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Burli kommt (Extended
Version)
27. März 2004
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| Neues SFS-Album "Burli"
Bild: SN/universal |
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Diesmal ohne sechs Uhrli, dafür mit 12 fetten
Tracks: das neue Album der Sportfreunde Stiller. FRITZ
im Interview mit den Git-Pop-Helden.
Viel hat die Welt schon gesehen. Klonschafe und Zwillinge
zum Beispiel. Am 29. März kommt noch eine Sensation
dazu: Das "Burli" hat zwar keine Mama, dafür
gleich drei Väter. Fritz hat schon vorab mit den
Papis in spe, Peter, Flo und Rüde, über den
jüngsten Spross der Stiller-Discographie geplaudert.
FRITZ:Warum "Burli"?
Peter: Uns is' nix anderes eingefallen..
Flo: (lacht, zu Peter) Du bist ja so ein Depp.
Die Leute müssen ja denken, dass wir total behämmert
sind!
Rüde: T'schuldige, gestern ist es lang geworden.
Normal sind wir nicht so doof.
Flo: Doch, immer!
Rüde: Ignorier' Flo am besten.
Peter: Na ja, also, das Burli is` wie ein Kind
für uns. Jedes Lied is' ein Baby. Und wir sind
die drei Väter.
Rüde: Ja, ja, jeder hat sein Genmaterial weitergegeben!
Flo: Sein bestes!
Peter: Einen wirklichen Lieblingssong gibt's
deswegen nicht, überall ist unser Herzblut drin.
Weil jedes seiner Kind hat man gleich lieb...
FRITZ:Wie ist denn das Burli so?
Rüde: Das Burli is' ein Lauser - einer mit sehr
schönen Seiten. Acht sind wirklich super und die
anderen vier sind auch ok. Es sieht echt gut aus, das
Burli, es hat einen tollen Körperbau, eine geniale
Stimme..
Peter: ..und Hautunreinheiten!
Rüde: Ja, die hat das Burli auch.. Aber ich mag
es trotzdem - auch mit Pickeln!
Flo: Also ich geh' sogar soweit, dass ich sage:
ich liebe das Burli!
Peter: Wir lieben auch die Schwächen vom
Burli - es ist ja unser Kind - und eine Weltneuheit
dazu! Ein Drillingskind mit drei Vätern!
FRITZ:Es soll Probleme mit Burli gegeben haben.
Flo, du hast einmal gemeint, das Burli habe gebockt
wie ein Esel. Was war denn da genau los?
Flo: Naja, es hat einfach einige Probleme und
Streitereien zwischen der Plattenfirma, dem Produzenten
und uns gegebe. Ich meine, "uns" als Gruppe,
bandintern hat es keine Schwierigkeiten gegeben. Jedenfalls
nichts Dramatisches.
Peter: Also einmal hat's sicher auch bandintern
Streit gegeben. Ich denke, das war in Spanien. (lacht)
War aber alles nicht so ernst.. Und das mit dem Produzenten
ist auch Schnee von gestern.
FRITZ:Woran hat es gehapert?
Flo: Es war wohl Dummheit von uns allen dreien, also
Band, Plattenfirma und Produzent. Kommunikationsprobleme,
in gewisser Weise. Alle wollten etwas anderes. Aber
schließlich haben wir gewonnen - zwar mit Kompromissen,
aber letztlich ist es schon "unser" Burli.
FRITZ:Kennt ihr das EAV-Burli?
Flo: Ich hab's schon gekannt. Aber nicht mehr
daran gedacht. In Bayern sagt ma' Burli zu kleinen Jungs.
Und das Burli is' unser kleiner Junge.
Rüde: Außerdem hat das Burli von der EAV
drei (links und rechts drei Uhrli, also sechs, Anm.
d.R.) große Ohrli. Also, da muss es Wert auf gute
Musik gelegt haben! Und wenn das dann kein guter Name
für unser Album is'? Ein Garant für Qualität!
Peter: Rüde, genial! Das ist es! Außerdem
find ich's o.k., die singen da über die Katastrophe
von Tschernobyl, recht kritisch. Ich hab das Burli von
der EAV aber erst vor Kurzem kennen gelernt.
FRITZ:Warum ist das langsamste Lied, "Siehst
du das genauso" die erste Single geworden?
Rüde: Wir waren uns alle einig, dass der Song
eine Single werden soll. Aber wir waren unterschiedlicher
Meinung, was wir zur ersten Single machen. Und weil
wir uns nicht einigen konnten, haben wir "Siehst
du das genauso genommen".
Peter: (beginnt zu lachen) sehr super! "wir
waren uns einig, aber wir waren unterschiedlicher Meinung"
- da kennt sich keiner aus!
Rüde: O.k., zweiter Versuch: Das mit der langsamen
Single war gar nicht so geplant. Dass es eine Single
geben sollte, war klar. Wir hätten gerne ein schnelleres
Lied genommen, da konnten wir uns aber auf keines einigen.
Bei "Siehst du das genauso" haben alle gewollt,
dass es eine Single wird - und so ist es die erste Single
geworden.
Peter: Außerdem hätte "Siehst
du das genauso" schneller werden sollen. Wir sind
auch etwas erstaunt gewesen, was die Plattenfirma da
gemacht hat. (grinst)
FRITZ:Noch ein bisserl zu den anderen Tracks
vom "Burli". Der erste heißt "Lauth
anhören" - woher kommt das h?
Peter: Das ist ganz einfach: Lauth ist ein Fußballspieler
vom TSV 1860 München. Weil wir in einem anderen
Lied einen Bayernspieler, Roque, drin haben, wollte
Flo einen Löwen als Ausgleich auf dem Album haben.
Einen tieferen Sinn hat das h aber nicht.
Flo: Die Leute sollten sich Lauth nicht nur anhören
sondern auch anschau'n! Obwohl, im Moment fehlt ihm
ein bisschen das Temperament.. Vielleicht doch lieber
nur "Lauth anhören"..
FRITZ:Burli is' ja durch und durch positiv.
Frühlingsgefühle wohin man hört. Habt
Ihr Frühlingsgefühle?
Peter: Ja, jetzt schon, so langsam, wenn's warm
wird. Im Winter friere ich immer, mir ist kalt und ich
weiß nichts mit mir anzufangen. Das ist jetzt
im Frühling anders. Da erfüllt mich so eine
gewisse Euphorie - da will ich alles machen und am besten
sofort. (lacht) Das soll in "Frühling"
so ein bisschen rüberkommen.
Rüde: Unser Album ist ja nach und nach entstanden.
Und die meisten Lieder haben wir vor ungefähr einem
Jahr geschrieben, also auch im Frühling - wahrscheinlich
kommt daher die positive Stimmung.
FRITZ: Rüde,
Du hast gemeint, auf Burli würden dir Fragen beantwortet,
die Dich schon dein Leben lang beschäftigen. Welche
meinst Du da?
Rüde: Naja, zum Beispiel Ungewöhnlich.
"Geb ich mich mit dem Allgemeinen versöhnlich,
oder leb' ich lieber ungewöhnlich?" - das
ist etwas, das mich und meine Freunde schon immer beschäftigt
hat. Bin ich lieber normal oder gehe ich lieber meinen
eigenen Weg. Wenn ich in vierzig Jahren in den Spiegel
schaue, sehe ich dann jemand, der 40 Jahre lang brav
für seine Rente gearbeitet hat, oder freue ich
dann über ein Leben voll Abenteuer?
Also ich bin für die Abenteuer! Aber halt! Dann
krieg' ich keine Rente und hab' vielleicht gar keinen
Spiegel in vierzig Jahren! Schnell noch einen im Hotel
mitgehen lassen! (lacht)
Peter: Rente bekommt in 40 Jahren sowieso keiner
mehr! (lacht) Also auf alle Fälle Abenteuer!
FRITZ: Ihr habt
einmal gemeint, Ihr seid eine Protestband. Wogegen protestiert
Ihr?
(Flo beginnt irgend etwas in Peters Ohr zu nuscheln.
Der schaut zuerst ein bisserl fragend und beginnt dann
zu lachen.)
Flo: (zu Peter) Sag das! Das ist gut!
Peter: (lacht) Wir sind gegen Kaffeeanbau ..
bei Hiendl.
oder "bei mir hinten",
ich hab's nicht so genau verstanden.. Nein, im Ernst,
wir sind gegen zu wenig Verständnis und Menschlichkeit.
Flo: Ja, das stimmt, das kann ich so unterschreiben.
Es ist wirklich schlimm, wie die Menschen miteinander
umgehen. Wenn wir da nur ein bisschen ein Umdenken erreichen,
dann können wir stolz auf uns sein.
FRITZ:Die "Burli"-Lieder sind alle
ganz unterschiedlich, vom Piano-Gekuschel über
Metall-Riffs bis zu Punk - alles da. Wohin soll's in
Zukunft gehen?
Peter: Mit Handkanten und Ellbogen mitten ins
Herz. Dorthin, wo's weh tut. Voller Inbrunst und Leidenschaft.
Die kann übrigens ordentlich weh tun.
Flo: Ehrlichkeit tut manchmal auch weh, oft sogar.
Auch Liebe kann ganz schön schmerzen. Vor allem
wenn sie nicht ganz glücklich ist. Wenn's weh tut,
dann ist man angekommen.
Rüde: Wir wollen weiterhin die Musik machen,
die uns bewegt. Was sich entwickeln wird, werden wir
dann sehen. Mit dem Burli sind wir sicher wieder ein
paar Schritte weiter gegangen. Und das ist gut so.
FRITZ: Wie sehen
die Zukunftspläne aus?
Peter: Mal viel Musik machen, und dann mal mit
85 auf der Bühne an einem Schlaganfall sterben.
So richtig während einem fetten Stück. Zack
und aus. Das wär' ein gutes Ende.
Flo: Beim Schlaganfall kann's dir aber passieren,
dass du dann noch Jahre sabbernd dahin vegetierst. Das
is' dann ja wohl voll Scheiße.
Peter: Wenn, dann schon so'n richtigen Schlaganfall.
Mausetot und Ende. Herzinfarkt wär' auch nicht
schlecht.. Schreib lieber Herzinfarkt. Das hört
sich sicherer an.
Rüde: Da hat's doch mal so einen Musiker gegeben,
der hat einen Schlaganfall gehabt. Auf der Bühne,
war des nicht in den Achzigern?
Flo: Ja, da war so irgendwas. Oder der eine Blinde,
den hat's scheiße erwischt. Der is' da so auf
der Bühne herumgehopst - o.k., soweit ein Blinder
hopsen kann- , und die ham net gescheit aufgepasst und
er is' über die Monitore runter in den Pressegraben
geplumpst. Aber echt. Das is' Scheiße. Der hat
sich da einiges gebrochen.
Rüde: Also ich will so richtig im hohen Bogen
abtreten. Auf der Bühne mit `nem Schlaganfall,
dass ich einen Meter hoch flieg.
Flo: (zu Rüde) Du bist ja sooo doof ...
Rüde: Sei ruhig,.. Also, so richtig fiiiiiuuuu
(macht einen riesigen Bogen in der Luft und schneidet
Grimassen) ... bamm. Und dann isses aus.
Flo: (zu Rüde) Du bist ja wirklich total
bescheuert.
Peter: Nimm uns heute nicht ernst! Normalerweise
sind wir gaaanz liebe Jungs. Nur gestern isses ein bisschen
länger geworden... Wir ham uns zwar fest vorgenommen,
ernsthafte Antworten zu geben, aber... (alle drei legen
die Unschuldsmiene auf und nicken schuldbewusst)
Flo: Ja, weil eigentlich sind wir total brav
und überhaupt.. ach Scheiße, heute kommt
echt nur Scheiße raus...
Peter: Nein, im Ernst, also langfristig mal Musik
machen,.. So lang's geht. Jetzt sind erstmal diverse
Festivals wie Wiesen am Programm. Am 26. Mai sind wir
in München, da müssen dann alle Salzburger
hinkommen: Nach zwei Jahren Frequency in Salzburg haben
wir dieses Jahr Pause. Aber wahrscheinlich schauen wir
im Herbst in Salzburg vorbei. Geplant ist Oktober. Rar
machen werden wir uns heuer sicher nicht - das haben
wir früher genug gemacht. Jetzt heißt's Gas
geben!
Wahrlich, "Burli" ist Sportfreunde Stiller
für Gourmets.Ein Querbeet durch den musikalischen
Gemüsegarten und doch eine Einheit - ein fesches
Burli. Oder wie es die Stiller-Jungs sagen: "Willkommen
in einer neuen Zeit. Ein kleiner Schritt für uns,
ein großer Schritt für die Menschlichkeit.
Lass die Liebe rein in euer Life-Design!"
#dini lettner
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