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Formen ohne Normen
28. November 2003
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| Forms of plasticity: Groove gefällig?
Bild: SN/fop |
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Forms of Plasticity aus Wien grooven sich locker
- leichtfüßig den Weg im weiten Jazz-Funk-Universum
frei.
Specht (git), Raab (tr), Steger (b) und Breneis (dr)
hängen den Hammer hoch: "FIP FOP" (Universal)
dürfte eine der besten österreichischen Jazzplatten
dieses Jahres sein.
Der Begriff "Jazz" erscheint allerdings zu
eng. Mit Groove, Jazz, Funk, Elektronik und eine kleine
Prise Rock blicken die vier Herren aus Wien auf ihrem
Zweitling über den Tellerrand der Klischees und
mischen alle Bestandteile geschickt zu einer abwechslungsreichen
Platte. "Zuviel Abwechslung kann aber auch gefährlich
sein", meint Johannes Specht im Telefoninterview,
"man verliert sich dann schnell mal."
Die Gratwanderung zwischen ausgelebtem Eklektizismus
und angenehmer Hörbarkeit gelingt Forms of plasticity
allerdings gut, Begriffe wie "Cocktail - Jazz"
oder "Easy Listening" werden schlicht außen
vor gelassen, ohne sich aber weit über die Grenzen
angenehmer Melodien hinauszubegeben. Hier und da schüttelt
Specht lässig ein kleines Lick aus dem Ärmel,
Raab lässt mit virtuosem Trompetenspiel hellhörig
werden und das Rhythmusgespann Steger (auch bei Café
Drechsler tätig) / Breneis klebt am Beat.
Über dem Ei "FIP FOP" brüteten
übrigens nicht nur die vier fixen Bandmitglieder
sondern auch die Sängerinnen Agnes Heginger und
Ellen Muhr sowie Mitglieder der DJ - Posse Waxolutionists,
die auch für die elektronischen Elemente der Platte
verantwortlich zeichnen. Wer nun allerdings glaubt,
F.O.P. wollen mit dieser Annäherung an die DJ -
Kultur "einen auf Wiener Schule' machen",
irrt. "Wir wollen einfach die Möglichkeiten
der elektronischen Musik nutzen, aber ohne es zuviel
werden zu lassen."
Wen auch das regnerische Herbstwetter nicht einschüchtert,
sollte sich übrigens die Live - Performance des
Wiener Quartetts nicht entgehen lassen. Des öfteren
im bekannten Wiener Jazzclub "Porgy & Bess"
zu Gast, entfachen sie dort unter Mithilfe so namhafter
Musiker wie Wolfgang Puschnigg oder DJ Bionic Kid regelmäßig
das Groove - Feuer. Mit Tracks wie "Doombap"
(groovt!), "Blood on blood", das fast schon
an Portishead gemahnende "Avalon remix" oder
"Easy going chick" (cool) in der Tasche fast
schon eine Leichtigkeit.
Die Unkenrufer, welche die österreichische Musikszene
am Boden sehen wollen, werden ja bereits weniger. Mit
F.O.P. im Hintergrund werden sie wohl noch einmal dezimiert
werden.
#tobias pötzelsberger
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