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Heiß & Fettig
31. März 2005
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| Fettes Brot über ihr neues
Album Bild: SN/apa |
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Die deutsche Hip-Hop-Formation "Fettes Brot"
im Interview über Klingeltöne, Downloads und
ihr neues Album "Am Wasser gebaut".
"Jein", "Nordisch By Nature" und
"Schwule Mädchen" - die deutsche Hip-Hop-Formation
"Fettes Brot" sorgt seit mittlerweile mehr
als zehn Jahren für Teen-Rap-Hymnen. Dass man erwachsen
werden kann, ohne den jugendlichen Charme zu verlieren,
beweist das Trio mit dem neuen Album "Am Wasser
gebaut" (Hoanzl).
"Wir wollten eine Soulplatte machen", erzählten
Boris, Martin und Björn im Interview. "Aber
nicht im musikalischen Stil von Marvin Gaye, sondern
was die Gefühle betrifft." "Wir waren
auf der Suche nach den vielen großen Gefühlen,
die uns im Leben begegnet sind", berichteten die
Musiker. Daher gibt es Geschichten aus der Schulzeit
wie aus der Gegenwart, entstanden in einem Zeitraum
von einem Jahr. "Wir haben Songs aufgenommen und
zum Teil nicht verwendet. Es hat schon etwas gedauert,
bis sich eine Vision abzeichnete, wie unsere fünfte
Platte klingen sollte."
Unter Druck wollten sich die Herrschaften von "Fettes
Brot" nicht setzen lassen. Und davon, jedes Jahr
einen neuen Tonträger in den Handel zu bringen,
halten die Hanseaten ohnehin nicht viel. "Wenn
man zwischen den Aufnahmeterminen nichts erlebt hat,
dann wiederholen sich die Ideen."
"Am Wasser gebaut" erschien erstmals auf
dem eigenen Label "Fettes Brot Schallplatten".
Dazu Boris: "Die Gründung einer eigenen Firma
war der logische nächste Schritt. Klar gibt es
da den wirtschaftlichen Gedanken, dass mehr für
die Band bleibt, wenn man Zwischenverdiener ausschaltet.
Aber darum ging es gar nicht in erster Linie. Wir sind
keine Newcomer, wie kann uns also eine Plattenfirma
noch groß helfen? Was soll uns jemand von außen
sagen? Der Schritt zur Eigeninitiative war wichtig -
das ist ja der Grundgedanke von Hip-Hop."
Trotz MP3s, Downloads und dem CD-Brennen könne
man gut von der Musik leben, meinten die Rapper. Dass
man erstmals einen Song - die Single "Emanuela"
- für einen Klingelton freigegeben habe, sei keine
wirtschaftliche Entscheidung gewesen. "Das ist
eine Art Promotion", so Martin. "Eigentlich
haben wir ein zwiespältiges Verhältnis zu
Klingeltönen. Wer hätte vor zwei Jahren gedacht,
dass man dieses Business jemals ernst nehmen muss? Es
gibt Künstler, die mehr Klingeltöne verkaufen
als Singles. Seltsam, dass Leute nicht bereit sind,
90 Cent für das Herunterladen eines Liedes zu bezahlen,
aber Unsummen für irgendein Gepiepe als Klingelton
ausgeben."
Im April gehen Fettes Brot auf Tournee. Für Österreich
sind derzeit folgende Auftritte fixiert: 30. April Allensteig
(Avalon) und 1. Mai Graz (Orpheum).
#apa/md4
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