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Schwedenbrötchen
8. März 2005
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| Schwedenbrötchen mit Power-Metal-Belag: Hammerfall. Bild:
SN/hammerfall |
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Von fehlenden Gehirnzellen, vergessenen Zahnbürsten und einem neuen Album. FRITZ im Interview mit "Hammerfall"-Sänger Joacim Cans.
Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken. Sofort merkt man allein schon durch die Namensgebung: Hammerfall meinen es ernst. Seit fast einem Jahrzehnt gibt es die Power/Heavy-Metal-Band aus Schweden nun und nie haben sie auf Trends oder Lästerei gehört. Denn sie wissen was zählt: ihre Fans.
„Die Musik hat sich auf dem neuen Album nicht geändert, aber weiter entwickelt. Zum Beispiel mit progressiven Parts, klassischen Elementen und symphonische Einflüsse. Auch haben wir alles von der Ballade bis zu extrem schnellen Liedern im Reportoir.“, bestätigte Joacim Cans meinen Eindruck des neuen Albums. Was ich ein bisschen vermisst habe sind diese Lieder bei denen man die Augen schließen kann und sich vorstellt, wie der tragische Held zur letzten Schlacht schreitet. Lieder, bei denen der Rhythmus des Basses einem das Blut zum Kochen bringt. Stattdessen gibt es aber mindestens ebenbürtige Alternativen auf der Scheibe. „Ist eben ein gitarren- und gesangslastiges Album“, meint Joacim.
Hammerfall sind berüchtigt für ihre Balladen. Das neue "Never, Ever" beweist das. „Normalerweise schreibe ich die Lieder, dieses sehr persönliche Stück hat aber Oscar (der Gitarrist, AdR.) anstelle von mir verfasst.“ Wie mir außerdem gesagt wurde ist die Stimme im zwölf Minuten langen Brocken „Knights of the 21st Century“ auch nicht von Joacim, sondern von Venom-Frontmann „Cronos“. Überraschungen gibt es also genug auf dem neuen Album. Und keine davon ist schlecht. Wer wieder dieselbe Musik wie auf den früheren Werken erwartet wird sicherlich ein bisschen enttäuscht sein. Doch wer einen Funken Offenheit in sich hat, wird die neue "Hammerfall" lieben. Sogar diejenigen, die normalerweise keinen Metal hören.
Da er nicht genau wusste, ob er seine Zahnbürste (die Standardfrage ;-) daheim vergessen hatte, wurde Joacim ein bisschen nervös: „Oscar hat schon im Flugzeug seine Zähne geputzt. Wie stehe ich denn da, wenn ich jetzt meine Zahnbürste vergessen habe?“ Und auch seine Freunde von anderen Gruppen wie "Nocturnal Rites" oder "Dream Evil" würden ungeputzte Zähne nicht besonders loben, verriet er mir. Überhaupt muss man als Profi immer auf sein Äußeres achten. „Früher habe ich immer Leder und Nieten getragen. Ich dachte, das passt zur Musik. Aber mit dem neuen Album kommt auch ein Stilwechsel. Inkognito bin ich jetzt unterwegs, im schlichten Schwarz.“
Wenn Joacim eine Sache in der Welt ändern könnte, dann würde er jedem Menschen eine zusätzliche Hirnzelle spendieren. „Alles andere wäre anfangs gut, aber dann . . . - Aktion ist gleich Reaktion. Oft wünsche ich mir selbst mehr Hirnzellen, damit ich endlich schneller am neuen Cans-Album arbeiten kann.“ Doch das ist erst in frühestens zwei Jahren zu erwarten. Im Moment hat er nämlich genug mit "Hammerfall" zu tun. Zum Beispiel ist es äußerst wahrscheinlich, dass es Festivalbesuche im deutschen Raum geben wird, aber man darf ja noch nichts fix sagen . . . Ein Besuch beim diesjährigen "Metal Camp" in Tolmin (Slowenien) ist jedoch schon fixiert.
Hammerfall sind sowohl am neuen Album als auch persönlich einfach wunderbar. Jeder, der bis jetzt noch keinen Kontakt mit Hammerfall hatte, sollte dies mit dem neuen Album oder auch live so schnell wie möglich nachholen. Joacim lässt euch alle schön grüßen und bedankt sich für eure geniale Unterstützung. „Auch wenn es livemäßig diesmal nicht so gut aussieht in Österreich hab ich trotzdem nicht vergessen, was für geile Konzerte ich im Alpenland schon hatte.“
Und nie vergessen (Joacim und ich im Chor) : “A metal heart is hard to tear apart!”
#manfred jansky
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