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Abruf-Götter auf Tour
15. November 2003
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| Die (wirkliche) Crossover-Band
"Letzte Instanz" spielt fünf Konzerte
in Österreich. Bild: SN/vielklang.de |
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Das deutsche Oktett "Letzte Instanz" vermischt
auf ihrem neuen Longplayer brachiale Metal-Klänge
mit Streicher-Arrangements und Hip-Hop-Beats.
Die 1996 in Dresden gegründete Band "Letzte
Instanz" schlägt seit ihrem ersten Longplayer
Brachialromantik (musikalische) Haken wie ein Hase auf
der Flucht. War es anfangs noch die Vermischung von
Folk-Elementen mit harten Metal-Klängen, so wandelte
sich die Band im Laufe der Zeit zu einer "echten"
Crossover-(Big-)Band, die klassische Streicherarrangements
mit Hip-Hop-Passagen und harten Gitarrenriffs verknüpft.
Auf ihrem aktuellen Longplayer "Götter auf
Abruf" haben die Jungs mit solch klingenden Namen
wie Robin Sohn, Benni Cellini oder Muttis Stolz einen
Weg gefunden, alle Stilrichtungen wie aus einem Guss
erscheinen zu lassen.
Nachdenklich stimmende und melancholische (deutsche!)
Texte über die alltäglichen (unangenehmen)
Dinge des Lebens werden von Streicherarrangements begleitet
und gipfeln (meist) in gitarrenverzerrten Refrains.
Leadvokalist Robin Sohns Stimme vermischt sich dabei
perfekt mit den harten Riffs und den sanften Cello-
und Violinklängen. Im Gegensatz zu seiner melodiösen
Stimme kickt Holly D., seines Zeichens Akustik-Gitarrist,
die Reime in den Hip-Hop-Passagen.
Viele Fans können allerdings mit diesen neuen
Einlagen (noch) nichts anfangen und fühlen sich
teilweise vor den Kopf gestoßen, wer jedoch seine
Ohren und sein Herz in alle musikalischen Richtungen
offen hat, wird gerade diese Spannung zwischen Hip-Hop
und breiten Metal-Refrains zu schätzen wissen.
In den Texten behandeln "Letzte Instanz"
von der Sinnsuche im Leben über Gehirnwäsche
durch Werbung bis hin zu zwischenmenschlichen Beziehungen
alle Facetten des "normalen" Alltags. Und
all das wird genauso ehrlich und schonungslos dargebracht
wie die musikalische Verpackung. Das Schönste:
Wirklich jeder der 13 Songs hat sowohl musikalisch als
auch textlich unverkennbare Eigenständigkeit.
Die aktuelle "Götter"-Tour führt
die Band kommende Woche auch nach Österreich. Anschauen!
#michael einböck
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