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Schaschlik-Beat
21. November 2005
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| Balkan goes Electro! "Shantel"
und das "Bucovina Club Orkester". Bild:
SN/essayrecordings |
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Der Frankfurter Allround-DJ "Shantel" hat den
Balkan für sich entdeckt – das Ergebnis:
eine fulminante Mischung aus Elektrosound und Zigeunerballaden.
Europa
wächst nicht nur politisch immer mehr zusammen,
auch musikalisch macht sich die Osterweiterung bemerkbar:
Angefangen hat alles vor vier Jahren im "schauspielfrankfurt".
Das Frankfurter Theater wollte eine Veranstaltung auf
die Beine stellen, die mehr bietet, als ein übliches
DJ-Set. Die Idee des Electro-Allrounders "Shantel" zum "Bucovina
Club" war geboren: traditionelle Balkan-Musik
wird mit eigenen Stücken des DJs gemischt. Blasmusik
trifft auf Dub, melodiöse Roma-Balladen werden
von stampfenden Beats durchbrochen. Traditionelle Instrumente
wie Trompete und Akkordeon werden in Electrobeats verwandelt
und lassen den Floor beben.
Längst ist der "Bucovina
Club" weit über die Grenzen Frankfurts bekannt
und dabei, ganz Europa zu erobern. Auch in Österreich
hat der "Bucovina Club" schon einige Male Zwischenstopp
gemacht, zuletzt im Wiener WUK am 21. Oktober: Der
Saal ist zum Bersten voll, die Besucher stehen dichtgedrängt
vor der Bühne. Um 21.30 kommt "Shantel" schließlich
mit dem siebenköpfigen Bucovina Club Orkestar
auf die Bühne. Das Publikum jubelt euphorisch.
Die Stimmung ist am Kochen. Das Akkordeon setzt ein,
"Shantel" bringt seine Turntables auf Trab. Die Party
kann beginnen!
Was folgt, ist ein Feuerwerk von Breakbeats
und Trompetenwirbel, Dubgrooves und Teufelsgeigen.
Als Vesna Petkovic, die Leadvokalistin des "Bucovina
Club Orkestra", die Bühne betritt, erreicht
das Konzert seinen Höhepunkt: Ihre volle Stimme
setzt beim "Ciganka Medley" ein und erzählt
vom Zigeunerleben, von einer kleinen Zigeunerin und
von wilden Tänzen.
Das Publikum kann sich kaum
mehr zurückhalten, hüpft und springt zum
Beat herum. Die Atmosphäre erinnert in seiner
Intensität ganz an ein ausgelassenes Fest in einem
Kusturica-Film. Um 23.00 tritt das Orchester dann nach
etlichen Zugaben von der Bühne ab. Für "Shantel"
kein Grund nach Hause zu gehen, er zeigt noch bis 2.00
sein ganzes Können an den Turntables: Rumänische
Hochzeitslieder treffen auf Jazz, Trompeten vermischen
sich mit Breakbeats.
Mit seinem "Bucovina Club" schafft
es "Shantel" das angestaubte Image der Blasmusik zu
entkräften.
Manchmal mischt sich selbst ein Stück, das völlig
auf elektronische Einflüsse verzichtet, in den
Verlauf des Konzerts, ohne aber Dissonanzen zu erzeugen.
Wie kaum jemand anderer versteht es der Frankfurter
DJ Volksmusik mit elektronischer Musik melodisch zu
vereinen und die Grenzen zwischen Tradition und Moderne
fließend verschwimmen zu lassen.
Am 22. Dezember gibt
es im Wiener WUK ein Wiedersehen mit "Shantel" und
dem "Bucovina Club Orkestra".
#marco jäger
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