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Schwedenbomben
24. Februar 2005
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| Soilwork-Sänger Bjorn im FRITZ-Interview. Bild:
SN/soilwork |
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FRITZ hat mit Schwedens heißestem Melodic-Metal-Export "Soilwork" über satanische Verse, das aktuelle Album und Karaoke geplaudet.
Schwedens heißester Metal-Export der härteren Art heißt Soilwork. Mit neuem Lineup waren sie bis vor kurzem auf Tour, um endgültig auf der ganzen Welt ihren berühmt-berüchtigten Ruhm zu festigen. Am 28. Februar erscheint nun das neue Album „Stabbing the Drama“. Da wollten wir uns natürlich nicht die Chance entgehen lassen, um mit Soilwork schon vorab darüber zu plaudern.
FRITZ: Kannst du dich an irgendein Konzert in Österreich erinnern?
Bjorn: Ja klar, im Planet Music in Wien und im Rockhouse in Salzburg. Ich glaub auf unseren letzten Headliner-Tour in Europa waren die zwei Shows wohl die besten.
FRITZ: Könntest du mir bitte das neue Album mit nur einem Satz erklären?
Bjorn: Sehr intensiver Melodic Metal.
FRITZ: Wieso habt ihr "Stabbing the Drama" als Titellied des Albums genommen?
Bjorn: Das Album hat als erstes einen Namen bekommen, danach haben wir das Lied, das am besten dazu gepasst hat, auch so genannt.
FRITZ: Wie seid ihr zu eurem neuen Cover gekommen?
Bjorn: Eigentlich haben wir zuerst mit einem Künstler gearbeitet, der ein eher abstraktes und verschwommenes Cover gestaltet hatte. Aber nach einer Weile haben wir begriffen, dass ein direkteres Motiv besser zum Album passen würde. Der Gitarrist von Mnemic hatte dann einen Vorschlag und wir waren sofort begeistert, weil es so simpel aber dennoch so Aussage kräftig war. Es ist wirklich spitze.
FRITZ: Hast du wirklich drüber nachgedacht satanische Verse auf eurem neuen Album zu verstecken?
Bjorn: Satanische Verse? *lacht* Das ist wohl die verrückteste Frage, die ich bis jetzt gestellt bekommen habe. Gratulation! Eigentlich nicht, normal schreib ich meine Texte über soziale und realistische Dinge und ich befasse mich nicht wirklich mit religiösen oder politischen Themen. Vielleicht überleg' ich es mir aber auch noch . . . *beide lachen*
FRITZ: Wie war die Arbeit mit Dirk Verbeuren am Schlagzeug? Wird er ein fixes Mitglied von Soilwork werden?
Bjorn: Als unser früherer Schlagzeuger uns verlassen hat haben wir Dirk für die Europa-Tour eingestellt und alles lief super. Speziell unser persönliches Verhältnis war fantastisch. Also wollten wir natürlich, dass er das Album mit uns aufnimmt und das klappte sehr gut. Er brachte eine herausragende Leistung und wir wollen ihn weiter bei uns haben. Aber er gilt immer noch als "Aushilfsmann", da er ja eine eigene Band namens Scarve hat. Die touren auch wie wir, also müssen wir eine Lösung dafür finden. Denn keiner haut in die Eisen wie er.
FRITZ: Wie hat sich eure Musik auf der neuen Scheibe weiterentwickelt?
Bjorn: Auf der letzen Veröffentlichung haben wir uns vielleicht ein bisschen zu sehr auf die melodischen Parts konzentriert und verloren ein bisschen an Intensität. Also gibt es am neuen Album wieder mehr davon. Auch wurden wir sehr von den Liveauftritten inspirieren lassen. Das neue Album klingt eigentlich fast wie live, nur das Publikum fehlt. Die Musik ist vollkommen im Vordergrund. Ohne unnötigen Schnickschnack.
FRITZ: Was ist dein Lieblingslied auf dem neuen Album und warum?
Bjorn: Das ist verdammt hart zu beantworten, da ich fast jedes Stück nehmen könnte. Das ganze Album ist durchgängig gut. Jedoch sticht das Titellied heraus und ich find es wirklich sehr gut.
FRITZ: Wie würdest du die Entwicklung eurer Musik vom ersten Album bis zum aktuellen Silberling beschreiben?
Bjorn: Ich schätze es gibt große Unterschiede zwischen dem ersten Album und dem jetzigen. Aber der Soilwork-Sound war meiner Meinung nach immer schon da. Wir hatten immer diesen Drang, unseren eigenen Stil zu entwickeln und jetzt glaube ich ist uns das gelungen. Wir haben alle ganz verschiedene Ansätze, aber wir teilen alle die selbe Vision. Außerdem haben wir über die Jahre viel experimentiert und oft unsere eigenen Grenzen gebrochen.
FRITZ: Wird es in Zukunft weitere Zusammenarbeiten mit "In Flames" geben wie zum Beispiel bei den Videos "Rejection Role" und "Trigger"?
Bjorn: Nein. Wir haben mit ihnen viel getourt und sogar ein gemeinsames Video gedreht, ich glaube, das reicht erst mal.
FRITZ: Sind irgend welche anderen Zusammenarbeiten geplant?
Bjorn: Nicht wirklich. Aber ich habe ein Nebenprojekt mit dem Schlagzeuger von "Blind Guardian" am Laufen.
FRITZ: Wer schreibt eure Lieder?
Bjorn: Großteils Peter, unser Gitarrist, aber auch Sven und Ola. Sie kombinieren all ihre Ideen und am Schluss entsteht unser Sound.
FRITZ: Also hast du selbst nichts geschrieben?
Bjorn: Na gut, ich habe ein paar Riffs hier und da entworfen aber normalerweise enden die in den Bonus Tracks, daher . . . *schmunzelt*
FRITZ: Hast du irgend welche schlechten Angewohnheiten?
Bjorn: Na ja, oft geniesse ich den schwedischen Snus Tabak.
FRITZ: . . . und irgendwelche guten?
Bjorn: Nuuuuun . . .
FRITZ: Gute Musik zu schreiben?
Bjorn: Ich hoff's! *lacht*
FRITZ: Hast du versteckte Leidenschaften, die keiner wissen darf? So was wie Briefmarken sammeln oder puzzeln?
Bjorn: Ich singe regelmäßig Karaoke, aber bitte sag’s ja keinem weiter.
FRITZ: Was würdest du mit einer Million Dollar tun?
Bjorn: Das ist ziemlich schwierig. Ich würde vermutlich eine Menge CDs und Klamotten kaufen. Manche Labels haben so einen Gesamtkatalog mit allen Releases aus ihrem Haus. Wenn ich so etwas durchgrase würde ich am Schluss einen Haufen an CDs kaufen.
FRITZ: Welche Bands oder Musiker hörst du in deiner Freizeit?
Bjorn: Devin Townsend, Klassiker wie AC/DC, Mnemic, Marduk und auch manchmal ABBA. Eben eine richtig verrückte Mischung.
FRITZ: Gibt es irgend etwas, wegen dem du Soilwork verlassen würdest?
Bjorn: Wenn ich keinen Spaß mehr hätte würde ich die Band verlassen. Aber wie es jetzt ausschaut, haben wir so ziemlich immer einen höllischen Spaß.
FRITZ: Was war das Beste, das dir durch Soilwork passiert ist?
Bjorn: Ich denke das ist das Gefühl, wenn man nach Japan fährt und dort ein echter Rockstar ist. Aber wer ist wirklich ein Rockstar? Wenn du in Japan bist, glaubst du einer zu sein, aber in einem beschissenen Tourbus irgendwo in Amerika fühlst du dich nicht wirklich wie einer.
FRITZ: Was war das Lustigste, das dir auf einer Tour zugestoßen ist?
Bjorn: Bei einem Auftritt in England hab' ich meine Hosen verloren. Ich musste sie mit einem Klebeband festkleben, weil ich alle meine Knöpfe verloren hatte. Na gut: zumindest war es für mich lustig… *lacht*
FRITZ: Mit welchen anderen Musikern auf der Welt würdest du gerne arbeiten?
Bjorn: Tevin Townsend, Rob Halford, Seal und Randy Castillo - wenn er noch am Leben wäre.
FRITZ: Habt ihr vor, noch weitere Shows nach der US-Tour zu machen?
Bjorn: Wir werden viele Festivals besuchen, weil es einfach großartig ist, Openair aufzutreten. Im Herbst gibt’s dann 'ne richtige Tour durch Europa.
FRITZ: Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Bjorn: So viel wie möglich auf Tour zu sein und Leute mit unserer Musik zu erreichen, die wir bisher noch nicht erwischt haben. Auch würden wir gerne nach Südamerika oder China. Ich weiß, dass wir dort Fans haben.
FRITZ: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Veröffentlichung des neuen Albums.
Bjorn: Dir auch vielen Dank!
#manfred jansky
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