebenso grundehrlich
wie bezaubernd.
Zwei Attribute, die sich darüber hinaus exakt
auf die vier Hamburger und deren aktuelles Album "Hinter
all diesen Fenstern" (GhvC/Wohnzimmer) ummünzen
lassen. Mit ihren direkten und eingängigen Songs
in der erweiterten Tradition der "Hamburger Schule"
(Tocotronic, Blumfeld, Sterne, etc.) werden Tomte heute
Abend im Rockhouse auf so manche Tränendrüse
drücken, aber auch zufrieden grinsen.
Ende der 80er unter dem wenig vorteilhaften Namen "Warpigs"
gegründet, startete die Band bald eine Entwicklung,
die schließlich 2003 in ihrer bislang ausgereiftesten
Platte "Hinter all diesen Fenstern" mündete.
Davor: "Du weißt, was ich meine" (1998)
und "Eine sonnige Nacht" (2000). Beides noch
ohne Gitarrist Dennis Becker, der Tomte seit "Hinter
all diesen Fenstern" zu einem weitaus dichteren
Sound verhilft.
Erschienen ist "Hinter all diesen Fenstern"
auf "Grand Hotel van Cleef", der Plattenfirma,
die Sänger/Gitarrist Thees Uhlmann gemeinsam mit
zwei Freunden aus der Hamburger Musikszene betreibt.
Seit geraumer Zeit macht der Mini - Betrieb mit erstaunlichen
Veröffentlichungen auf dem Gitarrensektor aufmerksam.
Death cab for cutie, Marr, Kettcar oder Olli Schulz
gehören unter anderem zu den Schützlingen
des "Grand Hotels". Und, natürlich: Tomte,
die sich ihren Namen übrigens bei Astrid Lindgrens
"Tomte Tummetott" ausgeborgt haben.
Dabei ist der Name wohl das einzig sinnentleerte, das
im Tomte - Universum existiert. Uhlmann singt vom Scheitern
als Chance, verpackt in Geschichten mit fast literarischem
Anspruch, die im Melodram "Leben" spielen.
Geschichten, die so "nah dran" sind, dass
sie einerseits gebrochene Herzen trösten und gleichzeitig
für beste Stimmung auf dem Tanzboden sorgen können.
Gestrickt aus wenigen Akkorden, dichten Gitarren und
teils hymnischen Melodien. Das Rad neu erfinden - nicht
nötig.
Mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit als Trumpfkarte
spielt das Quartett seine Lieder, denn das ist es wohl,
was sie wollen: Songs zu singen aus dem wirklichen Leben.
Frei nach Karl Farkas: "Schau'n sie sich das -
heute im Rockhouse - an."
#tobias pötzelsberger
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