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Arktische Härte
5. November 2004
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| Aus dem Norden in s heimische
Rockhouse: Sonata Arctica. Bild:
SN/rockhouse |
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Vor Kurzem besuchte die Power/Melodic-Metal-Band
"Sonata Arctica" das Rockhouse. FRITZ traf
die Finnen vor der Show.
Von der Qualität ihres derzeitigen Studiowerkes
hat sich FRITZ schon überzeugt. Doch ist die Band
vorallem für ihre grandiosen Shows auf der ganzen
Welt bekannt. Das Publikum spielt dabei angeblich als
Musiker mit. Instrumente sind die Stimmen und Hände
jedes Besuchers. Doch wie ist es, selbst einmal dabei
zu sein? Und wie sind die Jungs sonst so, mal abgesehen
von ihrer Musik?
Eigentlich wollte Sänger Tony Kakko ja eine Runde
durch die Salzburger Altstadt joggen, aber durch die
stressige Tour ist er zu erschöpft dazu. Das ist
wohl verständlich, bei einer Europarunde mit 25
Auftritten in nur einem Monat. "Back to the roots
we never had.", so beschreibt er ihr neues Album.
Oder sollte ich sagen seines? Denn Tony schreibt alle
Lieder. Jede Zeile, jede Note. Doch alle Anderen haben
natürlich ein Vetorecht, simpel gesagt stört
es ihn nicht, wenn er zu hören bekommt: "That's
bullshit!".
Mit einem bisher unbekannten Intro wurde richtig Spannung
erzeugt, dann kamen sie auf die Bühne. Mit einem
Song ihrer neuen Scheibe donnerten sie gleich ordentlich
los. Die Fans waren noch nicht alle so überzeugt.
Vielleicht lag es daran, dass sie "Reckoning Night"
noch nicht so richtig intus hatten, oder auch daran,
dass das Rockhouse nicht wirklich voll war. Doch die
Stimmung besserte sich spätestens beim dritte Lied
auf der Setliste, das berüchtigte "Kingdom
for a Heart". Von nun an war jeder dabei. Und somit
retteten sie vorerst den Abend.
Ihre eigenen Lieder hören sie nicht, denn von
denen haben sie einfach mal genug. "Wir hören
sie ja vier Monate im Studio beim Aufnehmen und Bearbeiten",
erzählt uns Tony. Trotzdem haben sie ihre Lieblinge,
White Pearl, Black Oceans zum Beispiel. Erlebnisse mit
Groupies? "Logischerweise" haben sie welche,
aber da sie im Moment alle vergeben sind läuft
da nichts mehr. Henrik hatte bei der vergangenen Tour
ein paar Vorfälle, überhaupt war bei der letzten
Tour bandintern die Stimmung nicht sehr positiv. Manche
feierten da schon ein bisschen zu oft bis spät
in die Nacht . . .
Der Abend war schon vorangeschritten als Sonata die
Hälfte ihre Auftrittes erreicht hatten. Bis jetzt
lief alles gut, der Sänger war aufgrund der Technik
ein bisschen schwer zu verstehen. Aber das störte
nicht weiter, da die Besucher sowieso die meisten Songs
auswendig konnten. Ein, zwei Lieder hätten sicher
eine besser Alternative gefunden, doch auch das hielten
die Fans klaglos durch. Geredet wurde nicht viel. An
einen kurzen Kommentar kann ich mich noch entsinnen,
irgendwas mit München, nicht so gut, und Deutschland.
Ich habe daraus geschlossen das sie wohl nicht immer
so richtig Lust haben zu spielen.
Empörte Blicke gibt es bei den Fragen nach Filesharing
und "Letter to Dana". Das Erstere wird strikt
abgelehnt. Auch als eine Studie vorgelegt wird die zeigt,
dass die Behauptung der Labels von wegen das Internet
wäre schuld an allen Verlusten, so nicht stimmt.
Auf alle Fälle wird weitergemacht, solange sie
von ihrem Job leben können. Auf die zweite Frage
bekomme ich folgende Erklärung: Dana ist ein schöner
Name, aus der Serie Akte-X, aber dennoch total langweilig
und nichts für Konzerte.
Langeweile war bei keinem der Besucher mehr zu sehen
als sich der Gig zu Ende neigte. Intressant waren die
Einlagen in Form des "Wodkasongs" und eines
zweiten seltsamen Stückes (vielleicht die finnische
Hymne?). In großer Begeisterung wurden beim Abklingen
des letzten Tones durch Rufe und Geklatsche Zugaben
gefordert. Doch trotz des zähen Durchhaltens wurden
die Mühen nicht belohnt. Die Entäuschung war
in den Augen jedes Einzelnen zu sehen. Trotz der - hoffentlich
nur momentanen - Lustlosigkeit der Band auf Zugaben
war es ein gelungenes Konzert. So gute Songs kann man
fast nicht schlecht rüberbringen.
#manfred jansky
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