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Scratching als Kunstform
7. Mai 2003
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| 1975 wurde der erste (gewollte)
Scratch geboren. Bild: SN/wild |
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Die X-Ecutioners führen auf "Scratchology"
durch die Geschichte des Schallplatten- "Kratzens".
"Wow, toller Effekt!" Mit diesen Worten kommentierte
Grand Wizard Theodore Mitte der 70er Jahre seine Erfindung
des Scratches. Knapp 30 Jahre später ist nun mit
"Scratchology" ein einzigartiges Album zur
"History of Scratch" erschienen. Die drei
DJ-Großmeister Rob Swift, Total Eclipse und Roc
Raida, besser bekannt unter ihrem Gruppennamen X-Ecutioners,
waren als Gastgeber für die Titelauswahl verantwortlich
und spannen einen repräsentativen Bogen von Grandmaster
Flash über Pete Rock und DJ Premier bis hin zu
aktuellen "Kratzweltmeistern" wie den Beat
Junkies.
"Eines Abends habe ich daheim die Anlage ein bisschen
zu laut aufgedreht. 'Bumm-bumm-bumm' - meine Mutter
ballerte an die Tür, platzte herein und herrschte
mich an: 'Wenn du nicht sofort die Musik leiser machst
...'", erinnert sich Grand Wizard Theodore in "From
Skratch - Das DJ Handbuch" (Kiepenheuer & Witsch
2000) an jenen für die Rap-Geschichte wichtigen
Moment. "Während sie mich anbrüllte,
hatte ich die Platte angehalten und die Kopfhörer
an die Ohren gepresst. Die Platte rutschte ein Stück
nach vorne, und ich zog sie wieder zurück. Das
ergab ein komisches Geräusch." Es folgte eine
intensive Experimentierphase mit diesem Effekt und schließlich
um 1975 der erste Scratch von Theodore vor Publikum.
In der Folge perfektionierten Legenden wie Grandmaster
Flash oder Grand Mixer DXT, der für die messerscharfen
Cuts auf der inzwischen weltberühmten Herbie-Hancock-Nummer
"Rock It" (1983) verantwortlich zeichnete,
die Scratch-Technik derart, dass zwei Plattenspieler
und ein Mischpult im Laufe der Zeit zu einem eigenen
"Instrument" avancierten. Und in den 90ern
tauchten dann Crews wie die Invisibl Skratch Piklz,
die X-Ecutioners und die Beat Junkies auf, die das DJing
mit teilweise unglaublichen Turntable-Manövern
sowie speziellen Arrangements im Orchesterstil endgültig
zur Musikkunst erhoben.
Die von den X-Ecutioners nicht nur fabelhaft zusammengestellte,
sondern ebenso grandios gemixte CD enthält neben
Pflichtnummern wie "The Adventures Of Grandmaster
Flash On The Wheels Of Steel" aus dem Jahr 1981
und "Rock It" sowie den innovativen Kratzfertigkeiten
von Pete Rock auf seinem gefeierten Remix des Public-Enemy-Tracks
"Shut Em Down" (1992) auch absolute "Schmankerln",
etwa "Like This" (Full & Fresh) von Mixmaster
Gee & The Turntable Orchestra (1985) oder "Premier's
X-ecution". Und wer diese einmalige DJ-Kunst nicht
nur hören, sondern auch sehen will, dem seien zwei
DVDs der X-Ecutioners empfohlen: "X-ercises"
und "The Adventures Of Grandmaster Roc Raida".
#apa/m2e |