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Omaha-Sound
15. April 2006
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| Saddle Creek - Irgendwo in Omaha. Bild:
SN/saddle creek |
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"Saddle Creek Records" zählt heutzutage zu den
größten Independent Labels weltweit - vor
etwas mehr als zehn Jahren hätte damit aber wohl
niemand gerechnet.
Es geschah 1993 in Omaha/ Nebraska, als sich ein paar
Freunde zusammentaten und eine Plattenfirma gründeten,
um das erste Demotape des 13-jährigen Conor Oberst
zu veröffentlichen. Das Label hieß damals
noch "Lumberjack Records" - und rückblickend distanziert
sich sowohl Oberst als auch Label-Chef Robb Nansal
von den eher peinlichen Kinderzimmeraufnahmen.
Auf Grund rechtlicher Probleme wurde der Firmenname
1996 dann in "Saddle Creek Records" umgeändert
- ganz offiziell und mit gerichtlicher Absegnung. Der
neue Name war nahe liegend - die Straße, in der
die meisten der Musiker wohnten, hieß Saddle
Creek. Und auch von den Kids wurden Leute aus dem Label-Umfeld
meist als die "Saddle Creek"-Typen bezeichnet.
Dank ausgiebiger Touren und Mundpropaganda erspielten
sich viele Bands des Labels einen Namen in Szenekreisen.
Im Jahr 2000 veröffentlichte der mittlerweile
20-jährige Conor Oberst mit seinem Projekt "Bright
Eyes" das Album "Fevers & Mirrors" und weckte damit
reges Interesse an seiner Person und der Musikszene
in seiner Heimatstadt.
Doch erst mit dem Nachfolger "Lifted", einem Kleinod
alternativer Folkmusik, brach eine wahre Hysterie rund
um die Omaha-Szene aus.
Die jungen Musiker aus Nebraska störte das wenig
und sie taten einfach das, was sie schon immer getan
hatten: leicht verschrobene Platten mit einer ordentlichen
Portion Herzblut zu veröffentlichen.
Erstmals kamen Begriffe wie der "Omaha-Sound" auf.
So unterschiedlich die Bands des Labels auch waren,
ihre Heimat verband sie. Es ist wohl ein Gefühl
des Verlorenseins gepaart mit bitter-süßer
Melancholie, dass man auf vielen "Saddle Creek"-Veröffentlichungen
zu hören glaubt. Möglicherweise konnte die
Szene im "Farmer State" Nebraska auch ihren Stil perfektionieren,
weil es dort sonst nicht viel zu tun gibt. Man bedenke,
dass 95% der Gesamtfläche des Staates landwirtschaftlich
genutzt wird und auf einen Quadratkilometer gerade
mal acht Einwohner kommen.
Heute, knapp vier Jahre nach dem großen Erfolg,
hat sich für die Clique aus Omaha - außer
deren Kontostand - nicht viel geändert. Veröffentlicht
wird nach wie vor, was gefällt - nur dass die
Bands nun nicht mehr nur aus der Nachbarschaft kommen.
#martin reiter
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