| Soundtrack zur Apokalypse
6. Februar 2004
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| Die US-Band Slayer provoziert des öfteren mit Nazi-Symbolen
Bild: SN/universal | |  |  |
Die kalifornischen "Thrash-Könige" Slayer ziehen
mit zwei Special-Edition-Box-Sets Bilanz über ihre 20-jährige Karriere. In
Sachen harter Sounds bleiben Slayer unerreicht. Als ungekrönte Könige
des Thrash Metal lieferten sie Genre-Klassiker wie "Reign in Blood"
oder "Seasons In The Abyss" ab. Als Produzent fungierte des öfteren
der geniale Rick Rubin (Johnny Cash etc.). Umstritten waren von Anfang an einige
Texte der Amerikaner, die sich mit Tod, Hölle und Krieg beschäftigen.
Mit dem Box-Set "Soundtrack To The Apocalypse" (Universal) ziehen Slayer
Bilanz über die ersten 20 Jahre der Gruppe. Die Werkschau gibt es in
zwei Versionen. Die Ausgabe mit vier Scheiben enthält zwei Best-Of-Alben,
eine Disc mit Raritäten und eine Live-DVD. Die Deluxe-Fassung ("Ammo-Box")
wartet außerdem mit einem Mitschnitt eines kompletten Konzertes aus dem
Jahr 2002 in Anaheim (Kalifornien) auf. Außerdem wurden ein Backstage-Pass,
ein Booklet, eine Fahne und ein "Blood Pack" (CD-Hülle mit blutfarbener
Flüssigkeit) dazugesteckt.
Der Rückblick bietet tatsächlich die wichtigsten
Songs seit dem bahnbrechenden "Reign In Blood"-Album,
mit dem Slayer neue Geschwindigkeitsrekorde gebrochen
haben. Gitarrist Jeff Hanneman meint: "Manchmal,
wenn wir auf der Bühne stehen, dann spielen wir
so schnell, dass ich das Gefühl habe, wenn Tom
(Araya, Vocals) nicht zwischen den Songs sprechen würde,
das Konzert in etwa drei Minuten vorbei wäre."
Von
jedem Album wurden drei bis fünf Songs für die "Best Of"-Scheiben
ausgewählt. Da sie ersten beiden Longplayer noch bei einer anderen Plattenfirma
erschienen waren, gibt es zu diesen keine Hörbeispiele. Dieser Karriereabschnitt
ist in Form von Live-Dokumenten vertreten. Unter dem Titel "Shit You've Never
Heard" wurden auf der dritten CD bisher unveröffentlichte Aufnahmen
von diversen Shows gesammelt.
Fans werden sich außerdem über diverse Raritäten
in Form von Duetten, Hörbeispielen aus dem Proberaum,
Soundtrack-Beiträgen und diversen Bonus-Tracks
von internationalen CD-Releases freuen. Die DVD hat
Bootleg-Qualität und wartet mit 18 Songs und einem
EPK zu "Diabolus In Musica" (Interviews, Studio-Einblicke
usw.) auf. Das Booklet enthält Kommentare, eine
Zusammenfassung der Bandgeschichte und Fotos. "Wir
haben unser eigenes Genre geschaffen", meint Jeff.
So messerscharf die Musik von Slayer klingt, so dumm
sind einige Texte, wie das umstrittene "Angel Of
Death". Der Song beschäftigt sich auf unreflektierte
Weise mit dem KZ-Arzt Josef Mengele. Die Band scheut
auch nicht davor zurück, mit Nazi-Symbolen zu provozieren,
was immer wieder für Diskussionen sorgte. Die Gruppe
verwies nur stets darauf, einen Kubaner und einen Chilenen
in ihren Reihen zu haben.
#apa/md4 |