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Das erste Mal
29. November 2005
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| Mann mit Hut und Gitarre: FRITZ-Mitarbeiter
Robert im EInsatz. Bild:
SN/innerhofer |
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Trockene Kehle, schlotternde Knie und
Angst vorm Versagen: FRITZ-Mitarbeiter Robert
erzählt vom ersten Liveauftritt mit seiner Band.
"Eine halbe Stunde vor unserem allerersten Gig
laufe ich wie ein aufgescheuchtes
Huhn umher. Gespräche dringen zwar an mein Ohr,
jedoch nicht weiter. Das Lampenfieber steigt ins
Unermessliche und ich rauch’ eine nach der anderen
. . . - sicher nicht gut für die Stimme, aber
was soll ich machen - etwa ruhig bleiben?
Der coole Kellershowraum im kleinen gemütlichen
Lokal füllt sich langsam mit
unserem ersten Publikum - welches großteils
aus guten Freunden besteht. Doch da entdeck’ ich
auch ein paar unbekannte Gesichter und ich spüre,
wie die Neugier in mir wächst. Bei mir und allen
anderen.
Wie sich das für eine echte Rockband
gehört,
beginnen wir mit einer halben Stunde Verspätung.
Die Gitarre stöhnt leise heran, der Bass wummert
bedrohlich und als das Schlagzeug endlich einsetzt,
weiß ich: Jetzt führt kein Weg zurück,
das Warten hat ein Ende! Mein Einsatz kommt ruhig ,
doch bestimmt. Aber irgendetwas stimmt hier nicht.
Ich fühle keinen Boden unter den Füßen.
Meine Erdung ist gleich Null. Sich selber d'rüber
retten, heißt die Devise - und zwar so, dass
niemand davon etwas mitbekommt.
Mir schlottern die Knie . . . Sieht man
das? Aber wen kümmert's , so lange die Stimme
hält!
1, 2, 3 – der zweite, viel viel lautere Song
rockt los und ich mit ihm. Da passiert es - die Stimme
bricht an der wichtigsten Stelle. Doppelt angespornt
vom vermeintlichen Versagen geb ich Vollgas, bis die
zweieinhalb Punkminuten durchgestanden sind. Und der
nächste Song. Verdammt
schnell gehen sie's heute an, die Jungs. Pause machen
wir beim Proben. Heute ist der Ernstfall da. Ich spüre,
wie durch die vielen, schnellgesungenen Wörter
meine Kehle trocken wird.
Und das nächste Lied und schon wieder eins.
Der Applaus kommt stark und unvermittelt, irgendetwas
machen wir richtig! Da gönn' ich mir einen
grossen Schluck Bier und weiter geht's. Aha, da stößt
mir das Bier schon mächtig auf. Aber ins Mikro
rülpsen kommt wohl eher nicht so gut. Also ringe
ich nach Luft und versuche, nicht auf meinen Körper
zu hören. Jetzt! denke ich und presse seitwärts,
mit geneigtem Kopf einen für das Publikum unmöglich
wahrnehmbaren Rülpser aus. Mahlzeit!
Dann geht alles Schlag auf Schlag. Nach einer unserer
rotzigen Rockhymnen spielen wir uns in einen wahren
Freudentaumel. Da bleibt sogar noch Zeit für kurze
Scherze zwischendurch. Dann kommt die Nummer, bei
der ich die Klampfe schlage. Ich stell mir eben vor,
ich bin jetzt Bruce Springsteen und weiß genau,
was ich tue! Mein Filzhut gibt mir Schutz und jemand
schreit aus dem Publikum: "You can leave your
hat on!" Yeah
Baby!
Die von den Jungs erzeugte dunkelblaue Rockwolke,
in welcher ich stehe , lässt mich
alles rundherum vergessen und mich über mich hinauswachsen.
Wenn Robbie Williams das sehen könnte, würde
er vor Neid ganz grün werden. Nach 70 schweißtreibenden
Minuten inklusive zweier Zugaben - einer eigenen und
einer Bob Dylan-Nummer - räumen wir das Feld.
Besser gesagt laufe ich zum CD-Player, um sofort wieder "The
Velvet Underground" aufzulegen,
denn: The beat must go on!
Und so endet dieser Abend in der kleinen Kneipe mit
dem gleichen Traum, wie er millionenfach immer wieder
geträumt wird: Heute hier vor 30 Leuten, morgen
dort vor 60, übermorgen dann vielleicht . . . "
#robert innerhofer
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