|
Punk mit Herz
10. September 2005
 |
 |
| NOFX-Frontmann und Fat-Wreck-Gründer
Michael „Fat
Mike“ Burkett. Bild:
SN/fatwreck |
|
 |
 |
FRITZ wirft einen Blick auf die Geschichte eines
der renommiertesten Labels, wenn es um kalifornischen
Punkrock geht: „Fat Wreck Chords“.
Richtig fetter Punkrock, dafür steht „Fat
Mike“ mit seinem Label „Fat Wreck Chords“.
Michael Burkett, so der bürgerliche Name des Firmenbesitzers,
gründete das Plattenlabel vor 15 Jahren, um die
7-Inch-Single „The Longest Line“ seiner
1983 gegründeten Band „NOFX“ zu veröffentlichen.
Bis dahin hatte sich laut Mike kein Label gefunden,
das die Platte herausbringen wollte.
Wenig später wurde mit „Lagwagon“ die
erste Band bei „Fat Wreck Chords“ unter
Vertrag genommen. Damals steckte das Label noch in
den Kinderschuhen: Erst wurde die Küche der Burketts
als Labelbüro missbraucht, später arbeiteten
Mike und Mitarbeiter in der Garage. Ein Warehouse in
San Francisco wurde später zum Firmensitz.
Laut Mike dauerte es knapp sechs Jahre, bis „Fat
Wreck Chords“ Gewinne abwarf. Hätte er damals
nicht schon mit seiner Band „NOFX“ ganz
gut verdient, wäre das Punkrock-Label wahrscheinlich
relativ rasch in Konkurs gegangen.
Burkett betont immer, dass „Fat Wreck Chords“ eine
große Familie sei, bei der die Bands mehr als
nur Vertragspartner sind. Auch heute macht das Label
bei manchen Veröffentlichungen Verluste, da die
Verkaufszahlen unter dem notwendigen Soll bleiben.
Die Acts werden deshalb aber nicht „gedroppt“.
Mike will in erster Linie gute Musik veröffentlichen,
Profit ist für ihn Nebensache. Das schlägt
sich auch bei fairen Preisen für die Sampler nieder.
In diese äußerst beherzte Labelpolitik passen „Fat
Mikes“ „One Record Deals“: Künstler
unterschreiben einen Vertrag für ein Album und
können nach dem Deal ohne weiteres zu einem anderen
Label wechseln. Diese Freiheit wird bei Major-Labels
meist nicht gewährt.
Mike probiert sowieso gerne Unkonventionelles aus.
Einem seiner Geistesblitze entsprang der Sampler „Short Music for Short People“ mit
101 Bands, bei dem jede Gruppe einen (meist exklusiven)
30-Sekunden-Song beisteuerte.
Tierschutz und Politik liegen Fat Mike ebenfalls
am Herzen. Mit „Rock against
Bush“ wollte er zum Beispiel den amtierenden US-Präsidenten aus dem
Amt kicken.
Aber auch die Fans kommen nicht zu kurz: Auf der
Label-Homepage stehen über
100 MP3s aus dem FAT-ten Sortiment zum Download bereit – Punkfreunde sollten
sich Breitbandinternet zulegen.
#martin reiter
|