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Feinster Brachial-Sound
20. August 2003
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| Hart und laut: Slayer-Live-DVD
"War at the Warfield" Bild:
SN/universal |
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Die unangefochtenen Thrash-Metal-Könige Slayer
zeigen auf "War at the Warfield" die unbändige
Kraft ihrer Live-Auftritte in Bild und Ton.
Wir schreiben 1986. Das Jahr, in dem die Thrash-Metal-Welt
auf den Kopf gestellt wurde. Slayer, eine bis zu diesem
Zeitpunkt eher unbekanntere Brachial-Rock-Band aus L.A.,
veröffentlicht ihren dritten Longplayer "Reign
in Blood". Eine Scheibe wie ein Orkan. Brutal und
schnell. Rasend schnell. Die vier Jungs legten unter
der Regie von Geffen-Chef Rick Rubin ein derartiges
Tempo vor, dass aus dem ursprünglich geplanten
42-minütigen Longplayer ein Metal-Gewitter von
knappen 28 Minuten wurde.
"Reign in Blood" ist daher zwar die wahrscheinlich
kürzest-spielende Thrash-Metal-Platte der Welt,
dafür aber auch die erfolgreichste. Slayer verkaufte
davon über eine Million Exemplare. Die Scheibe
wurde Ende des letzten Jahrtausends - nach immerhin
14 Jahren, in denen der Thrash-Metal den Kinderschuhen
entwachsen und nahezu schon salonfähig geworden
war - unangefochten zur besten Thrash-Metal-Platte aller
Zeiten ernannt und daran hat sich bis heute auch nichts
geändert.
Nach einigen Höhen und Tiefen - unter anderem
gab es interne Probleme mit dem Langzeit-und-jetzt-wieder-Drummer
Dave Lombardo und seinen Nachfolgern - sitzen Slayer
derzeit fest wie nie zuvor auf dem Thrash-Thron und
feiern ihr mittlerweile 20. "Dienstjahr" mit
der Veröffentlichung einer Live-DVD. Aufgenommen
am 13. Februar 2002 im Warfield Theatre in San Francisco.
Titel: "War at the Warfield". Wer Slayer live
kennt, weiß, was ihn erwartet: Thrash at it's
best.
Die Jungs um Sänger Tom Araya geben 19 Songs zum
Besten, die allesamt in glasklarem Dolby-Surround-5.1.-Remastered-Sound
aus den Boxen dröhnen. Die Playlist liest sich
wie ein Best-of-Album und Slayer zeigen sich (wie immer)
spielfreudig und ihren Fans verpflichtet.
Nebst Live-Teil ist außerdem das (nicht unumstrittene)
Bloodline-Video und die Dokumentation "Fans rule"
auf die DVD-Scheibe gepresst. Diese immerhin 52-minütige
Doku über die Meinungen der Fans zu Slayer scheint
auf den ersten Blick absolut sinnlos, nach und nach
kann der Zuseher aber erkennen, wieso die Band solchen
Kult-Status erreicht hat: Slayer ist für viele
der Inbegriff der amerikanischen Meinungsfreiheit und
die Absage an jeglichen Kommerz. Die durchwegs schwachsinnigen
Texte über Satan & Co. können ja auch
wirklich außer einer Darstellung der amerikanischen
Meinungsfreiheit sonst keinerlei Anspruch erheben.
Trotzdem: "War at the Warfield" ist ein absolutes
must-have für Fans und insbesondere für diejenigen,
die Slayer selbst schon live erleben durften. Die fehlende
Multi-Angle-Kamera ist - sofern man auf (Ex-)Drummer
Paul-Bostaph verzichten kann - nicht weiter störend,
die Cutter haben gute Arbeit geleistet und bringen das
Live-Feeling gut auf die Flimmerkiste.
Wir schließen uns somit einem Fan an, der so
treffend bemerkte: "Slayer is not music, it's religion!".
#michael einböck
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