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Redelehre
7. Oktober 2005
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| .sPout kämpft bis heute
mit einem "Limp Bizkit"-Vergleich
Bild: SN/.spout |
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Die Crossover-Metal-Band ".sPout" aus
Graz versucht mit ihrem aktuellen Album, das Image einer
"Limp Bizkit"-Coverband abzulegen.
Einige bei Musik-Magazinen angestellten Redakteure
begehen just denselben Fehler: Sie nennen ".sPout"
entweder eine reine "Limp Bizkit"-Coverband
oder reduzieren sie nur auf Sänger Stefan Unterweger`s
Stimme, die der von Fred Durst (Sänger von "Limp
Bizkit", Anm.) immens ähnelt. Im Gegensatz
zu eben genanntem könne Unterweger aber "rappen,
singen und schreien", während Fred "nur
rappen und das leise (für ihn dann singen) oder
laut (für ihn dann schreien) kann", wie ".sPout"
in einem Interview anmerken.
Das 1997 in Graz gegründete und im Bereich des
Crossover-Metal angesiedelte Sextett führt auf
ihrem aktuellen, offiziell dritten Album "we brake
for nobody" den konventionellen ".sPout"-Sound
weiter - allerdings auf einer etwas reiferen bzw. höheren
Ebene: Die wie eine meterhohe Meereswelle auf einen
zukommenden Gitarren-Akkorde sind schon mal zielsicher
verstärkt mit einem viele alltägliche Probleme
(Stichwort Liebe) in Angriff nehmendem Parlando. Dessen
Inbrunst verwirklichender Ausführer in Gestalt
des Sängers Stefan Unterweger "räume
in dem Lied Drift' mit vergangenen Beziehungen"
auf. Trotzdem ist das Lied kein Liebeslied, wie man
bei folgender Text-Passage vielleicht antizipieren könnte,
sondern soll verschiedenartig gedeutet werden: "I
was so busy with myself, now I drift away, away from
you, . . . now I can`t find a way , a way back to you"
.
Dieses Lied muß wohl als Stereotyp für das
ganze Album herhalten, zumindest was den Bereich der
Rhetorik betrifft. Schließlich bedeutet der Name
".sPout" zu deutsch "große Reden
halten" - und das stammt nicht von irgendwo. Warum
die Band der deutschen Sprache (noch) nicht verfallen
ist, erklärt Aaron Schüssler, Gitarrist und
zweiter Sänger: "Der deutschsprachige Raum
ist einfach uninteressant" und "wir wollen
auch, dass unsere Musik in Japan und England verstanden
wird, denn dort verkaufen wir auch die meisten Alben".
Ein Luxus also, mit dem Aaron zu Beginn, als er alleine
in seiner Wohnung - nur unterstützt mit Computer
-, die ersten Versionen der .sPout-Lieder aufzeichnete,
wohl eher nicht gerechnet hatte. Auch mit ihrem eigenem
Label, "ruff.tunes records", fahre man erfolgreich
und durch den Umstand, dass EDEL Records als Vertrieb
herhalten muss, ist es der Band auch möglich, in
"einer Schachtel mit SlipKnot, Machine Head, Fear
Factory (usw.) an große Plattenläden ausgeliefert
zu werden. So ist ein Kauf des neuen Opus` "we
brake for nobody" keine schwere, mit anstrengender
Internet-Recherche verbundene Aufgabe. Was wiederum
viele Konsumenten dazu auffordern sollte, das Album
zu kaufen - oder es zumindest anzuhören . . .
#johannes rausch
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