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Vor die Hunde
1. Oktober 2005
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| Rauer Wind aus Großbritannien:
Die „Dogs“ . Bild:
SN/dogsmusic.com |
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Beim Titel "Turn Against This Land" würde dem
Gedanken an politischen Liedern nichts im Wege stehen.
Außer es handelt sich bei der Band um die "Dogs" aus
England.
Ein Pathos auftragendes Klavier, das mit
Gitarren, die den schrägsten Ton herausfinden wollen, um
die Trophäe im Gefühlswettbewerb spielt.
Der obligat einsetzende Bass. Schlagzeug im Ska-Rhythmus.
Stimmen, welche die anfangs sehr absurd anmutenden
Worte "I went and burnt my bridges at the weekend" hin
zu "and now there's nothing left but another week to
end and a sick and sunken soul in a drunken body like
mine, from London bridge I'll swim east along the tide.
She says - I won't - and now she tells me that she
wants me" ("London bridge") weiterführt.
So darf sich nach der ersten Strophe alles ändern:
Die eher im sanften Bereich angesiedelten Klänge
machen Platz für das alle Kraft der Welt aufsaugende
Gemisch aus Geschrei, harten Gitarrenklängen,
einem brachialen Bass und einem wütenden Schlagzeug.
Doch trotz aller Bemühungen der aus London stammenden
Band "Dogs" um ein gutes Album - das auf den Klang
bezogen durchaus eines ist -, wird der Hörer nicht
warm mit diesem Opus. Das resultiert hauptsächlich
aus einem Grund: Der Albumtitel "Turn Against This
Land", mit dem man wohl eher eine musikalische Musik-Revolte
denn ein Album voller Liebeslieder erwarten würde,
ist dem Inhalt antagonistisch gegenübergestellt.
Und in Zeiten des immer wieder herbeizitierten und
existierenden "Turbokapitalismus" ist ein solches Werk,
das keine einzige politische Aussage enthält,
extrem anstrengend. Sogar das Lied "It's not right",
das einem Politkracher dem Brachialsound wegen noch
am nächsten kommt, bringt den Hörer nicht
zur notwendigen Überzeugung, die Hand zur Faust
zu ballen.
Musikalisches Potenzial besitzt die Band aber definitiv.
Paradebeispiel: "Heading for an early grave."
Falls es sich bei diesem Debütalbum nicht um
das letzte handelt - wie es unzählige zeitgenössische
Bands demonstrieren -, ist Johnny Cooke (Gesang), Rikki
Mehta (Gitarre), Luciano Vargas (Gitarre), Duncan Timms
(Bass) und Rich Mitchell (Schlagzeug) aber zu raten:
Schimpft doch auf den Staat und nicht auf eure schönen
Mädchen!
Taten sie aber nicht - aus unverständlichen Gründen.
Schließlich singen es sie bei einem ihrer Lieder, "Tuned
to a different station", selbst herbei: "It goes dark
. . ."
#johannes rausch
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