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Pop-Krokodil
10. Februar 2005
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| Schni-, Schna-, Schnappi ...
Bild: SN/schnappi.tv |
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"Schnappi" wurde durch Gratis-Soundfile
zum Chartstürmer, Popstar und Hassobjekt. Am 25.
Februar bei "The Dome" in Salzburg.
Dass die Österreicher den Deutschen in Sachen
Infantilität um nichts nachstehen, hat bereits
Alf Poier mit seinem Lied über Hasen-Naserl und
Katzen-Pratzerl gezeigt. Mit ähnlicher Ohrwurmqualität
ausgestattet, schwimmt gerade das kleine grüne
Krokodil Schnappi allen davon. Mit bereits 40.000 verkauften
Singles in Österreich schnappte sich das singende
Reptil in der zweiten Woche des neuen Jahres Platz eins
der Ö3 Austria Top 40 und hat sich seither dort
festgebissen. Leibhaftig - als Riesenpuppe gemeinsam
mit der jungen Sängerin Joy - wird Schnappi am
25. Februar in der Salzburgarena bei "The Dome
33" auftreten. Und auch für Schnappi-Hasser
ist bereits gesorgt: Sie können im Internet zum
Happy-Sound Krokodil-Köpfe rollen lassen.
Bei der Plattenfirma Universal, die sich die Rechte
am Schnappi-Song gesichert hat, läuft derzeit die
Vorbereitung zum kompletten Album "Schnappi und
seine Freunde" auf Hochtouren. Am 28. Februar soll
der Longplayer in den Regalen stehen. Die Lieder stammen
aus der Feder von Iris Gruttmann, die auch die musikalische
Mutter vom grünen Krokodil ist. Gemeinsam mit Texterin
Rosita Blissenbach arbeitet die Kölnerin in der
Redaktion der "Sendung mit der Maus", doch
Schnappi ist keine Figur aus der "Maus".
Bereits im Jahr 2001 erschien der Schnappi-Song, gesungen
von Gruttmanns damals fünfjähriger Nichte
mit dem Künstlernamen "Joy" auf dem
Universal-Album "Lied für mich" gemeinsam
mit anderen Kinderliedern Gruttmanns. 2002 presste man
es auf die CD "Großes und Kleines in der
Maus". Doch erst als MP3-File im Internet wurde
Schnappi zum Superhit. Abseits der üblichen Verwertungskanäle
wurde das einfache Kinderlied so lange als Soundfile
herumgeschickt, bis nach Radio-DJs auch die Plattenfirmen
Interesse an dem Song bekamen.
Universals Rechte an dem Kinderlied waren im vergangenen
Sommer gerade ausgelaufen, doch man sicherte sie sich
erneut und brachte Anfang Dezember die Single heraus.
Allen Unkenrufen zum Trotz, die vom Schaden der Musikpiraterie
für die Plattenindustrie sprechen, manifestierte
sich im Falle von Schnappi das Gegenteil. Der Song wurde
über das Internet bekannt, als Gratis-Soundfile
(als das es noch immer von der Homepage www.schnappi.tv
heruntergeladen werden kann) verschickt und trotzdem
oder besser gesagt gerade deshalb zum Verkaufsschlager.
"Wir brauchten keine Kampagne für Schnappi",
bestätigte Peter Burtz, Manager von Iris Gruttmann.
In Österreich, Deutschland und der Schweiz belegt
Schnappi Platz eins der Charts, 513.600 Singles sind
bisher in Deutschland ausgeliefert worden und längst
klingeln auch unzählige Handys im Schnappi-Sound.
Auch vor dem nicht deutschsprachigen Ausland macht das
Krokodil nicht halt. Seit dieser Woche steht Schnappi
in den französischen CD-Regalen - in der deutschen
Originalversion. "Das Original hat so einen Charme,
es ist der Favorit", meint Burtz, obwohl man auch
noch eine französische, englische und spanische
Version plant.
Die große Frage beim Album wird sein, wie viel
von dem Underdog-Phänomen Schnappi nach dem Hype
zu retten ist. "Joy" ist inzwischen neun und
durch mehrere Talk-Shows gereicht worden. Aber im Gegensatz
zum Schnappi-Song werden die neuen Kinderlieder sehr
wohl mit dem Blick auf das ganz große Plattengeschäft
produziert.
Wer vom grassierenden Schnappi-Wahnsinn genug hat,
kann auf www.freegamez.de/...
nicht nur den Song hören, sondern dazu auch gleich
in brutaler South-Park-Manier auf Krokodiljagd gehen.
#apa/m2e
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