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Eminem spielt Eminem
9. Jänner 2003
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| Eminem spielt die Hauptrolle
in "8 Mile" Bild: SN/8mile.com |
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Curtis Hansons autentisches Hip-Hop-Drama 8
Mile mit Rap-Bösewicht Eminem und Kim Basinger
in den Hauptrollen.
Gute Musikfilme mit Popstars in der Hauptrolle sind
selten. Man denke nur an die (kläglich gescheiterten)
Schauspielambitionen der Spice Girls oder von Mariah
Carey. Aber Eminem ist ein anderes Kaliber. Und Curtis
Hanson kein Regisseur für seichte Unterhaltung.
Ihre Zusammenarbeit, das Drama "8 Mile", bietet
einen realen Einblick in die Welt der Rap-Wettkämpfe
im Detroit des Jahres 1995. Hanson inszenierte Eminem
in einer Art "Purple Rain" der Hip-Hop-Generation.
Die Straße 8 Mile trennt das Zentrum der Autostadt
von ihren Vororten. Mehr noch: Sie bildet die Grenze
zwischen schwarzen und weißen Einwohnern der von
Verfall, Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Rassenproblemen
geplagten US-Metropole. In den armen Vierteln ist HipHop
zu einem Lebensinhalt geworden. Auch die Filmfigur Jimmy
"Rabbit" Smith (Eminem) findet in der Subkultur
eine Fluchtmöglichkeit vor Alltagsproblemen. Ähnlichkeiten
zur Biografie des Hauptdarstellers sind nicht von der
Hand zu weisen.
"8 Mile" ist aber nur zum Teil die Geschichte
von Marshall Bruce Mathers III, der als Eminem aus dem
Nichts zum Hoffnungsträger der Plattenindustrie
emporstieg. Der Charakter von "Rabbit" wurde
zwar dem Rapstar auf den Leib geschrieben, doch Hanson
und sein Drehbuchautor Scott Silver verzichteten auf
eine Nacherzählung der Karriere des knapp 30-Jährigen.
Vielmehr wollten sie anhand einer fiktiven Story ein
authentisches Bild einer Szene schaffen, die inmitten
einer zerrütteten Gesellschaft aufblühte.
"8 Mile" wurde ebenso technisch perfekt inszeniert
wie mit Gefühl und Verständnis für die
Materie. Manche Handlungselemente wirken allerdings
klischeehaft: So gibt es eine alkoholkranke, von Geldsorgen
geplagte Mutter (sehr gut gespielt von Kim Basinger),
die von ihrem Partner misshandelt wird. Eine Ex-Freundin
des Protagonisten und eine neue, untreue Liebe dürfen
auch nicht fehlen.
Wirklich stark sind jene Szenen, in denen sich die
Freestyle-Rapper in düsteren Clubs Wettkämpfe
im rhythmischen Sprechgesang liefern. Wer jedoch mit
der Musik und den dazugehörenden Ritualen nichts
anfangen kann, den wird diese Produktion kaum begeistern
können. Allen Rap- und HipHop-Fans sei er ans Herz
gelegt.
#apa/m2e |