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Ompa-Pop aus Norwegen
6. Dezember 2003
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| Kaizers Orchestra bringen am
11. Dezember düstere norwegische Crossover-Folklore
ins Rockhouse. Bild: SN/Paal
Audestad |
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Was entsteht in der norwegischen Einöde aus
Gasmasken, Polka und Tom Waits? Kaizers Orchestra! Ein
ungewöhnliches Sextett kommt ins Rockhouse.
Das Wort Ompa entbehrt eigentlich jeder
linguistischen Grundlage, entspringt es doch einer gewissen
Bierzeltlyrik und bedeutet soviel wie Hump-pa
oder Hump-ta. Jan Ove Ottesen und seine
fünf nicht minder verrückten Mitmusiker von
Kaizers Orchestra betreiben dies til du dor.
Also Hump-ta, bis du stirbst. Und das glaubt
man ihnen gerne. Der Geist Tom Waits staubt einem
auf Ompa til du dor (Broiler Farm) entgegen,
eingekeilt zwischen nordischer Folklore, schief hängenden
poppigen Arrangements und russischer Rock-Polka. Damit
aber noch nicht genug: Zudem poltert man auf Schrottplatzinstrumentarien
(z.B. Ölfässern und Reifenfelgen) herum und
ompa-t eine Ohrwurm-Melodie nach der anderen.
Und um dem Ganzen die (Kaizer-)Krone aufzusetzen, wird
auch noch auf Norwegisch gesungen. Von gar grausigen
Moritaten ist da die Rede, von tangotanzenden Toten,
russischem Roulette und ähnlichen Geschehnissen.
Aber trotz all dem Moll, das uns auf Ompa til
du dor entgegenschlägt, blitzt da noch eine
Menge Dur und schelmischer Spaß heraus.
1996 in Bergen von Jan Ove Ottesen und Geir Zahl (Gitarre,
Ölfass) gegründet, veröffentlicht die
Band unter dem Namen Gnom zwei Jahre später
ihr erstes Album Mys, das, wenn überhaupt,
nur durch miese Verkaufszahlen auffällt. Allerdings
gibt es auf dem Album bereits einen Song mit Ompa-Anleihen,
der sowohl der Band als auch dem Publikum mit Abstand
am besten gefällt. Nichts zu verlieren, tauft sich
die Gruppe in Kaizers Orchestra um und arbeitet
in teils neuer Besetzung daran, Norwegens beste
Liveband zu werden, so Ottesen.
Gesagt, getan: Momentan gelten die sechs Kaizer als
Norwegens erfolgreichster Musikexport und halten allein
in ihrer Heimat bei rund 90.000 verkauften Exemplaren
ihres Drittlings Ompa til du dor. Vor allem
Kaizers Orchestra live soll (laut Augenzeugen) ein Erlebnis
der Sonderklasse sein. Von gasmaskentragenden Pianisten
und wild hämmernden Musikern erzählt man sich.
Ottesen selbst soll dem Begriff Rampensau
eine völlig neue Bedeutung geben, während
die sechs aus dem Land der tausend Seen gemeinsam ihren
Totentanz-Rock-Pop-Walzer inszenieren. Also dann - der
11. 12. naht. Gebt uns Hump-pa im (Rock-)House!
#Tobias Pötzelsberger
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