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Höher steigen, tiefer fallen
21. November 2003
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| Ferris MC besuchte Salzburg auf
seiner "Audiobiografie"-Tour. Bild:
SN/ferrismc.de |
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Die Ups and Downs der Karriere, eines Lebens. Davon
könnte Ferris MC ein Lied singen. Er machte aber
gleich ein ganzes Album daraus! FRITZ-Exklusiv-Interview
mit dem deutschen Rapper.
Neun Tage U-Haft und schon ein paar Monate später
"Bester Nachwuchskünstler 2000" bei der
Echoverleihung. Eine schwere Kindheit, Probleme mit
Drogen und der Staatsmacht und trotzdem das erreicht,
was unzählige MCs versuchen: Er hat sich einen
Namen gemacht, drei Alben veröffentlicht, und obwohl
er viermal das Label gewechselt hat und ihn die Kritiker
oft in der Luft zerrissen haben - Ferris hat sich nie
unterkriegen lassen.
Vergangenen Samstag jammte der 30-jährige Rapper
im Rockhouse, supportet von DJ Stylewarz. Seine aktuelle
LP "Audiobiographie" war mitunter Gesprächsstoff
beim Interview mit FRITZ.
"Fick dich mal Kritiker, bist ein Besserwisser aber
besser machst du nix. Kein Wunder wenn dich mal einer
dafür absticht" (Auszug aus "Fick Dich").
FRITZ: Der Track "Fick Dich" hat mich
verblüfft. Ich hab immer gedacht, du machst dein
Ding, egal was andere davon halten. Dass du so mit Kritik
umgehst ist doch eigentlich ein Zeichen von Schwäche,
oder?
Ferris MC: Der Track ist ein Ergebnis
aus den Erfahrungen, die ich aus den zwei vorangegangen
Alben geschöpft habe. Für das erste Album
wurde ich hochgelobt, das zweite Album wurde völlig
zerrissen. Das war keine konstruktive Kritik. "Möchtegern-Kritiker"
haben auf Grund persönlicher Gefühle geurteilt,
anstatt sich das Album ganz anzuhören und die Tracks
zu analysieren.
FRITZ: Lächeln musste ich auch bei "Popstarz".
Du disst die Popindustrie, ihre Musiker und hast selbst
eine Collabo mit Vanessa von "DSDS" gemacht?
Ferris MC: Die Disses beziehen sich eher
auf die männlichen Popstars. Mädchen sind
süß und fallen für mich gar nicht in
diese Kategorie.
FRITZ: Aber ist Vanessa nicht der Inbegriff
eines gecasteten Popsternchens?
Ferris MC: Ich will mich jetzt nicht als
Lehrer aufspielen, aber sie ist noch sehr jung. Ich
wollte ihr einfach die Chance geben im Bereich Rap/RnB
Fuß zu fassen.
FRITZ: Beim Interview vor zwei Jahren hast du
mir erzählt wie ungewohnt die Situation für
dich ist, von soviel Geld umgeben zu sein - Thema unter
anderem war das Problem mit dem Clip zu "Flash
For Ferris MC". Hat sich da inzwischen etwas geändert?
Ferris MC: Es ist einfach nicht mehr soviel
Geld im Spiel. Flash war extrem teuer. Dafür muss
ich heute noch zahlen. Zum Vergleich, Flash kostete
140.000 Mark, "Zur Erinnerung"(aktueller Clip;
Red.) nur 55.000 Mark - Nur Flash wollte halt keiner
sehen. Es ist alles viel schwieriger geworden. Man macht
dieselbe Arbeit und verdient weniger. Wenn du in Amerika
einen Burner in den Charts landest, hast du ausgesorgt.
Bei uns nicht. Man sieht das an der heruntergesetzten
Anzahl von Platten die du verkaufen musst um eine Goldene
zu bekommen.
FRITZ: Das ist auch so eine Sache mit den Promo-CDs.
Plattenfirmen verschicken Promos bei denen der Sound
alle paar Sekunden kurz abgedreht wird, nur damit man
sie nicht weiterverkaufen kann. Hältst du das für
sinnvoll?
Ferris MC: Bei diesem Album wurde es halt
gemacht. Man muss alles ausprobieren. Ich persönlich
halte nicht viel davon. Wir werden sehen ob es bei der
nächsten Platte gleich gemacht wird. Ich versteh
nur nicht warum das bei mir so für Aufsehen sorgt
und bei anderen Bands nicht.
FRITZ: Vor einigen Jahren hast du gesagt, es
gibt Pläne ein Album gemeinsam mit Samy Deluxe
aufzunehmen. Im Stile von Method Man/Redman. Jetzt ist
ASD am Start. Wo bist du?
Ferris MC: Als es die Mongo-Clique noch
gab, war das so eine Art Basisprojekt von mir. Aber
die Idee hat sich mit der Zeit auseinandergelebt.
FRITZ: Nur die Idee?
Ferris MC: Nur die Idee.
#stephan kliemstein
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