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Ausgeflasht
22. April 2006
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| Ferris macht blau: Deutschland
Vorzeige-Rapper Ferris MC hört auf. Bild:
SN/yomama |
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Mit seiner letzten Single "Düstere Legenden" und
dem gleichnamigen Best-of-Album verabschiedet sich
Ferris MC von der deutschen Rapszene.
Ferris MC, der "Außenseiter", der "Endzeitfreak",
der einzige Punk im Deutsch-Rap - er wirft das Handtuch.
Die Hamburger MC-Legende kehrt dem Rapper-Dasein mit
einem Best-of-Album endgültig den Rücken
zu.
Der Crossover-Titeltrack "Düstere Legenden (Achtung!
Achtung!)" lässt Ferris MC nur wenig Raum für
Spekulationen über eine bloß vorübergehende "Kreativ-Pause" oder
ein mögliches Comeback: "Mein Lebenswerk ist vollbracht,
es gibt keinen Neuanfang, ich leg die Krone nieder,
der Kaiser von Deutschland ... meine Zeit ist gekommen
zu gehen." Von nun an will der "Bad Boy" des deutschen
Sprechgesangs nur noch als Producer und DJ tätig
sein.
Doch wie kommt es zu dem plötzlichen Karriere-Einschnitt?
Sind die Schulden aus den Flops und den superteuren
Videoclips etwa schon abbezahlt? Man erinnere sich
nur an die Billy-Idol-Hommage "Flash for Ferris MC" und
den dazugehörigen Clip - nach eigenen Angaben
ist die Produktion ein finanzielles Desaster gewesen,
an dem der Rapper noch Jahre danach zu kauen hatte.
Was folgte, waren schnell produzierte Alben mit einem
nicht von der Hand zu weisenden Fließband-Charakter.
Als kleines Abschiedspräsent gibt es jetzt noch
einmal ein Best-of-Album mit den größten
Hits. Darunter die beliebte Afrob-Collabo "Reimemonster",
das Sozialdrama "Zur Erinnerung", der Partytrack "Feieralarm" und
viele andere. Dass Ferris MC sein finales Werk nach
einem Teenie-Slasher benannt hat, verwundert nicht.
Schon vor einigen Jahren erwähnte er sein Faible
für blutige Horrorstreifen in einem FRITZ-Interview.
Besonders die Klassiker von George A. Romero hätten
es ihm angetan, erklärte Ferris MC damals.
Raue und ordinäre Zeilen waren schon immer sein
Markenzeichen und passten zu seinem Äußeren.
Deshalb ziert auch ein Parental-Advisory-Logo das aktuelle
CD-Cover.
Und so lauscht man etwas wehmütig den letzten
Worten des "Freaks", auch wenn der seinen Abgang pompös
inszeniert, um noch einmal so richtig die Kassen klingeln
zu lassen. "Deutscher Hip-Hop ist eh kaputt wie Politik" -
Andeutungen über das "Warum" gibt es einige. Allerdings
besteht der leise Verdacht, dass der Showabgang nur
bis zum nächsten finanziellen Einbruch andauern
wird.
#stephan kliemstein
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