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New Yorker Bubenspiele
22. Juli 2004
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| Die Liars beehren am kommenden
Mittwoch das Wiener Chelsea.
Bild: SN/emi |
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Als ordentlich verrückt und arg chaotisch kann
die Musik der Liars aus New York bezeichnet werden.
Gleich dreimal beehrt das Trio Österreich: Am 28.
Juli im Wiener Chelsea, am 31. Juli im PMK Bogen Inssbruck
und am 1. August spielen sie im Arcadium Graz.
Sagen wir einmal so: Diese Musik klingt schon ziemlich
nach bewusstseins-erweiternden Substanzen. Nach innerer
Zerrissenheit. Nach Sonic Youth sowieso. Und natürlich
nach reichlich narrischen Schwammerln. Herkömmliche
Songstrukturen werden von den Liars mit einem süffisanten
Lächeln bestraft, auf Konventionen wird hier generell
ordentlich geschissen. Das klingt dann alles sehr intelligent
und schreit ein bisschen nach Revolution, nimmt sich
selbst aber auch nicht allzu ernst. Schließlich
ist das alles ja auch nur entstanden, weil sich die
Buben halt wieder einmal spielen wollten. Das wird dem
Dorfbischof von New York zwar nicht wirklich gefallen.
Seine verlorengegangenen Schäfchen halten es aber
ohnehin lieber mit den bösen, alten Hexen.
Um diese kreist nämlich das aktuelle, programmatischThey
Were Wrong So We Drowned betitelte Album der heiligen
Dreifaltigkeit: Rund um den Mythos der in Deutschland
immer wieder gern gefeierten Walpurgisnacht, der Weißwurschtundbrezn-Version
des in Amerika quasi als Inquisitionsersatz zelebrierten
Halloween-Festes, wird konzeptionell ein Angst und Schrecken
durch alle Knochen jagender Sound erschaffen, der auf
einer Wirrwarrskala von eins bis zehn mindestens die
zwölf erreicht. Als logische Konsequenz ihrer Kunst
haben die Lügner ihre aufgrund chaotischer Zwangsneigungen
bereits auf dem Debütalbum They Threw Us
All In A Trench And Stuck A Monument On Top schon
kaum existenten Ordnungsmuster zugunsten der allgemeinen
Verwirrung noch weiter deformiert. Schließlich
hat es noch keinem geschadet, etwas genauer hinhören
zu müssen. Und ja, wenn die Gitarrenriffs dermaßen
ungeniert daherkommen, die Drumloops keine Rücksicht
auf Gehörsturz, Tinitus oder Großvaters Trommelfell
nehmen, und überhaupt alles so ist, wie es eben
ist, macht man das sogar gerne.
Inspiration für die künstlerische Arbeit
holten sich die Liars übrigens während ihrer
nächtlichen Spaziergänge durch die dunklen
Wälder von New Jersey. Ob dort der böse Wolf
wohnt? Auf Gundel Gaukeley, die Blair Witch oder die
Charmed-Hexen ist man zumindest nicht gestoßen.
Zum Teufel! Grad die hätten ihre Freud an
dieser verflucht guten Musik.
#andreas rauschal
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