|
Makabres Jubiläum
20. Oktober 2004
 |
 |
| Handzahme Death-Metal-Urväter
in Salzburg: Cannibal Corpse. Bild:
SN/rockhouse, mike |
|
 |
 |
Rockhouse Salzburg: Sechs Stunden zu Ehren von "Rock
The Nation", sechs Mal Death-Metal vom Feinsten.
Ein FRITZ-Konzertbericht.
Die Mannen und Frauen von RTN sorgen nun mittlerweile
das sechste Jahr für härtere Klänge in
unserem Alpenland. Und das wurde am 16. Oktober gebührend
gefeiert. Mit Cannibal Corpse, Kataklysm, Graveworm,
Into Eternity, Mystic Circle und Spawn of Possession.
Ein Traum also für jeden Fan der härteren
Gangart. Und offensichtlich gibt es davon genug in Salzburg:
Das Rockhouse kochte vor Menschenmassen.
Opener waren um 18.30 Into Eternity aus Kanada. Diese
wärmten die Menge mit ihrem leicht progressiv angehauchten
Stil erst einmal auf. Darauf folgte Mystic Circle, die
bewiesen, das Black Metal doch auch sehr lächerlich
sein kann. Musikalisch sind die Deutschen keineswegs
zu verachten. Aber wieso sich eine Black-Metal-Band
als ein Rudel Pandabären verkleidet, ist eigentlich
nicht wirklich zu begreifen ;-)
Mittlerweile war der Abend und die Stimmung vorangeschritten
und die Menge bereit für das erste echte Highlight
des Abends: Graveworm. Meiner Meinung nach der beste
Act der Nacht. Die sympathischen Südtiroler spielten
das erste Mal ihr neues Material vor "heimischen"
Publikum und begeisterten die Menge. Im Gegensatz zu
den anderen Gruppen nahmen sie sich sogar Zeit für
kleine Witzchen und ein paar Sätze für das
gutgelaunte Publikum.
Spawn Of Possession standen als nächstes auf der
Bühne. Zwar nicht wirklich mein Stil (für
mich klang jedes Lied exakt gleich), aber den Besuchern
gefiehl es sichtlich. Apropos Klang: Der Sound und die
Technik waren den ganzen Abend wirklich fantastisch.
Material für ihre DVD nahmen Kataklysm an diesem
Abend auf. Gutes Material wie ich zu behaupten wage.
Die Halle war gesteckt voll von glücklichen Fans.
Von zahlreichen Headbangern und Moshern angesteckt,
glich das Rockhouse bald einem Hexenkessel.
Dann das Highlight: Cannibal Corpse, die Urväter
des Death Metals. Teilweise verboten in Deutschland,
Australien und Asien. Einzige Death-Metal-Gruppe, die
jemals die Billboard-Top -200-Album-Charts geknackt
hat und mittlerweile seit 11 Jahren im Geschäft.
Und außerdem exklusiv im Rockhouse! Aber trotz
aller negativer Schlagzeilen waren die Jungs aus den
USA eigentlich ganz lieb. Publikumsliebing war der Bassist
Alex, der die Menge mit Wasser abzukühlen versuchte.
Im Programm waren Lieder der gesamten Bandgeschichte.
Und mit einer 18-Titel-Setliste überzogen die Brutalo-Metaller
die geplante Spielzeit von einer Stunde um eine weitere
(!).
Wieder einmal hat der Abend gezeigt, das Death-Metaller
trotz ihres bösen Auftretens eigentlich ganz nett
sind. Zwar hat Rock the Nation ihr Jubiläums-Programm
ein wenig einseitig gestaltet, dennoch scheint jeder
auf seine Kosten gekommen zu sein. Mit einem Lächeln
auf den Lippen, dröhnenden Ohren, strapaziertem
Genick und der Hoffnung auf baldige Wiederkehr wankten
Salzburgs Metalfans spätnächtens zufrieden
nach Hause.
#manfred jansky
|