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E-Duo Fischerspooner
11. Februar 2003

Fischerspooner
Nominiert für zwei "American Dance Music" - Awards Bild:SN/fischerspooner.com 

Nach "Emerge" wollen Fischerspooner jetzt durchstarten - Casey Spooner leistete in Wien Promotion-Arbeit für das demnächst erscheinende Album.


Mit ihrem Hit "Emerge" und einem viel beachteten Remix der Kylie Minogue-Single "Come Into My World" haben sich Fischerspooner in der europäischen Club-Szene einen Namen gemacht. Jetzt verspürt das New Yorker Elektronik-Duo Appetit auf mehr: Ein Major-Label hat sich ihrer angenommen, Ende des Monats wird ihr Debüt-Album "#1" - angereichert mit zusätzlichen Tracks und Bonus-Remixes - neu aufgelegt (Capitol/EMI). Damit wollen Fischerspooner auch in ihrer Heimat duchstarten, wie Casey Spooner am Wochenende auf Promotion-Tour in einem Wiener Hotel darlegte.

"Elektronische Musik wird in den Vereinigten Staaten meist erst dann wahrgenommen, wenn sie in Europa Beachtung gefunden hat", so die unter anderem für die Lyrics zuständige Hälfte der Band. Fischerspooner konnten sich zunächst im deutschsprachigen Raum durchsetzen, "und als es auch in England funktioniert hat, wollten wir das bis nach Hause tragen".

Dabei räumt Casey ein, "dass das doppelt so lange gedauert hat wie wir eigentlich erwartet haben. Wir hätten gedacht, wir wären 2001 schon so weit". Fischerspooner wollten aber nicht die Kontrolle über ihre kreative Arbeit verlieren. Man könne einen 60 Seiten-Vertrag nicht so einfach unterschreiben, gibt Casey zu bedenken. Er müsse diesen in Ruhe Punkt für Punkt durchgehen und im Detail besprechen.

Fischerspooner werden gern mit Elektronik-Pionieren der siebziger und frühen achtziger Jahre wie Kraftwerk, A Flock of Seagulls, Sigue Sigue Sputnik oder Dead or Alive verglichen - nicht nur ihres Sounds, sondern auch der ihre Performance mitbestimmenden Garderobe, Bühnenshow und glamourösen Posen wegen. "Es ist offensichtlich eine Verwandtschaft zur traditionellen elektronischen Musik da. Ich habe auch gar kein Problem mit Tradition. Ich mag nur Nostalgie nicht. Ich habe etwas gegen dieses verlogene, sentimentale Herbeizitieren von etwas Vergangenem", sagt Casey Spooner dazu.

Außerdem hätten sich schon Leute wie David Bowie, Alice Cooper oder Kiss bewusst absurd angezogen und auf die Bühne gestellt: "Das hat es nicht nur in den vergangenen 20 Jahren gegeben. Das war in der Geschichte und in allen möglichen Kulturen immer schon da."

Die Idee hinter Fischerspooner? "Etwas Aufregendes, Lustiges und Interessantes für uns selbst und das Publikum zu machen", antwortet Casey wie aus der Pistole geschossen. Im Unterschied zu seinem Band-Kollegen Warren Fischer - einem ursprünglich klassisch ausgebildeten Orchester-Geiger - hatte er zunächst mit Musik nicht viel am Hut. Er begann als Maler, versuchte sich als Videokünstler und im experimentellen Theater, eher er einem Mitglied der "Scissor Girls" die Gitarre zu den Proben hinterher trug: "Dort dachten alle, ich wäre in der Band. Und die Freundin meinte schließlich auch, ich sollte doch einsteigen. Ich hatte dann wirklich eine großartige Zeit."

Die Begegnung mit Kylie Minogue, die unbedingt mit Fischerspooner in einer bekannten britischen TV-Show auftreten wollte, ist Casey Spooner in guter Erinnerung geblieben: "Sie ist so diszipliniert! Sie steht um 7 Uhr auf, arbeitet und arbeitetet und beschwert sich nie. Sie ist ein Pop-Automat, der läuft und läuft und läuft." Das Problem an dem TV-Auftritt war nur, dass es für Casey in der Nummer keinen Vocal-Part gab: "Was hätte ich also tun sollen? Die Lösung war, dass ich am Ende kurz ein 'Aha, that's right' gesungen habe. Das war's. Und dafür habe ich stundenlang geprobt!"

Berührungsängste zu so genannten Superstars kennt Casey Spooner nicht. "Wenn das eine Underground ist, was ist dann das andere? Above-Ground? Das Faszinierende an der Sache mit Kylie war jedenfalls, durch ein Fenster in diese Welt sehen zu können."

#apa/flash
Fischerspooner
 

 

Fischerspooner
 
 INTERNET
www.fischer spooner.com
Offizielle Site des New Yorker Elektronik Duos
 
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