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Punk von der Pferderanch
13. August 2003
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| (Ex-)Grunge-Hauptstadt Seattle
gibt ein lautstarkes Lebenszeichen von sich.
Bild: SN/lookoutrecords |
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Die US-Band "Pretty Girls Make Graves"
aus Seattle macht "intellektuellen Dance-Punk"
abseits des Mainstreams.
"Pretty Girls Make Graves" - ein nicht alltäglicher
Name für eine Band. Auch die Musik der Gruppe aus
Seattle (US-Bundesstaat Washington) klingt nicht nach
einem 08/15-Konzept. Als "intellektuellen Dance-Punk"
beschrieb ein Journalist den Sound der Combo um Sängerin
Andrea Zollo recht passend. "Wir denken sehr viel
über unsere Songs nach", sagte Bassist Derek
Fudesco. Im September erscheint das zweite Album "The
New Romance".
Eingespielt wurde die CD auf einer ehemaligen Pferderanch,
ungefähr 45 Minuten von Seattle entfernt. "Den
Schuppen hat man zu einem modernen Studio eingerichtet",
so Fudesco, der auf zwei Vorteile des Ortes hinweist:
"Zum einen stand uns eine erstklassige Ausrüstung
zur Verfügung, zum anderen ist die Atmosphäre
dort wirklich toll." Am Material haben Pretty Girls
Make Graves intensiv gearbeitet.
Denn obwohl das vor etwa einem Jahr veröffentlichte
Debüt "Good Health" rasch die Fan-Gemeinde
der Punkrocker vergrößern konnte, waren diese
mit dem Resultat nicht wirklich zufrieden. "Es
lief alles viel zu schnell, fast schon überstürzt.
Das Songwriting ist diesmal besser, weil wir mehr Zeit
zur Verfügung hatten. Wir wollen, dass die Leute
bemerken, dass wir etwas Eigenständiges machen.
Darum überlegen wir alles ganz genau. Wir schneiden
sogar unsere Proben mit und hören uns die Aufnahmen
sehr aufmerksam an."
Trotzdem wirken die Songs nicht überkonzipiert,
sondern strotzen vor Energie. "Das kommt von den
unterschiedlichen Einflüssen der einzelnen Mitgliedern.
Oft entwickelt sich eine Idee in nicht vorhergeplante
Richtungen - das macht es so spannend", erklärte
der Bassist, der mit seinen Kollegen in London weilte,
um mit dem legendären Radiomacher John Peel ein
paar Sessions einzuspielen.
Sämtliche Bandmitglieder haben bei (zum Teil bekannten)
lokalen Gruppen in Seattle Erfahrungen gesammelt. "Aber
wir gehen mit unserer Vergangenheit nicht hausieren,
die Zukunft gehört Pretty Girls Make Graves",
sagte Fudesco. Das gemeinsame Ziel der Musiker: nicht
mit dem Strom schwimmen. "Die meisten Bands lassen
sich leicht durchschauen. Sie klingen alle gleich -
von den Stimmen bis zum Sound der Drums. Und dann haben
sie auch noch ähnliche Songs, oft von den selben
Komponisten."
In Seattle selbst sei es nach dem Grunge-Hype ruhig
geworden, erzählte Derek. "Aber es gibt sehr
viel gute Gruppen in dieser Stadt. Ich glaube, Seattle
wird demnächst wieder eine zentrale Rolle in Sachen
Rock einnehmen."
#apa |